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Trainer weg, Stars verkauft, neun Neue: Real Mallorca startet ins große Abenteuer Wiederaufstieg

Дата публикации: 14-08-2026 05:48:05

Real Mallorca gleicht derzeit einem Überraschungsei. Das heißt, es existiert zwar eine äußere Hülle, wie aber der Inhalt in Zukunft genau aussieht, kann im Moment keiner richtig sagen. Zu sehr ähnelt der Verein einer Großbaustelle mit immer neuen Entwicklungen. Das Ganze ist eine Folge des Abstiegs in die zweite spanische Liga, die eine Zäsur für Verein und ganz Fußball-Mallorca war. Danach blieb bei den Bermellones, den Zinnoberroten, so der Beiname des Clubs, fast kein Stein auf dem anderen.

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Real Mallorca gleicht derzeit einem Überraschungsei. Das heißt, es existiert zwar eine äußere Hülle, wie aber der Inhalt in Zukunft genau aussieht, kann im Moment keiner richtig sagen. Zu sehr ähnelt der Verein einer Großbaustelle mit immer neuen Entwicklungen. Das Ganze ist eine Folge des Abstiegs in die zweite spanische Liga, die eine Zäsur für Verein und ganz Fußball-Mallorca war. Danach blieb bei den Bermellones, den Zinnoberroten, so der Beiname des Clubs, fast kein Stein auf dem anderen.

Ein Ausverkauf bekannter Köpfe und Leistungsträger setzte ein. Im Prinzip gang und gäbe im modernen Fußball-Business, bei RDC Mallorca nahm es jedoch die Dimension eines Aderlasses an. Der betraf allen voran Trainer Martin Demichelis, der zu RB Leipzig wechselte. Und das nachdem man sich kurz zuvor auf eine Vertragsverlängerung geeinigt hatte. Ein unerwartetes Ende nach gerade mal drei Monaten auf der Insel für den Argentinier. Das spülte zwar 2,5 Millionen Euro in die Kassen, stürzte den Club aber auch in eine zusätzliche sportliche Krise.

„El Pirata“ geht von Bord

Ein weiterer prominenter Abgang war „El Pirata“, wie Vedat Muriqi von den Fans genannt wurde. Der kosovarische Torjäger und Publikumsliebling hatte mit seinen Treffern lange die Hoffnung auf den Klassenerhalt genährt. Man denke etwa an sein Siegtor gegen Real Madrid im April. Nach 155 Pflichtspielen war die Zeit auf der Insel für den mit 57 Toren in der Primera División erfolgreichsten Torschützen in der Vereinsgeschichte abgelaufen. Der 1,94-Meter-Hüne ging für rund zwölf Millionen Euro zum türkischen Club Fenerbahçe Istanbul.

Ein Hochkaräter, der ebenfalls von dannen zog, war Leo Román. Der Torhüter wechselte für rund neun Millionen Euro zu Erstliga-Aufsteiger Deportivo La Coruña. Auch das ein herber Verlust, zumal der 26-Jährige ein wichtiger Rückhalt war. Den beiden folgt Samu Costa. Der 26-jährige Portugiese gehörte mit Muriqi zu den prägenden Spielern der zurückliegenden Spielzeit. Nach drei Jahren und 108 Pflichtspielen für Mallorca wechselt der Nationalspieler, der auch an der jüngsten WM teilnahm, zum saudischen Club Al-Nassr. Im Wüstenstaat trifft er auf Landsmann Cristiano Ronaldo.

Großes Torwarttalent

Sportlich schmerzhaft allemal, aber finanziell lukrativ: Der Mittelfeldmann bringt eine Ablösesumme von rund 22 Millionen Euro, einer der lukrativsten Transfers in der Geschichte von RCD. Eine ähnliche Summe hatte der Club 2023 beim Verkauf von Kang-in Lee an Paris Saint-Germain erzielt. Die Franzosen traten aufgrund einer Vereinbarung zum Wechsel vorige Woche zum Testspiel in Son Moix an.

Das bestritt Mallorca mit zahlreichen neuen Gesichtern im Team und auf der Trainerbank. Übungsleiter ist nunmehr Luis García. Der Asturianer kam vom kanarischen Zweitligisten UD Las Palmas und steht vor der Aufgabe, ein neu zusammengewürfeltes Team auf die Erfolgsspur zu bringen und das Kunststück sofortige Rückkehr ins Oberhaus zu schaffen. Dafür bringt der 45-Jährige keine schlechten Referenzen mit: sechsfacher spanischer Nationalspieler, Profi unter anderem bei Real Madrid und KAS Eupen in Belgien, Trainer bei Español Barcelona und der Nationalmannschaft von Katar. Auch Mallorca ist für ihn keine Terra incognita. Dort spielte García von 2004 bis 2005 und erzielte elf Tore.

Neben Trainer Luis Garcia (vorne) gibt es auch im Team viele neue Gesichter. Das muss nach einer erfolgreichen Vorbereitung am Samstag zum ersten Mal in der zweiten Liga antreten.

Neben Trainer Luis Garcia (vorne) gibt es auch im Team viele neue Gesichter. Das muss nach einer erfolgreichen Vorbereitung am Samstag zum ersten Mal in der zweiten Liga antreten. / Klaus Späne

Ihm steht ein Team mit zahlreichen neuen Spielern zur Verfügung. Aus Hamburg kam Aboubaka Soumahoro. Der 21-jährige Franzose, eine Leihgabe bis Ende der Saison, soll die Defensive verstärken. Groß geworden ist er in der Jugendakademie von PSG, auch für französische Nachwuchsauswahlen lief er auf. Neuer Torhüter ist Arnau Tenas. Der 25-jährige Katalane kommt leihweise von Villareal. Tenas durchlief die Nachwuchsabteilung des FC Barcelona, galt als eines der größten Torwarttalente Spaniens, konnte sich aber auf seinen bisherigen Stationen nicht durchsetzen.

Immer wieder neue Namen

Kurz die weiteren Zugänge: Antoniu Roca, Álex Sala, Adrian Fuentes, Arnau Puigmal und Zito Luvumbo. Flügelspieler Roca, von Espanyol Barcelona ausgeliehen, kennt Luis García aus seiner Zeit in Barcelona. Dort debütierte der heute 23-Jährige in der Segunda División. Mittelfeldspieler Sala (25) kehrt nach einem Abstecher beim italienischen Club Lecce nach Spanien zurück. Der 30-jährige Stürmer Fuentes kommt von Zweitligist Córdoba. Dort schoss der gebürtige Madrilene in der zurückliegenden Spielzeit 14 Tore. Der 25-jährige Katalane Puigmal hat Erfahrungen in der ersten und zweiten Liga gesammelt. Zuletzt spielte der Angreifer bei Zweitligist UD Almería. Last but not least wäre da noch Luvumbo. Der 24-jährige angolanische Angreifer kommt auf Leihbasis vom italienischen Erstligisten Cagliari. Für Angola bestritt er mehr als 20 Länderspiele.

Gut möglich, dass weitere Spieler hinzustoßen oder verkauft werden. Fast kein Tag vergeht, an dem nicht irgendwelche Namen kursieren. Auch während des kürzlichen Trainingslagers in Marbella. Dort wurde das Interesse an einer Verpflichtung von Josep Cerdà vom Zweitliga-Konkurrenten Andorra bekannt. Nachdem die Vorstellungen beider Vereine zunächst weit auseinander lagen und sich die Verhandlungen mehrere Wochen hinzogen, hat man sich zwischenzeitlich geeinigt. Der 23-jährige Angreifer aus Pollença wurde dieser Tage als achter Neuzugang vorgestellt. Cerdà unterschreibt einen Vertrag bis 2030.

Damit nicht genug. Wie erst gestern berichtet wurde, folgt ihm wohl Flügelspieler Adrián Liso von Real Zaragoza. Der 21-jährige Stürmer soll zunächst auf Leihbasis nach Mallorca kommen. Anschließend greift eine verpflichtende Kaufklausel über rund drei Millionen Euro. Nach wochenlangen Verhandlungen haben die beiden Vereine den Transfer abgeschlossen, wie die Zeitung El Periódico de Aragón berichtet und Diario de Mallorca bestätigen konnte. Liso sollte am Mittwoch auf Mallorca den Medizincheck absolvieren. Er wäre der neunte Neuzugang des RCD Mallorca.

Ein später Abgang ist hingegen Jan Virgili. Der 20-jährige Angreifer geht zum FC Brügge, wurde vergangene Woche mitgeteilt. Der belgische Club bezahlt dafür die Ausstiegsklausel des Spielers in Höhe von zwölf Millionen Euro. Auf der anderen Seite kostet es den Verein eines seiner vielverspechendsten Talente.

Neuer Mitgliederrekord für zweite Liga

Dennoch gibt sich Trainer García vorsichtig optimistisch. Nur als geschlossenes Team könne Mallorca dem angestrebten Wiederaufstieg näher kommen. Beim Saisonauftakt werde die Truppe noch nicht bei 100 Prozent sein. Eine Mannschaft müsse sich während der gesamten Saison technisch, taktisch, körperlich entwickeln. Generell warnt García vor überhöhten Erwartungen. Sämtliche Zweitligisten seien gefährliche Konkurrenten, nicht nur die Mitabsteiger Girona und Real Oviedo. Die vergangenen sechs Absteiger hätten allesamt den direkten Wiederaufstieg verpasst. Aus seinen Stationen habe er gelernt, ruhig zu bleiben und sich auf die tägliche Arbeit zu konzentrieren.

Unterstützung erwartet García von den Fans. Mallorca hat nach Angaben des Clubs bereits mehr als 20.000 Mitglieder und damit einen neuen Zweitliga-Rekord erreicht. Die Mannschaft werde die Anhänger in einer langen und schwierigen Saison benötigen. Immerhin: Die ersten Standortbestimmungen fielen positiv aus, darunter ein 3:0 gegen Topclub Paris Saint-Germain. Am Samstag (15.8.) gegen Valladolid muss sich endgültig zeigen, was in dem Überraschungsei steckt.

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