Im Mai 2025 sind Pilot Jens Jasper und Notfallsanitäter Dirk Hornig mit dem Heli unterwegs zu einem Unfall in Dornstadt - zwei Kinder sind schwer verletzt. Wie sie solche Einsätze erleben, haben sie im SWR erzählt.
Er wird gerufen, wenn jede Minute zählt - der am Bundeswehrkrankenhaus Ulm stationierte Rettungshubschrauber "Christoph 22". Wie im Mai vergangenes Jahres, als bei einem Unfall in Dornstadt (Alb-Donau-Kreis) zwei Schulkinder von einem Auto auf dem Gehweg erfasst und schwer verletzt werden. Damals sind auch Pilot Jens Jasper und Notfallsanitäter Dirk Hornig mit an Bord.
"Gewisse Bilder bleiben einem im Kopf"Ein Einsatz, den beide Heli-Retter nicht vergessen werden. Ein neunjähriges Mädchen hat es besonders schwer erwischt. Es wurde vom Auto an einen Zaun gedrückt und hat schwere Beinverletzungen, als die Heli-Retter am Unfallort eintreffen.
Als Rettungspilot Jens Jasper diese Szene noch einmal im Einspieler der neuen SWR Doku "Heli-Retter - Ulmer Notärzte im Einsatz" sieht, merkt man, wie nahe dem Familienvater solche Einsätze gehen: "Durch die Vormeldung hat man ja schon ein gewisses Bild, was einen erwartet. Es ist letztendlich klar gewesen, es ist etwas schweres und es kann auch lebensbedrohlich sein - das war dann tatsächlich der Fall." Das seien Bilder, "die einem im Kopf bleiben", erzählt auch Notfallsanitäter Dirk Hornig.

Zudem habe es beim Unfall in Dornstadt (Alb-Donau-Kreis) im Innenstadtbereich so gut wie keine Landemöglichkeiten gegeben, so Pilot Jens Jasper. Doch zusammen mit seinem Kollegen Dirk Hornig, der als Notfallsanitäter auch gleichzeitig Co-Pilot sei, habe man schließlich bei einer Schule eine Möglichkeit zur Landung gefunden. Danach sei alles Hand in Hand gegangen, erzählen die Männer. Mit dem Heli-Notarzt, dem Notarzt vor Ort und dem Ersthelfer-Team, habe man alles veranlasst, um die Kinder zu retten, die in Krankenhäuser gebracht wurden.

Stationiert ist "Christoph 22" beim Bundeswehrkrankenhaus Ulm. "Sobald der Gong ertönt", so Notfallsanitäter Dirk Hornig, sei dies das Signal, dass es losgehe. Innerhalb von nur zwei Minuten sei der Ulmer Rettungs-Heli "Christoph 22" startklar für den Einsatz in der Luft, bei dem sich jeder auf den anderen verlassen könne. Das wird auch in den Filmen der neuen Staffel deutlich. Vor allem, weil jeder Einsatz auch ein Wettlauf mit der Zeit sei, so die Retter der Ulmer Crew von "Christoph 22", der mit über 250 Kilometer pro Stunde unterwegs sei.
SWR Doku-Reihe - die Kamera muss mitDamit die Öffentlichkeit solche schwierigen Einsätze in den Filmen miterleben kann, war ein Kameramann mit an Bord. Und es gab Go-Pro-Kameras, die die Retter am Körper trugen: "Ja, am Anfang war es schwierig, sich an das Ganze zu gewöhnen, an die Kameras. Man denkt, man macht was falsch, aber irgendwann geht das so in Fleisch und Blut über und man merkt es dann gar nicht mehr", so Dirk Hornig.

Der 51-Jährige übt seine Tätigkeit als Notfallsanitäter im Rahmen seines Berufes als Stabsfeldwebel der Bundeswehr aus, saß daher mit Uniform im Studio. Jens Jasper, 42, war einst Hubschrauberpilot der Luftwaffe und wechselte dann zur ADAC-Luftrettung, die bei den Einsätzen den Rettungshubschrauber und die Piloten stellt. Beide Männer haben in der besonderen und herausfordernden Aufgabe ihre Berufung gefunden, erzählen sie.

Um nach solchen Einsätzen, wie in Dornstadt leistungsfähig zu sein, sei es wichtig, sie gut zu verarbeiten, erzählt Pilot Jens Jasper. Denn in dem Fall hätte das Mädchen nach der Erzählung der Retter womöglich sogar Gliedmaßen verlieren können. "Also was wir grundsätzlich machen, nach für uns traumatischen Einsätzen, dass wir Pausen einfordern. Unsere Einsatzbereitschaft schließt uns und unsere Seelen mit ein", so Jasper. Man versuche dann Ersatz zu organisieren. Und auch mit dem Team darüber zu sprechen.
Dass es in der Sendung noch eine Grußbotschaft des geretteten Mädchens und ihrer Familie gab, hat die beiden Retter und Väter zu Herzen gerührt. Heute kann die Schülerin schon wieder erste Laufschritte machen. Für die Heli-Retter eine Glücksbotschaft.
Die neue Staffel der SWR Doku-Reihe "Heli-Retter - Ulmer Notärzte im Einsatz" ist bereits in der ARD Mediathek zu sehen und wird ab 12. Oktober im SWR Fernsehen gezeigt.
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