Die Rentnerin Marica hat 45 Jahre in deutschen Fabriken gearbeitet. Mit 19 Jahren hat sie ihre kroatische Heimat verlassen – nun verbringt sie nur noch den Sommer in Kroatien.
Die Rentnerin Marica hat 45 Jahre in deutschen Fabriken gearbeitet. Mit 19 Jahren hat sie ihre kroatische Heimat verlassen – nun verbringt sie nur noch den Sommer in Kroatien.
Zehn bis zwölf Stunden Arbeit am Tag, lange Zeit sechs Tage die Woche, insgesamt 45 Jahre – das hat die Rentnerin Marica (heute 75) hinter sich. Ursprünglich kommt die Frau aus Kroatien. Sie ist allerdings im Alter von 19 Jahren nach Deutschland gezogen, hat Kinder und Job unter einen Hut bekommen und ist seit zehn Jahren in Rente. Im Sommer verbringt sie einige Zeit im kroatischen Virovitica.
Mit der kroatischen Zeitung „Mirovina“ sprach sie über ihr Arbeitsleben in Deutschland und über die Rentner hierzulande. „Deutschland hat uns nichts geschenkt. [...] Man erntet, was man sät“, so die 75-Jährige. Die Frau lebt heute in Stuttgart und wünscht sich von den Menschen, dass sie sich weniger beschweren. „Sie sollten das Leben genießen und nicht nur jammern und erwarten, dass ihnen jemand etwas in den Schoß legt“, sagt Marica.
„Wer arbeiten will, findet immer was“, sagt die 75-Jährige gegenüber „Mirovina“. Sie selbst hat während ihres Arbeitslebens in verschiedenen Fabriken gearbeitet, hat in einer Kirche geputzt oder stundenlang in einem Kiosk gestanden. Freizeit hatte sie währenddessen nicht viel – das holt sie heute nach. Sie pflegt einen Garten in Stuttgart, trifft sich mit ehemaligen Kolleginnen, reist oder liest.
Zu ihrem Arbeitsleben sagt die 75-Jährige allerdings auch: „Ich war jung, heute würde ich das nicht mehr schaffen.“ Wenn sie gerade in Deutschland ist, unterzieht sie sich Therapien für ihre Leukämieerkrankung.
Mehrere Operationen habe sie bereits hinter sich – dennoch möchte sie sich auf die guten Seiten des Lebens konzentrieren. Das wünscht sie sich auch von anderen Menschen: „Ich möchte, dass die Rentner das Positive sehen und nicht alles schwarz-weiß betrachten, dass sie daran denken, dass es Menschen und Länder gibt, die kein Brot zu essen haben.“
Im Jahr 2025 hatten rund fünf Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland neben ihrem Hauptjob mindestens eine weitere Arbeit. Das geht aus einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor. Rund 2,1 Millionen Menschen hatten demnach im vergangenen Jahr mehr als zwei Jobs.
Im Jahresvergleich wird ersichtlich, dass nun immer mehr Menschen als früher mehrere Jobs ausüben müssen. So hatten im Jahr 1995 2,7 Prozent mehr als einen Job. 2005 waren es 3,4 Prozent und 2015 bereits fünf Prozent. Im Jahr 2020 sank die Zahl leicht auf 4,7 Prozent.
Rund 73,2 Prozent waren im zweiten oder weiteren Job angestellt. 23,2 Prozent waren selbstständig ohne eigene Angestellte. Rund 2,9 Prozent waren mit Angestellten selbstständig. Im Schnitt arbeiteten die Menschen 7,8 Stunden pro Woche in dem Nebenjob.