Der Autobauer Volvo, der zum chinesischen Geely-Konzern gehört, ist im dritten Quartal tief in die Verlustzone gerutscht. Anleger werfen das Papier aus ihren Depots. Der zurückgekehrte Konzernchef Håkan Samuelsson reagiert erneut mit einem Stellenabbau.
Kehrte zu Volvo zurück: Konzernchef Håkan Samuelsson will vor allem sparen
Foto: JONAS EKSTROMER / AFPDer schwedische Autobauer Volvo Cars ist im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht und streicht rund 2500 Arbeitsplätze. Das mehrheitlich zum chinesischen Konzern Geely gehörende Unternehmen verzeichnete einen bereinigten operativen Verlust von 3,7 Milliarden schwedischen Kronen (umgerechnet rund 333 Millionen Euro), wie Volvo am Freitag mitteilte.
Im Vorjahreszeitraum hatte noch ein Gewinn von 5,8 Milliarden Kronen in den Büchern gestanden. Als Grund für den Einbruch nannte der Konzern den schleppenden Produktionsanlauf des neuen Elektro-SUV EX60 sowie eine schwache Nachfrage in China und den USA.
„Das dritte Quartal 2026 war sehr enttäuschend und spiegelt ein Jahr wider, das weitaus herausfordernder geworden ist als ursprünglich erwartet“, erklärte Konzernchef Håkan Samuelsson (75). „Unser laufender Sanierungsplan bedarf daher einer entscheidenden Verstärkung.“
Weltweit sollen weitere rund 2500 Arbeitsplätze abgebaut werden, davon 2000 in Schweden. Diese kommen zu den 3000 Stellenstreichungen hinzu, die Samuelsson schon 2025 nach seiner Rückkehr als Vorstandsvorsitzender angekündigt hatte. Zusätzlich zu den bereits laufenden Sparmaßnahmen sollen die Kosten bis Ende kommenden Jahres um weitere fünf Milliarden Kronen gedrückt werden.
Einerseits würden Beraterverträge beendet und natürliche Weggänge genutzt, andererseits sollen Mitarbeitende Abfindungsangebote erhalten. Im dritten Quartal rutschte der Autobauer unter anderem wegen der Krise in China tief in die roten Zahlen.
Volvo Cars hatte Anfang des Monats seine Prognose für das ganzjährige Verkaufsvolumen und den Cashflow gestrichen. Das Unternehmen verwies dabei auf ein zunehmend schwieriges Marktumfeld und sich verschlechternde kurzfristige Aussichten.
Die Aktie des Autobauers war in dieser Woche auf ein Rekordtief gefallen und hat im bisherigen Jahresverlauf 54 Prozent an Wert verloren. Am Freitag ging es noch einmal um bis zu 30 Prozent bergab. Die größte Überraschung sei der Rückgang des Großhandelsabsatzes im Zusammenhang mit einem deutlichen Abbau der Lagerbestände, kommentierte Analyst Philippe Houchois von der US-Bank Jefferies.
Nicht nur in China habe sich eine schwache Entwicklung gezeigt, sondern auch in den USA, wie Samuelsson nun in einem Brief an die Aktionäre schrieb. Damit habe die Hälfte des Konzerns keinen Gewinnbeitrag geliefert, so der Manager.
In China befinde sich der Markt für angestammte Premiummarken in einem ernsten Rückgang, schrieb Samuelsson. Der Umsatz für Volvo brach dort im Jahresvergleich nahezu um die Hälfte ein. Auch die deutschen Hersteller Mercedes-Benz, BMW und die VW-Tochter Audi leiden in dem einstigen Wachstumsmarkt unter hoher Konkurrenz und sinkenden Preisen. In den USA belasteten Volvo den Angaben zufolge weiter sowohl die Einfuhrzölle auf EU-Autos als auch wegfallende Kaufanreize für Autos mit Elektroantrieben.
Volvo kämpft seit Jahren mit schwächelnder Nachfrage und schrieb im vergangenen Jahr sogar rote Zahlen. Zuletzt wollte der schwedische Autobauer mit einer groß angelegten Modelloffensive seinen Marktanteil verdoppeln und die Profitabilität kräftig steigern. Bis 2030 sollen 13 neue Modelle auf den Markt kommen.
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Samuelsson war Anfang April 2025 als CEO des Autobauers zurückgekehrt und hatte seinen Vorgänger Jim Rowan (60) abgelöst. Der war 2022 vom Staubsaugerhersteller Dyson zu Volvo gekommen und wurde Nachfolger von Samuelsson, der Volvo zehn Jahre führte. Samuelsson soll Volvo wieder in die Spur bringen: Er will vor allem sparen und wieder mehr Autos in den USA produzieren lassen, um den Zöllen dort zu entgehen.
dri/Reuters, dpa-afx
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