Die Lage bei der Aktie von Panzergetriebehersteller Renk spitzt sich weiter zu, nachdem die Bank of America die Anteile am Donnerstagmorgen herabgestuft hat.
Die Lage bei der Aktie von Panzergetriebehersteller Renk spitzt sich weiter zu, nachdem die Bank of America die Anteile am Donnerstagmorgen herabgestuft hat.
Um die Aktie des Augsburger Getriebeherstellers und Rüstungskonzern Renk steht es schon seit Monaten schlecht. Das Kursgeschehen wird von einem hartnäckigen Abwärtstrend bestimmt, der eine Reaktion auf eine zuvor sowohl technisch als auch fundamental heiß gelaufene Rallye ist.
Dazu kommt die Sorgen, die deutsche Rüstungsbranche um Renk und Rheinmetall könnte mit einem Fokus auf gepanzerte Landfahrzeuge an den Anforderungen einer von Drohnen veränderten Kriegsführung vorbeiproduzieren. Auch die stark gestiegenen Anleiherenditen belasten den Kurs.
Nach einer Kurszielsenkung durch die US-Großbank JP Morgan zum Wochenauftakt geriet das Papier weiter unter Druck, musste die Unterstützung bei rund 40 Euro aufgeben und rutschte damit auf den tiefsten Stand seit dem Zoll-Crash im vergangenen Jahr ab.
Auch am Dienstag und Mittwoch hielten die Verluste an, da die Käuferinnen und Käufer jede Gegenwehr vermissen ließen. Jetzt hat am Donnerstagmorgen schließlich die Bank of America jede Hoffnung auf einen zeitnahen Rebound zunichte gemacht. Das Institut stufte Renk ab und sorgte damit für eine Verschärfung der Kurskrise.
Analyst David Holmes galt bislang als Fan der Aktie mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 62,50 Euro. Nun allerdings hat er seine Einschätzung revidiert. Er stufte Renk auf „Halten“ ab und strich sein Kursziel auf 42,50 Euro zusammen.
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Damit sieht er für das ohnehin angeschlagene Papier kaum noch Aufwärtspotenzial. Holmes gilt laut dem Vergleichsportal für Wall-Street-Analystinnen und -Analysten allerdings als nicht sehr zuverlässiger Experte.
Holmes verweist in seiner Studie zwar auf eine signifikante Kapazitätsausweitung von 700 Getriebesystemen in 2026 auf 1.800 bis 2.000 Antriebsstränge in 2030, wofür auch eine breite Nachfrage herrsche.
Er sieht jedoch Bedenken für die Zeit nach 2030 und zweifelt an der Dauerhaftigkeit des gegenwärtigen Auftragsbooms. Genau davon hänge die aktuelle Unternehmensbewertung jedoch ab. Von einer Verkaufsempfehlung habe das Papier nur bewahrt, dass die Aktie in diesem Jahr schon mehr als 20 Prozent gefallen ist.
Nach dem Downgrade kommt Renk jetzt bei insgesamt 17 Einschätzungen 12 Mal auf „Kaufen“, 3 Mal auf „Übergewichten“ sowie auf zwei neutrale Bewertungen, womit die Aktie mehrheitlich noch immer zum „Kaufen“ empfohlen ist. Der faire Wert wird im Mittel mit 63,04 Euro angegeben, was ein Aufwärtspotenzial von mehr als zwei Dritteln impliziert.
Auch wenn die Trefferquote des BofA-Analysten äußerst schlecht ist, verfehlen die erneut schlechten Nachrichten zur Aktie ihre Wirkung nicht. Die fällt am Donnerstagvormittag um fast 4 Prozent und setzt ihre Talfahrt damit ungebremst fort. Nach dem Unterschreiten der Unterstützung bei 40 Euro steht einem Aufprall bei 30 Euro praktisch nichts mehr im Wege. Angesichts der ausgeprägten technischen Schwäche muss daher mit weiteren Verlusten gerechnet werden.
Autor: Max Gross, wallstreetONLINE Redaktion
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