Das Apple iPhone Duo hat erste umfangreiche Belastungstests absolviert. Das Titanscharnier ist stabil, aber das Display zeigt Schwächen.
Das erste faltbare iPhone von Apple musste sich bereits umfangreichen Belastungstests gestellt. Dabei zeigte das iPhone Duo vor allem bei der Stabilität seines Scharniers gute Ergebnisse. Selbst nach mehr als 32.000 Faltvorgängen funktionierte der Klappmechanismus tadellos. Beim flexiblen Innendisplay fallen die Ergebnisse nicht ganz so positiv aus. Hier gibt es Hinweise darauf, dass die Falte in der Bildschirmmitte bei häufiger Nutzung stärker sichtbar und spürbar werden kann.
Wie Schmidtis Blog berichtet, haben mehrere Tester das neue Apple-Smartphone mit automatisierten Faltvorrichtungen untersucht. Dabei standen die mechanische Belastbarkeit des Scharniers und die Auswirkungen auf das faltbare Display im Mittelpunkt.
iPhone Duo übersteht mehr als 32.000 Faltvorgänge
Apple iPhone Duo
Foto: Apple
Die Technikjournalistin Joanna Stern ließ das iPhone Duo mithilfe einer eigens entwickelten Maschine mehr als 32.000 Mal öffnen und schließen. Der Test erstreckte sich über vier Tage. Anschließend funktionierte das Scharnier weiterhin ohne erkennbare Probleme. Bei einer Messung zeigte sich sogar, dass zum Bewegen des Scharniers nach dem Test etwas mehr Kraft erforderlich war als zuvor. Im alltäglichen Gebrauch war dieser Unterschied nach Angaben der Testerin allerdings kaum wahrnehmbar.
Bei einem weiteren Belastungstest untersuchte der YouTuber Tim Pan das Verhalten des Geräts unter unterschiedlichen Bedingungen. Zunächst absolvierte das iPhone Duo rund 10.500 Faltvorgänge bei Raumtemperatur. Anschließend wurde das Smartphone bei minus 20 Grad Celsius weiteren 1000 Faltvorgängen unterzogen. Auch unter diesen Bedingungen funktionierte das Scharnier weiter.
Die Ergebnisse sprechen für eine widerstandsfähige Konstruktion. Allerdings handelt es sich um Tests mit einzelnen Geräten. Aussagen über die tatsächliche Lebensdauer bei jahrelanger Nutzung lassen sich daraus noch nicht zuverlässig ableiten.
Falte im Innendisplay bleibt ein ProblemWeniger überzeugend fällt die Bewertung des faltbaren Bildschirms aus. Apple verwendet beim iPhone Duo eine matte Nano-Textur, die Reflexionen reduziert und die Falte in der Bildschirmmitte optisch kaschiert. Bei einem neuen Gerät ist der Übergang zwischen den beiden Bildschirmhälften deshalb nur schwer zu erkennen.
Nach wiederholtem Falten soll die Vertiefung im Display allerdings deutlicher hervortreten. Schmidtis Blog berichtet von einer zunehmend sichtbaren und fühlbaren Falte. Unabhängig bestätigte Langzeitmessungen, die das Ausmaß dieser Veränderung über einen längeren Nutzungszeitraum dokumentieren, liegen bislang nicht vor, zumal das iPhone Duo gerade erst auf den Markt kommt, sodass es noch gar nicht möglich war, Langzeittests durchzuführen.
Grundsätzlich sind flexible Displays besonderen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Beim Öffnen und Schließen werden die verschiedenen Materialschichten immer wieder gebogen. Ob und wie stark sich dadurch eine dauerhafte Verformung entwickelt, hängt unter anderem von der Konstruktion und den verwendeten Materialien ab.
Weitere Einschränkungen bei der BedienungNeben der Belastbarkeit wurden auch einige Besonderheiten des iPhone Duo untersucht. So verfügt das aufgeklappte Gerät nicht über eine zusätzliche Hörmuschel am Innendisplay. Wird das Smartphone während eines Telefonats geöffnet, erfolgt die Wiedergabe über den Lautsprecher. Für ein vertrauliches Gespräch sind dann beispielsweise Kopfhörer erforderlich.
Auch die Position der NFC-Antenne kann die Bedienung beeinflussen. Diese befindet sich nur in einer der beiden Gehäusehälften. Beim kontaktlosen Bezahlen muss deshalb auf die richtige Position am Terminal geachtet werden.
Unter hoher Rechenlast wurden zudem Temperaturunterschiede zwischen den Gehäusehälften beobachtet. Die Seite mit dem A20-Pro-Prozessor erwärmte sich dem Bericht zufolge um etwa 2 Grad Celsius stärker. Vereinzelt soll es außerdem Probleme bei der Erkennung langsamer Klappbewegungen gegeben haben, wodurch sich die Bildschirmanzeige kurzzeitig nicht korrekt ausrichtete.
Langzeithaltbarkeit bleibt abzuwartenDie bisherigen Tests zeigen, dass Apple beim Scharnier des iPhone Duo eine robuste Konstruktion entwickelt hat. Die Belastungstests ersetzen allerdings keine Erfahrungen aus dem langfristigen Alltagseinsatz. Insbesondere die Entwicklung der Displayfalte dürfte für Besitzer des faltbaren Smartphones interessant sein.
Hinzu kommen die möglichen Reparaturkosten. Für den Austausch des inneren Displays verlangt Apple in Deutschland ohne die Zusatz-Versicherung Apple Care+ 1149 Euro. Ein Defekt kann damit erhebliche zusätzliche Kosten verursachen. Eine lediglich sichtbare Displayfalte bedeutet allerdings nicht automatisch, dass ein technischer Defekt vorliegt oder ein Austausch erforderlich ist.
iPhone Duo Härtetest im VideoQuelle: YouTube-Kanal von Tim Pan
Mehr zum Thema: iPhone Duo im Test: Das leistet der erste Apple-Falter
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