Die Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken haben den verpassten Zweitliga-Aufstieg verdaut und nehmen den nächsten Anlauf. Vor dem Start in die neue Regionalliga-Saison muss Trainer Taifour Diane allerdings einen großen Umbruch bewältigen.
Saarbrücken · Die Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken haben den verpassten Zweitliga-Aufstieg verdaut und nehmen den nächsten Anlauf. Vor dem Start in die neue Regionalliga-Saison muss Trainer Taifour Diane allerdings einen großen Umbruch bewältigen.
Trainer Taifour Diane wird mit seinem Team wie hier beim Relegationshinspiel gegen Hertha auch nächste Saison im Ludwigspark spielen. Nach dem verpassten Aufstieg müssen die FCS-Frauen einen neuen Anlauf nehmen. (Archivfoto)
Foto: IMAGO/Fussball-News Saarland/IMAGO/Sebastian BachDie Tränen sind getrocknet, die Enttäuschung zum größten Teil verdaut, es geht wieder los. Nach dem in zwei Relegationsspielen gegen Hertha BSC (1:4, 3:2) verpassten Zweitliga-Aufstieg Mitte Juni müssen die Fußballerinnen des 1. FC Saarbrücken den nächsten Anlauf nehmen. „Wir waren alle sehr geknickt, auch ich habe lange gebraucht, um das zu realisieren“, sagt Trainer Taifour Diane, der mit den Blau-Schwarzen nun als amtierender Titelverteidiger in die sechste Saison in Folge in der Regionalliga Südwest geht.
FCS-Frauen starten in neue Saison – Was die Mannschaft jetzt plant
Vor dem Punktspielstart am Sonntag, 23. August (13.30 Uhr), beim 1. FFC Niederkirchen steht an diesem Sonntag um 14 Uhr bereits das erste Pflichtspiel der neuen Saison an. Der Saarlandpokalsieger empfängt in der ersten Runde des DFB-Pokals die SpVgg Greuther Fürth. Die Kleeblatt-Frauen spielen wie der FCS in der dritten Liga, wurden in der vergangenen Spielzeit Achter der Regionalliga Süd. „Fürth ist stark, sie haben eine gute Offensive, sind auch gut eingespielt“, weiß Diane. Das Spiel findet wie die Ligaspiele vergangene Saison im Ludwigsparkstadion statt. „Wir werden auch diese Saison unsere Spiele im Park austragen, darüber freuen wir uns sehr“, sagt der Trainer.
Der 53-Jährige steht vor einer schwierigen Aufgabe, denn der FCS hat in diesem Sommer seine stärksten Spielerinnen verloren. Torgarantin Lara Martin und Leonie Stöhr wechselten in die Bundesliga zu Aufsteiger FSV Mainz 05, die Luxemburgerin Kimberley dos Santos wechselte in die Heimat zu Racing Luxemburg. Torfrau Alisson Wagner wechselte zu Victoria St. Wendel. Dazu ist noch nicht klar, ob Kapitänin Lena Ripperger (private Gründe) diese Saison zur Verfügung steht. Und Kimberly Ruhstorfer zog sich im Auftakttraining für die neue Saison einen Kreuzbandriss im Knie zu und wird lange fehlen.
Trotz aller Rückschläge und des Umbruchs ist Diane vor der neuen Saison nicht bange. „Wir haben eine gute Mannschaft zusammen“, sagt Diane. Nach 21 Siegen und einem Remis in der ungeschlagenen vergangenen Saison dürfte es für den amtierenden Meister aber schwer werden, ähnlich erfolgreich zu sein. Als Hauptkonkurrenten beim Saisonziel, „vorne mitzuspielen“, sieht der Trainer die SV Elversberg und die zweite Mannschaft von Mainz 05.
Trainer Diane sucht noch nach Lösungen
Beim FCS läuft aktuell die fünfte Woche der Vorbereitung. Trotz wegen Urlaubs oder Schulferien fehlenden Spielerinnen ist der Trainer mit der Vorbereitung zufrieden. Die beiden Testspiele gegen Süd-Regionalligist Karlsruher SC (3:2) und den französischen Drittligisten CSO Amnéville (9:0) am vergangenen Wochenende wurden beide gewonnen. Dabei sucht Diane nach dem Abgang von Wagner noch eine Torfrau, aktuell ist eine Spielerin aus den USA im Probetraining und macht auch einen guten Eindruck. Der Verein muss bei ihr und zwei weiteren US-Probespielerinnen jetzt abklären, ob eine Verpflichtung möglich ist, sprich ob Visum und andere Formalitäten zeitnah geklärt werden können. Momentan steht mit Nora Clausen nur eine Torhüterin zur Verfügung.
Mit im Training sind seit Beginn der Vorbereitung die vier Jugendspielerinnen Ida Schneider, Emma-Jolie Emrich, Hannah Dietrich und Maria Melissa Nica. „Nach dem Pokalspiel wollen wir uns mal zusammensetzen und schauen, ob sie jetzt weiter bei uns in der Frauenmannschaft bleiben. Es sieht wohl so aus, denn sie machen ihre Sache sehr gut. Was sie gezeigt haben, hat uns überrascht“, erklärt Diane, der nun schon seit genau zehn Jahren FCS-Frauentrainer ist. Im Sisyphos-Kampf um das Nadelöhr Aufstieg muss also – mal wieder – der Stein nach oben geschoben werden. Diesmal am besten ohne Tränen am Saisonende.