Beim TSB Gmünd wächst das Vertrauen, für die Premierensaison in Deutschlands dritthöchster Spielklasse gerüstet zu sein. Fünf Neuzugänge und ein Rückkehrer haben sich schnell eingefügt.
Stand: 24.07.2026, 17:00 Uhr

Beim TSB Gmünd wächst das Vertrauen, für die Premierensaison in Deutschlands dritthöchster Spielklasse gerüstet zu sein. Fünf Neuzugänge und ein Rückkehrer haben sich schnell eingefügt.
Schwäbisch Gmünd. Die Hälfte des Countdowns ist geschafft. Während der Saisonstart in der 3. Liga Süd am 29. August beim Traditionsverein VfL Pfullingen immer näher rückt, hat der TSB Gmünd in den vergangenen Wochen das Fundament für das größte Abenteuer der Vereinsgeschichte gelegt. Mit einem anspruchsvollen Vorbereitungsprogramm haben Trainer Aaron Fröhlich und sein neuer Co-Trainer Matthias Czypull die Weichen gestellt, um den Regionalliga-Meister körperlich und spielerisch auf das neue Niveau vorzubereiten. Das Teamwochenende in Tirol hat die Mannschaft ebenso zusammengeschweißt wie das Trainingslager im Sportzentrum Bartholomä. Dort wurde nicht nur intensiv an Kondition, Taktik und Spielformen gearbeitet, sondern auch am Zusammenhalt einer Mannschaft, die sich mit fünf Neuzugängen und einem Rückkehrer neu finden muss.
Noch geschieht das nicht in voller Besetzung. Daniel Mühleisen und Kai Schäffner befinden sich im Urlaub, Tom Abt wird nach seiner Sprunggelenksoperation weiterhin dosiert belastet, ist aber bereits wieder im Training aktiv. Trotzdem konnte Fröhlich in den ersten Testspielen zahlreiche Erkenntnisse gewinnen. Auf einen deutlichen 36:24-Erfolg gegen den zwei Klassen tiefer spielenden Oberligisten TSG Söflingen folgte zunächst ein 28:28 gegen Regionalliga-Aufsteiger SKV Unterensingen. Am Donnerstag setzte es gegen den bayerischen Regionalligisten VfL Günzburg zwar eine 28:29-Niederlage durch einen Gegentreffer fünf Sekunden vor Schluss, doch das Ergebnis spielte für den Trainer nur eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger waren ihm die Eindrücke aus einer Phase, in der ständig rotiert und ausprobiert wird.
Der erste Argentinier der JetsDavon profitieren auch die jungen Spieler. Lenny Schwenk und Arian Pleißner erhalten unter Wettkampfbedingungen viel Verantwortung und nutzen ihre Chancen, um Eigenwerbung zu betreiben. Sein Debüt im TSB-Trikot feierte zudem Agustín Ortlieb Basualdo. Der 21 Jahre alte Rechtsaußen erzielte gegen Günzburg seine ersten beiden Tore und schrieb damit ein kleines Stück Vereinsgeschichte: Der ehemalige U19- und U21-Nationalspieler ist der erste Argentinier überhaupt im Trikot der Gmünder. Der aus dem Großraum Buenos Aires stammende Flügelspieler besuchte dort eine deutsche Schule und spricht deshalb die Sprache seines Vaters fließend. Nach einem Jahr bei der SG Flensburg-Handewitt II zog es ihn nun näher zu seiner Familie zurück. Seine Großeltern leben im Schwarzwald, selbst wohnt er inzwischen in einer Wohngemeinschaft in Bargau. Sportlich wie menschlich braucht er allerdings noch etwas Zeit, um vollständig anzukommen.
Die Neuzugänge überzeugenÜberhaupt fällt das Zwischenfazit bei den Neuzugängen positiv aus. Neben Basualdo verstärken der drittligaerfahrene Kreisläufer Sören Winger vom TV Bittenfeld II, Linksaußen Nils Eilers vom TSV Weinsberg sowie Torwart Fabian Bauer den Meisterkader. Aus dem Perspektivteam rückt Kreisläufer Kai Kiesel dauerhaft nach oben. Besonders erfreulich ist zudem die Rückkehr von Christian Waibel. Nach seiner schweren Ellenbogenverletzung im vergangenen Dezember greift die 38-jährige Identifikationsfigur wieder voll an. „Das Mannschaftsgefüge ist nahezu perfekt“, sagt Fröhlich. „Die neuen Spieler fügen sich bestens ein. Im Training sind wir sehr anspruchsvoll unterwegs. Tatsächlich ist es so, dass wir uns gegenseitig hart fordern und es einen großen Wettkampf momentan gibt. Das hilft uns auch. Locker ins Training zu kommen, das kann sich keiner leisten.“
Dennoch wartet noch viel Arbeit auf die Jets. „An allem“, antwortet Fröhlich auf die Frage nach den Baustellen. „Das macht es vielleicht auch schwierig für die Spieler, weil wir sowohl körperlich als auch Angriff und Abwehr in verschiedenen Systemen trainieren. Aber jetzt sind wir an einem Punkt, an dem die Rädchen ineinandergreifen.“ Auch der Sportliche Leiter Jürgen Rilli sieht die Mannschaft auf einem guten Weg. „Wir sind nach der ersten Phase schon einen Schritt weiter, weil wir unsere Taktik und unsere Regeln noch präziser spielen. Wenn uns das gelingt, haben wir auch Erfolg.“ Und ergänzt: „Wir müssen nach uns schauen, uns weiterentwickeln – und das haben wir in der Vorbereitung schon getan.“
In Pfullingen, dann drei Mal zu HauseDie Drittliga-Premiere steigt am Samstag, 29. August, um 20 Uhr beim letztjährigen Tabellenvierten VfL Pfullingen. Anschließend folgen drei Heimspiele zur besten Handballzeit am Samstagabend in der Gmünder Großsporthalle gegen die Rhein-Neckar Löwen II (5. September), Mitaufsteiger SG Regensburg (12. September) und die HSG Albstadt (19. September). Dass dort gestandene Drittligisten, Bundesliga-Nachwuchs oder weitere Aufsteiger warten, ändert nichts an der Herangehensweise des Meistertrainers. „Wir sind in der Liga natürlich ein unbeschriebenes Blatt und müssen uns da erstmal beweisen. Aber ich bin guter Dinge, dass wir am ersten Spieltag sehr unangenehm sein können.“
Nach der Urlaubspause Anfang August soll der Kader erstmals komplett sein. Dann beginnt die heiße Phase der Vorbereitung. „Wir werden volle Kanne angreifen“, kündigt Fröhlich an. „Wir müssen noch einmal drei Gänge hochschalten, die Abläufe und Automatismen reinbekommen. Aber das Rohgerüst steht – und das sieht sehr gut aus.“ Für den Trainer ist ohnehin klar, dass die 3. Liga weit mehr sein soll als ein kurzer Ausflug. „Wir arbeiten ja nicht kontinuierlich daran, damit wir einmal den Kopf rausstrecken und der uns dann gleich abgeschnitten wird. Wir sind über zwei Jahre in verdientem Maße aufgestiegen. Deshalb sind wir jetzt in der 3. Liga richtig und werden uns dort etablieren.“
Der TSB-Kader 2026/27Tor: Fabian Bauer (22 Jahre), Devin Immer (23), Daniel Mühleisen (29),
Rückraum: Tom Abt (23), Yannik Leichs (26), Andreas Maier (25), Arian Pleißner (22), Kai Schäffner (24), Stefan Scholz (25), Lenny Schwenk (19)
Außen: Wolfgang Bächle (31), Agustin Ortlieb Basualdo (21), Niklas Burtsche (24), Nils Eilers (26)
Kreis: Kai Kiesel (23), Christian Waibel (38), Jonas Waldenmaier (29), Sören Winger (23)
Vorläufiger Spielplan des TSB Gmünd in der 3. Liga SüdSamstag, 29.08.2026: VfL Pfullingen – TSB Jets
Samstag, 05.09.2026: TSB Jets – Rhein-Neckar Löwen II
Samstag, 12.09.2026: TSB Jets – SG Regensburg
Samstag, 19.09.2026: TSB Jets – HSG Albstadt
Samstag, 26.09.2026: HSG Konstanz – TSB Jets
Samstag, 03.10.2026: TSB Jets – TV Erlangen-Bruck
Samstag, 10.10.2026: HC Oppenweiler/Backnang – TSB Jets
Samstag, 17.10.2026: TSB Jets – SG Pforzheim/Eutingen
Sonntag, 25.10.2026: Wölfe Würzburg – TSB Jets
31./10./01.11.2026: TSB Jets – SV Salamander Kornwestheim
14./15.11.2026: HBW Balingen-Weilstetten II – TSB Jets
21./22.11.2026: TSB Jets – TSB Heilbronn-Horkheim
25.11.2026: TSV Neuhausen/Filder – TSB Jets
28./29.11.2026: TSB Jets – HC Erlangen II
05./06.12.2026: TV Bittenfeld II – TSB Jets
12./13.12.2026: TSB Jets – VfL Pfullingen
19./20.12.2026: Rhein-Neckar Löwen II – TSB Jets
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