Baringa-Chef David Hatcher beginnt um 6 Uhr und verbringt 80 Prozent seines Tages in Meetings. BUSINESS INSIDER erklärt er, wie er produktiv bleibt.
Christopher L Proctor for BI
David Hatcher arbeitet seit Ende der 1990er-Jahre als Berater und wurde 2026 zum Managing Partner von Baringa gewählt.
Rund 80 Prozent seines Arbeitstages verbringt er in Meetings. Spaziergänge helfen ihm, Bewegung und klare Gedanken in den Tag einzubauen.
Auf dem Heimweg zieht er bewusst eine Grenze zwischen Arbeit und Privatleben und versucht, um 22.30 Uhr im Bett zu liegen.
Dieser Essay basiert auf einem Gespräch mit David Hatcher, dem Managing Partner von Baringa. Der Text wurde aus Gründen der Länge und Verständlichkeit redaktionell bearbeitet.
Ich arbeite seit Ende der 1990er-Jahre als Berater. Den größten Teil meiner Karriere habe ich mich auf den Energiesektor konzentriert. Inzwischen ist jedoch auch Künstliche Intelligenz zu einem wichtigen Gesprächsthema geworden.
Nach Stationen bei EY und Accenture wechselte ich 2012 zu Baringa. Ich wollte für eine deutlich kleinere Beratung mit einem etwas unternehmerischeren Charakter arbeiten. Im Jahr 2026 wurde ich zum Managing Partner gewählt.
Die Position entspricht praktisch der eines CEO. Baringa befindet sich vollständig im Besitz seiner Partner. Als leitender Partner lege ich gemeinsam mit den übrigen Partnern die Richtung des Unternehmens fest und setze seine Strategie um.
Angesichts der Anforderungen dieser Rolle suche ich nach Möglichkeiten, Bewegung und Zeit im Freien in meinen Alltag einzubauen.
Am glücklichsten bin ich draußen an der frischen Luft. Dieser Wunsch prägt viele Routinen, die mir dabei helfen, meinen Arbeitstag zu bewältigen – von Runden um den Häuserblock bis zu meinem Ritual am Sonntagabend: einem Planungsspaziergang.
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Mein Arbeitstag beginnt normalerweise gegen 6 Uhr, bevor der Rest Londons wach ist. Manchmal wache ich kurz vor meinem Wecker auf, weil ich so sehr daran gewöhnt bin, um diese Zeit aufzustehen.
An einigen Morgen pro Woche kommt ein Personal Trainer zu mir nach Hause. Dadurch fühle ich mich auch an den Tagen zum Training verpflichtet, an denen ich es sonst vielleicht ausfallen lassen würde.
6.50 Uhr – Im Zug lese ich die NachrichtenAn Tagen, an denen ich nicht trainiere, nehme ich gegen 6.50 Uhr den Zug ins Zentrum von London. Wenn ich Sport mache, fahre ich normalerweise erst gegen 8.30 Uhr.
Während der Fahrt informiere ich mich über die aktuellen Nachrichten. Ich lese die „Financial Times“ und scrolle durch einen personalisierten Feed mit den Themen, die für meine Arbeit besonders relevant sind.
Einmal pro Woche telefoniere ich mit unserem Team in Australien. Aufgrund der Zeitverschiebung gibt es nur ein kleines Zeitfenster, in dem ich die Kollegen erreichen kann.
Auf dem Weg vom Bahnhof zum Büro hole ich mir einen Cappuccino. Ich bin ein Gewohnheitsmensch und kaufe ihn deshalb normalerweise bei Pret a Manger. Für echte Kaffeeliebhaber mag das ein Sakrileg sein, aber ohne Cappuccino kann ich nicht in den Tag starten.
An einem besonders guten Tag trinke ich vielleicht noch einen zweiten Kaffee – allerdings nie nach zwölf Uhr.
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Etwa 80 Prozent meines Arbeitstags verbringe ich in Meetings. Manche dauern 30 Minuten, andere nehmen einen halben Tag in Anspruch – etwa unsere vierteljährlichen Strategiesitzungen.
In den Gesprächen geht es um die Unternehmensstrategie, die Marke, Risiken, wichtige Kunden, die Firmenkultur, die Mitarbeiterentwicklung, operative Abläufe, die Entwicklung in den einzelnen Ländern sowie Fusionen und Übernahmen.
Ich versuche außerdem, jeden Tag mindestens einen direkten Kontakt mit einem Kunden zu haben. Das kann ein Treffen mit einem potenziellen Neukunden oder ein Gespräch mit einem bestehenden Kunden sein.
Ich schätze es, in meiner Rolle für die Mitarbeiter sichtbar zu sein und ihnen bei meinen Wegen durch das Büro spontan zu begegnen. Ich habe das Gefühl, vor Ort sein zu müssen. Diese ungeplanten Gespräche würde ich nicht erleben, wenn ich zu Hause hinter einem Bildschirm säße. Deshalb komme ich gerne ins Büro.
Ich arbeite normalerweise nur etwa einen Tag innerhalb von zwei Wochen im Homeoffice. Mittlerweile haben wir Büros in 16 Städten auf vier Kontinenten. Etwa alle sechs Wochen reise ich zu einem dieser Standorte.
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Eine offizielle Mittagspause mache ich normalerweise nicht. Meine Assistenz bringt mir häufig etwas Einfaches wie einen Salat oder Sushi, das ich während der Arbeit esse.
Christopher L Proctor for BI
Ich liebe Meetings bei einem Spaziergang, weil ich dadurch dem Trubel entkomme. Der St. James’s Park liegt direkt um die Ecke von unserem Büro. Wenn es in London nicht regnet, schlage ich häufig vor, dort spazierenzugehen und uns dabei zu unterhalten.
So baue ich mehr Bewegung in meinen Arbeitstag ein – und es ist wahrscheinlich mein bester Produktivitätstrick.
Wenn ich von der Runde zurückkomme, weiß ich garantiert, welche drei Dinge ich am Nachmittag priorisieren sollte.
Ob E-Mails, Teams, LinkedIn, Whatsapp oder Telefonate: Ständig wird die eigene Zeit beansprucht. Schnell ist ein ganzer Tag vergangen, an dem man lediglich auf Nachrichten reagiert hat.
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Wir arbeiten viel im Energiemarkt. Deshalb beschäftigen uns die Energiewende, die Dekarbonisierung und die Auswirkungen des Klimawandels bereits seit vielen Jahren.
Ein weiteres großes Thema ist die internationale Expansion unseres Unternehmens. Wir wachsen schnell in den USA, Asien, Europa und Australien. Das bedeutet, neue Kunden zu treffen, Beziehungen aufzubauen und in Märkten, in denen Baringa noch nicht allgemein bekannt ist, zu erklären, wer wir sind.
Eine wichtige Priorität besteht darin, in diesen Regionen Spitzenkräfte zu gewinnen, damit wir weiterhin schnell wachsen können.
Am meisten bringt es mich aus dem Konzept, wenn Menschen ihre eigenen Interessen über die ihres Teams, ihrer Kollegen, des Unternehmens oder der Kunden stellen. Ich schätze ein solches Verhalten nicht. Mein Grundsatz ist einfach: Kümmert euch um die Menschen in eurem Umfeld, dann werden euch gute Dinge widerfahren.
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Auf der Zugfahrt nach Hause versuche ich, nicht zu arbeiten. Stattdessen schaue ich auf YouTube Videos, die ich als „hirnneutral“ bezeichne. Damit ziehe ich eine Grenze zwischen Arbeit und Privatleben.
Besonders interessieren mich inzwischen Videos mit dem Physiker Brian Cox, der Themen wie die Relativitätstheorie verständlich erklärt.
In der Regel nehme ich an etwa zwei Geschäftsessen pro Woche teil – mit Kunden, potenziellen neuen Mitarbeitern oder leitenden Kollegen.
Wenn kein Geschäftsessen ansteht, verlasse ich das Büro normalerweise zwischen 18.30 und 19 Uhr. Entweder essen wir zu Hause gemeinsam, oder meine Familie hat bereits gegessen. Dann unterhalte ich mich mit meiner Frau oder sie setzt sich zu mir, während ich esse.
22.30 Uhr – Ich möchte im Bett liegenIch versuche, gegen 22.30 Uhr schlafen zu gehen.
Wie wichtig Schlaf ist, habe ich gelernt, nachdem ich früher selbst Schlafprobleme hatte. Sie beeinträchtigten meine Leistungsfähigkeit und meine Produktivität bei der Arbeit.
Zuerst muss man auf sich selbst achten, damit man anschließend bestmöglich für andere da sein kann.
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