Zum dritten Mal in Folge basiert das Budget in Oberentfelden auf einem Steuerfuss von 113 Prozent.
Die Gemeinde Oberentfelden profitiert von einem Landverkauf.Raphaël Dupain
In der Mitteilung zur Rechnung 2025 – die um über 900'000 Franken besser ausfiel als geplant – sprach der Oberentfelder Gemeinderat trotz des positiven Ergebnisses von «strukturellen Herausforderungen», mit denen die Einwohnergemeinde weiterhin konfrontiert ist. Diese zeigen sich nun auch im Budget 2027, das am Mittwoch publiziert wurde.
Die gute Nachricht fürs Portemonnaie vorweg: Den Steuerfuss will der Gemeinderat bei 113 Prozent belassen. Und das prognostizierte Minus liegt bei überschaubaren 99'399 Franken. Allerdings sei das «wesentlich auf einen ausserordentlichen Buchgewinn zurückzuführen», heisst es in einer Medienmitteilung. Denn vor einem Jahr hatte die Gemeindeversammlung dem Verkauf einer gemeindeeigenen Parzelle zwischen der Suhrerstrasse und dem Schinhuetweg für 1,4 Millionen Franken bewilligt. «Der voraussichtlich 2027 anfallende Buchgewinn von rund einer Million Franken entlastet die Erfolgsrechnung einmalig», hält der Gemeinderat fest. «Ohne diesen Effekt würde der budgetierte Aufwandüberschuss rund 1,1 Millionen Franken betragen.»
Der Gemeinderat schreibt im Budget, dass sich die Ergebnisse aus betrieblicher Tätigkeit seit Jahren zwischen minus 1,3 Millionen Franken bis minus 2,4 Millionen Franken bewegen. Aufgefangen wurde das jeweils durch Erträge aus dem Finanzvermögen respektive Aufwertungen der Liegenschaften im Finanzvermögen. Die Finanzergebnisse würden zudem künftig durch Um- und Ausbauten der Liegenschaften im Finanzvermögen positiv beeinflusst. «Dadurch - kombiniert mit Sparmassnahmen - kann den steigenden gebundenen Ausgabepositionen entgegengehalten werden, ohne die Steuerzahlenden durch eine Erhöhung des Steuerfusses zu belasten.» Aus dem Budget geht hervor, dass - unter anderem - die Sozialen Dienste Massnahmen getroffen haben, um die Kosten der Sozialhilfe zu senken.
Der betriebliche Aufwand im Budget 2027 beläuft sich auf rund 37,5 Millionen Franken. «Insbesondere gesetzlich vorgegebene und von der Gemeinde kaum beeinflussbare Ausgaben belasten den Haushalt», heisst es. Allein für Lehrerbesoldungsanteile, Sonderschulung und Heimaufenthalte, Berufsschulgelder, Verlustscheine aus unbezahlten Krankenkassenprämien sowie die Pflegefinanzierung seien insgesamt knapp 11 Millionen Franken vorgesehen. «Von den 113 Steuerfussprozenten müssen 62 Steuerfussprozente für diese fünf Positionen aufgewendet werden.» Dies schränke den finanziellen Handlungsspielraum erheblich ein.
Aus dem kantonalen Finanzausgleich erhalte Oberentfelden kommendes Jahr voraussichtlich knapp 5 Millionen Franken, etwas weniger als im Vorjahr. «Auch die Finanzierungskosten bleiben ein bedeutender Faktor: Für die Budgetierung des Zinsaufwands langfristiger Schulden wird von einer Gesamtschuld von 55,5 Millionen Franken ausgegangen», so der Gemeinderat. Demgegenüber rechne das gemeindeeigene Elektrizitätswerk in den Bereichen Netzbetrieb und Stromhandel mit einem Ertragsüberschuss von mehr als 1,94 Millionen Franken.
Bei der Einwohnergemeinde und den Eigenwirtschaftsbetrieben sind Investitionsausgaben von insgesamt knapp 9 Millionen Franken vorgesehen, davon rund 3,8 Millionen Franken bei der Einwohnergemeinde. Bei einer Selbstfinanzierung von rund 2,35 Millionen Franken können die Investitionen der Einwohnergemeinde nicht vollständig aus eigenen Mitteln gedeckt werden; der Finanzierungsfehlbetrag beträgt laut Mitteilung rund 1,45 Millionen Franken.
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