Quälend langweilig und höllisch sinnlos! So erlebt die Protagonistin in Fien Veldmans Debütroman "Xerox" ihren Büroalltag in einem Startup. Immer lauter werden ihre Gedanken, immer stärker ihre Zweifel. Wo ist ihr Platz, wo gehört sie hin? **********Weitere BeiträgeLiteratur: "Das Schwarz an den Händen meines Vaters" von Lena SchätteLiteratur: "Das gute Benehmen" von Molly KeaneLiteratur: "Pina fällt aus" von Vera Zischke**********Den Artikel zum Stück findet ihr hier.**********Ihr könnt uns auch auf diesen Kanälen folgen:
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Quälend langweilig und höllisch sinnlos! So erlebt die Protagonistin in Fien Veldmans Debütroman "Xerox" ihren Büroalltag in einem Startup. Immer lauter werden ihre Gedanken, immer stärker ihre Zweifel. Wo ist ihr Platz, wo gehört sie hin?
So fühlt es sich ungefähr an: Die Erde und alles, was sich darauf befindet, ist von einer hartnäckigen Schleimschicht bedeckt. Sie saugt alles und jeden unter sich fest. Und je schwerer sie wiegt, desto stärker werden die Zweifel.
Ist das, was wir durch sie hindurch zu erkennen glauben, wirklich das, was es ist? Wenn wir um Hilfe rufen, hören uns dann andere Menschen? Apropos andere Menschen: Verhalten wir uns eigentlich angemessen ihnen gegenüber? Wer entscheidet überhaupt, was angemessen ist?
Während die anderen im Vorspulmodus an ihr vorbeihetzen und ihren Geschäften nachgehen, hängt sie hier fest. Im zähen Schleim. Und in ihren Gedanken. Sie würde ja gern in ihr Büro gehen, aber sie darf nicht – denn sie ist freigestellt.
Offiziell wegen Burnout. Inoffiziell, weil sie Selbstgespräche führt. Dabei hat sie gar nicht mit sich selbst gesprochen. Sondern mit dem, der für alles offen war, dem sie alles erzählen konnte und den sie jetzt wirklich sehr vermisst: Xerox, der Drucker in ihrem Büro.
"Xerox", so heißt auch das Romandebüt der niederländischen Journalistin Fien Veldman, das Deutschlandfunk-Nova-Rezensentin Lydia Herms als "genial" lobt. Es erzählt von einer jungen Frau ohne Namen, die in einer Stadt ohne Namen bei einem Startup ohne Namen arbeitet. Eigentlich eine Erfolgsgeschichte – denn dort, wo sie, das Arbeiterkind, herkommt, da studieren die Menschen nicht.
"Sie hat es da rausgeschafft. Aber was hat ihr das gebracht?"
Lydia Herms über die Protagonistin in Fien Veldmans Roman "Xerox"
Und jetzt ist sie hier. In diesem Büro, in dem alle immer wahnsinnig busy sind. Außer der Namenlosen. Die ist kurz davor, durchzudrehen angesichts der Stumpfheit ihres Chefs und ihrer Kolleg*innen. Und angesichts der Unsinnigkeit ihrer Arbeit.
Ihr einziger Lichtblick jeden Morgen ist das Einschalten des Druckers.
Wo ist ihr Platz, wo gehört sie hin?
© Hanser Verlag
Die Autorin: Fien Veldman wurde 1990 in Leeuwarden in Friesland geboren. Sie studierte Literaturwissenschaft und arbeitete als Journalistin und Theaterkritikerin. Für ihre Essays wurde sie mehrfach ausgezeichnet. "Xerox" ist ihr erster Roman.
Das Buch: "Xerox" von Fien Veldman | aus dem Niederländischen von Christina Brunnenkamp | Hanser Verlag | 224 Seiten | gebundene Ausgabe: 23 Euro, eBook: 16,99 Euro | Hörbuch, gelesen von Maria Wördemann, 6:10 Std. | Erscheinungstag: 19.02.2024
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