Ein dumpfes Geräusch ist zu hören, wenn der weiße Ball gegen die hohe grüne Stirnwand kracht und zurück auf den Boden springt. Dort versucht ein Spieler, das Spielgerät mit der bloßen Hand wieder in Richtung Wand zu donnern. Mehrmals wiederholt sich diese Szene, während Zuschauer im hinteren Bereich der Anlage den verbissenen Kampf von zwei Teams à zwei Akteuren verfolgen, die sich den Ball um die Ohren hauen.
Ein dumpfes Geräusch ist zu hören, wenn der weiße Ball gegen die hohe grüne Stirnwand kracht und zurück auf den Boden springt. Dort versucht ein Spieler, das Spielgerät mit der bloßen Hand wieder in Richtung Wand zu donnern. Mehrmals wiederholt sich diese Szene, während Zuschauer im hinteren Bereich der Anlage den verbissenen Kampf von zwei Teams à zwei Akteuren verfolgen, die sich den Ball um die Ohren hauen.
Schauplatz des Geschehens ist ein nach oben offenes Areal am Rande von Sineu. Ein Ambiente, das ein wenig an ein Amphitheater erinnert, das aber eine Arena für einen speziellen Sport ist. Und die Heimat von Frontón Sineu, wie der Verein heißt, der sich dem baskischen Ballspiel Pelota (pelota vasca) verschrieben hat. Genauer gesagt handelt es sich um Handpelota, auf Spanisch pelota a mano genannt.
Bei dieser ursprünglichen Variante des nordspanischen Nationalsports wird ein im Umfang etwa 19,5 Zentimeter großer und rund 93 Gramm schwerer und harter Lederball mit einer Geschwindigkeit von über 100 Stundenkilometern mit voller Wucht gegen die rund zehn Meter hohe Prellwand geschlagen. Ein archaisch wirkender Sport, bei dem der Körper gefordert ist, vor allem die Hände, die die Spieler mit Klebeband und Polstern schützen.

Mit der bloßen Hand donnern die Spieler den harten Ball gegen die Prellwand. / DM
Wer das Spektakel einmal aus nächster Nähe beobachten will, hat dazu am kommenden Montag und Dienstag (10. und 1 1.8.) Gelegenheit. An den beiden Tagen laufen im Frontón de Sineu, der Pelota-Arena des Orts, Begegnungen mit mallorquinischen und baskischen Pelota-Spielern. Ziel der Veranstaltung ist es, den Aufschwung sichtbar zu machen, den das baskische Ballspiel in den vergangenen Jahren auf der Insel genommen hat. Deren Hotspot ist Sineu, seit vor vier Jahren in dem Dorf in der Inselmitte eine historische Spielstätte, der Frontón de Sineu, wiederöffnet wurde. Dieser hatte übrigens dem deutschen Künstler Herbert Hundrich viele Jahre als Wohnhaus und Atelier gedient.
Mit Frontón wird die Prellwand, manchmal auch das gesamte Spielfeld bezeichnet. Die Anlage in Sineu gehört damit zu den wenigen noch aktiven Spielstätten auf Mallorcas. Deren Erhalt wurde auch von der Denkmalschutzorganisation ARCA gewürdigt.
Rasante EntwicklungÜber Jahrzehnte hinweg gab es auf Mallorca kaum organisierte Pelota-Aktivitäten, nachdem sich der Sport zuvor großer Beliebtheit erfreut hatte. Das hat sich seit der Wiedereröffnung des Frontón de Sineu geändert. Dort ist aus einer kleinen Gruppe von Interessierten eine Gemeinschaft mit 24 Spielern und einer festen Struktur entstanden.
Ein Club wurde gegründet, es gibt regelmäßiges Training und eine eigene Meisterschaft. Inzwischen existieren auf Mallorca zwei Vereine: der Club Euskal Etxea de Mallorca des baskischen Kulturvereins und der Club in Sineu. Hinzu kommen eine Jahresliga mit drei Kategorien und ein eigener Wettkampfkalender. In der Zukunft will man weitere Spielstätten auf Mallorca wieder für den Sport nutzbar machen, Schulen für Kinder aufbauen und mehr Frauen für Pelota gewinnen. Zudem sollen weitere Clubs entstehen.
„Vor vier Jahren haben wir ein Frontón zurückgewonnen. Heute haben wir eine Gemeinschaft zurückgewonnen“, sagt Juan Fernández, Eigentümer des Frontón de Sineu. Diese Entwicklung steht im Mittelpunkt der neuen Ausgabe des „Quelet i Boiret“, wie das Turnier nach dem bekanntesten Pelota-Duo aus Sineu benannt ist.
Das Programm beginnt am Montag, 10. August, mit einem Freundschaftsspiel. Das Siegerduo des inselinternen Wettbewerbs namens „Aupa Idò“ tritt gegen die Basken Iker Urmeneta und Imanol Odriozola an. Die Begegnung soll nicht nur das Turnier eröffnen. Sie steht auch für die Verbindung, die das Frontón de Sineu in den vergangenen vier Jahren zur Pelota-Gemeinschaft im Baskenland aufgebaut hat. Beginn: 16 Uhr.
Essen, Getränke, MusikAm Dienstag, 1 1. August, folgt der Höhepunkt des Turniers. Dabei spielt ein mallorquinisches Duo in einem Schaukampf gegen ein baskisches Paar. Bei der Veranstaltung werden zudem Mikel Goñi, Mikel Aranguren, Iker Urmeneta und Imanol Odriozola geehrt. Sie haben entscheidend dazu beigetragen, die sportlichen Beziehungen zwischen dem Baskenland und Mallorca zu stärken. Beginn: 19.30 Uhr, Einlass ab 18 Uhr.
Nach den Spielen bleibt die Anlage geöffnet. Essen, Getränke und Musik sollen den Abend verlängern. Die Organisatoren setzen auf baskische Traditionen. Angeboten werden unter anderem sidra (Apfelwein), Gildas – kleine Spieße mit Oliven, eingelegten Chilischoten und Sardellen (pintxos) – sowie weitere typische Produkte.
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