Ob Omas Hackbraten oder Papas Pfannkuchen – nostalgische Gerichte beeinflussen unsere Essgewohnheiten. Im Interview mit RiffReporter erklärt Sozialpsychologe Jeffrey Green, warum das eine positive Wirkung auf unsere Psyche haben kann.
Omas Hackbraten, Papas Pfannkuchen oder die Tiefkühlpizza aus Studentïnnentagen: Häufig entscheiden wir uns für Gerichte, die uns an früher erinnern. Jeffrey Green, Professor für Sozialpsychologie an der Virginia Commonwealth University, erklärt, warum Nostalgie in unserer Ernährung eine wesentliche Rolle spielt – und warum das etwas Gutes ist.

Bestimmten Gerichten können wir manchmal einfach nicht widerstehen. Dass sie eigentlich gerade nicht in unseren Ernährungsplan passen oder eher untypisch für unsere sonstigen Essensgewohnheiten sind, rückt in diesen Momenten gerne in den Hintergrund. Nicht selten handelt es sich dann um Lieblingsgerichte, die schon in unserer Kindheit häufig auf dem Teller landeten.
Nostalgische Gefühle sorgen nämlich nicht nur dafür, dass wir uns bestimmte Filme immer wieder ansehen oder bestimmte Lieder immer wieder hören, sie beeinflussen auch unsere Essgewohnheiten. Der US-amerikanische Sozialpsychologe Jeffrey Green beschäftigt sich seit rund zehn Jahren intensiv mit dem Thema Nostalgie. Im Interview mit RiffReporter hat er darüber gesprochen, warum wir gerne auf Altbekanntes zurückgreifen und das in der Regel nichts Schlechtes ist.
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RiffReporter: Sogenanntes Feel-Good- oder Comfort-Food ist seit ein paar Jahren sehr beliebt. Häufig handelt es sich dabei um Essen aus Kindheitstagen. Warum sorgt ein altbekanntes Gericht dafür, dass wir uns gut fühlen?
Jeffrey Green: Gefühle spielen tatsächlich eine große Rolle bei der Wahl unserer Lebensmittel. Selbst wenn wir aus wirtschaftlichen, geschmacklichen oder gesundheitlichen Gründen bestimmte Essenspläne haben, ändern wir diese auch mal gerne, je nachdem, wie wir uns fühlen.
Wenn wir uns in gewissen Situationen nach einem Gefühl von „Zuhause“ sehnen, kann nostalgisches Essen dieses Bedürfnis stillen. Die meisten von uns verbinden bestimmte Gerichte oder Lebensmittel mit ihrer Kindheit, ihrer Familie und ihrer Kultur. Sie haben eine besondere Bedeutung für uns und aktivieren positive Erinnerungen, die uns ein Gefühl des „Umsorgtwerdens“ vermitteln und den Wunsch wecken, diese Gerichte immer wieder zu essen.
Sie forschen seit über einem Jahrzehnt zum Thema Nostalgie. Wie lässt sich dieses Gefühl am treffendsten beschreiben?
Kurz gesagt, bezeichnet Nostalgie die wehmütige und sentimentale Sehnsucht nach der eigenen Vergangenheit. Erinnerungen können sich manchmal bittersüß anfühlen, normalerweise aber eher süß als bitter. Dieses Gefühl ist eng mit unseren einzigartigen autobiografischen Erinnerungen verbunden.
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