Die Schmelztalstraße in Bad Honnef ist für Radfahrer gefährlich. Bei einem Ortstermin diskutierten Stadt, ADFC und Förster nun über den Ausbau des Mucherwiesenweges als Alternativroute. Ab dem Sommer 2027 könnte dieser besonders wichtig werden.
Bad Honnef · Die Schmelztalstraße in Bad Honnef ist für Radfahrer gefährlich. Bei einem Ortstermin diskutierten Stadt, ADFC und Förster nun über den Ausbau des Mucherwiesenweges als Alternativroute. Ab dem Sommer 2027 könnte dieser besonders wichtig werden.
Im Schmelztal kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen für Radfahrer. Nicht immer ist die Strecke so frei wie bei der Aktion „Autofreies Schmelztal“.
Foto: Frank HomannMit dem Fahrrad vom Bad Honnefer Bergbereich ins Tal oder andersherum zu fahren, ist kein Vergnügen. Immer wieder kommt es auf der kurvigen und stark befahrenen Schmelztalstraße zu brenzligen Überholmanövern und gefährlichen Situationen zwischen Auto- und Radfahrern. Ein Radweg? Fehlanzeige. Um den wird seit Jahren gerungen. Aktuell im Fokus steht daher die Alternativroute durch das Mucherwiesental.
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), Ortsgruppe Siebengebirge, hat schon mehrfach auf eine Ertüchtigung des dortigen Wirtschaftsweges, der an vielen Stellen beschädigt ist, gedrängt. Nun gab es einen Ortstermin, an dem neben dem ADFC auch Bürgermeister Philipp Herzog, der Landtagsabgeordnete Jonathan Grunwald, der zuständige Förster sowie Vertreter von Bauamt, BUND und Unterer Naturschutzbehörde teilgenommen haben.
Ertüchtigung der Oberfläche steht im Raum
Um es vorwegzunehmen: Es geht nicht um einen Radwegebau im klassischen Sinne. Im Mittelpunkt stand bei der Ortsbesichtigung vielmehr die Frage, ob und wie eine Verbesserung des bestehenden Weges im Rahmen eines Waldwirtschaftswegekonzeptes möglich ist – unter Berücksichtigung der Belange von Forstwirtschaft und Naturschutz. Für den ADFC ist die Verbindung von besonderer Bedeutung, da sie bereits als Radweg ausgewiesen ist. Allerdings fordert der Interessenverband, den Ausbau konsequent über den Abschnitt am Forsthaus Servatius hinaus bis zum Kreisverkehr in Himberg fortzuführen.
Diskutiert wurde insbesondere die Frage, inwiefern die Oberfläche des Weges, der zumindest im mittleren Teil überwiegend aus Schotter besteht, ertüchtigt werden kann, ohne dass von einer Aufwertung in eine höhere Wegeklasse gesprochen werden muss. Dann nämlich wären laut ADFC zusätzliche naturschutzrechtliche Prüfungen erforderlich. Vor diesem Hintergrund ist der vorhandene beziehungsweise frühere Untergrund ein zentraler Punkt. „Nach der bisherigen Einschätzung wäre eine Ertüchtigung insbesondere dort leichter zu begründen, wo der Weg bereits früher asphaltiert war oder ein entsprechender befestigter Aufbau nachweisbar ist“, berichtet Lars Düerkop vom Sprecherteam der ADFC-Ortsgruppe Siebengebirge.
Im unteren Bereich des Mucherwiesenweges steht laut ADFC eine Ertüchtigung mit einer rund acht Zentimeter starken Asphaltschicht im Raum. Diese solle allerdings nicht primär dem Radverkehr dienen, sondern dem forstwirtschaftlichen Verkehr und überdies den Rettungsdiensten eine verlässliche Auf- und Abfahrt ermöglichen. „Das wird besonders relevant, wenn das Schmelztal im Zuge geplanter Brückensanierungen voraussichtlich ab Sommer 2027 für längere Zeit gar nicht nutzbar sein wird“, so Düerkop.
Geschützter Feuersalamander nachgewiesen
Schwierig wird es, da es sich bei dem Gebiet um einen sensiblen Naturraum handelt. Unter anderem sind hier streng geschützte Feuersalamander nachgewiesen worden. „Entscheidend ist die Frage, wie Bauarbeiten, Wegeentwässerung, Baustellenverkehr, Barrierewirkungen und spätere Nutzung so gestaltet werden können, dass Lebensräume und Wanderbewegungen der Tiere, deren Habitat sowie Fauna und Flora möglichst wenig beeinträchtigt werden“, betont Düerkop. Zugleich drängt die Zeit. Sollte sich die Umsetzung verzögern, könnten Brutzeiten und artenschutzrechtliche Vorgaben ab dem 1. März 2027 bis in den Sommer hinein Einfluss auf den Bauablauf haben.
Dennoch sieht der ADFC in dem Verfahren eine große Chance. „Wenn ein bestehender Waldwirtschaftsweg fachgerecht ertüchtigt wird, kann dies mehrere Ziele verbinden: bessere Erreichbarkeit für Forst und Rettungsdienst, eine verlässlichere Verbindung für den Radverkehr, weniger Konflikte durch klarere Wegeführung und eine rechtssichere Lösung im sensiblen Naturraum.“
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