Der Fußball-Oberligist macht Christian Höfer zum Cheftrainer und will die Mannschaft stabilisieren. Im Pokal wartet am Mittwoch der VfB Hilden, gegen den man „befreit aufspielen“ will.
Krefeld · Der Fußball-Oberligist macht Christian Höfer zum Cheftrainer und will die Mannschaft stabilisieren. Im Pokal wartet am Mittwoch der VfB Hilden, gegen den man „befreit aufspielen“ will.
13.10.2026 , 17:44 Uhr
Freut sich über das ihm entgegengebrachte Vertrauen: Christian Höfer, der neue Cheftrainer des KFC Uerdingen.
Foto: imagoFußball-Oberligist KFC Uerdingen hat am Dienstag mit der Entscheidung, den bisherigen Interimstrainer Christian Höfer zum Cheftrainer zu befördern, für eine Überraschung gesorgt. Höfer hatte das Team nach der Beurlaubung von Julian Stöhr im September übernommen und zum Einstand einen 3:0-Auswärtssieg beim TSV Meerbusch gefeiert. Anschließend gab es zwei Heimniederlagen gegen Velbert (1:2) und Solingen (2:3), nach denen sich das Team für scheinbar lustlose Auftritte Kritik gefallen lassen musste. Höfer sprach nach der Niederlage am Freitagabend gar von einem nicht oberligareifen Auftritt.
Die Nachricht der Beförderung ist von einigen Fans nicht gerade positiv aufgenommen worden. Auch deshalb, da sich die Vereinsführung rund drei Wochen Zeit genommen hat, um jetzt diese Lösung zu präsentieren. Was also ist geschehen in dieser Zeit? Manuel Kölker, als KFC-Vorstandsmitglied zuständig für den Bereich Kommunikation, klärt auf. Von den anfänglich mehr als 70 Trainer-Kandidaten, die sich zum Teil auch selbst beim KFC ins Gespräch gebracht hatten, waren zuletzt nur noch eine handvoll übrig geblieben. Eine Einigung mit einer externen Person konnte jedoch nicht erzielt werden. Die Gründe sind vielfältig, sagt Kölker. Mal habe es noch andere Verpflichtungen aufseiten des Kandidaten gegeben, mal sei der Wohnort zu weit weg gewesen oder es sei ein für den KFC nicht zu bezahlendes Salär gefordert worden.
Höfer, so erklärte Kölker am Dienstag, ist jetzt die Person gewesen, „bei der wir das beste Gefühl“ haben. Dabei war am Freitagabend in der Grotenburg mehrfach zu hören, dass der Interimstrainer anders als bislang verkündet doch nicht mehr für ein Engagement zur Verfügung stehe. Darauf angesprochen zeigte sich der neue Cheftrainer am Dienstag „selbst überrascht“ und sagte: „Ich bin niemand, der wegläuft und will den Weg mit dem Verein erfolgreich bestreiten.“ Wohin dieser Weg führt, ist angesichts von Tabellenplatz neun und bereits zehn Punkten Rückstand auf Tabellenführer Schonnebeck mehr als ungewiss. Das vor der Saison ausgerufene Saisonziel Aufstieg ist in weite Ferne gerückt. Entsprechend kommt KFC-Vorstandsvorsitzender zu der Erkenntnis, dass es angesichts des bisherigen Saisonverlaufs aktuell nicht zielführend ist, über den Aufstieg zu sprechen. „Das bedeutet allerdings keineswegs, dass wir unsere Ambitionen aufgeben. Jetzt geht es darum, die Mannschaft zu stabilisieren und ihr Potenzial wieder auf den Platz zu bringen.“ Der Vorstand glaubt, dass Höfer die richtigen Impulse setzen kann. Auch aus der Mannschaft sei der Wunsch geäußert worden, dass Höfer weiter an der Seitenlinie steht.
Einig sind sich alle, dass das Team auf dem Papier viel mehr Potenzial hat. „Die Qualität des Kaders steht für mich außer Frage“, betont Michael Nagorny. „Allerdings sehen wir auf einigen Positionen zusätzlichen Handlungsbedarf, der durch die verletzungsbedingten Ausfälle von Ole Päffgen und Vincent Schaub noch verstärkt wird.“ Mit Christian Höfer werde daher jetzt der Spielermarkt nach möglichen Transferzielen sondiert. Ein neuer Co-Trainer soll dagegen nicht verpflichtet werden. Das Gespann um Höfer bilden weiterhin Ioannis Alexiou und Marius Derka als spielender Torwarttrainer.
Und eben jenes Trainerteam hat am Mittwochabend direkt die nächste Aufgabe vor der Brust. Im Achtelfinale des Niederrheinpokals gastiert ab 19.30 Uhr der VfB Hilden in der Grotenburg. Höfer: „Wir sind nicht in der Favoritenrolle und können das nutzen, um befreit aufzuspielen.“ Doch damit das Heimspiel gegen den Tabellenzehnten der Regionalliga West überhaupt auf Augenhöhe stattfinden kann, musste unter der Woche noch einmal an den Grundlagen gearbeitet werden. „Es gibt nichts mehr schönzureden und wir brauchen auch niemanden für doof verkaufen. Die Fans kommen in die Grotenburg und sehen ja das Spiel“, sagt Höfer in Bezug auf das Spiel der schlechten Sorte, das der KFC Uerdingen am vergangenen Freitagabend gegen die Spielvereinigung Solingen-Wald absolvierte und mit 2:3-Toren verlor. Nicht „oberligareif“ sei die Leistung seiner Mannschaft gewesen, erklärte Höfer unmittelbar nach Abpfiff und verteidigte seine Worte nun: „Ich stehe für eine klare und authentische Kommunikation. Es wird nicht besser, wenn wir die Dinge nicht ansprechen, dabei wird es ja nicht persönlich, sondern es geht darum, hart und ehrlich in der Sache zu sein.“
Ein Vorhaben, bei dem er auch am Mittwochabend weiter nicht auf die gesamte Mannschaftsstärke zurückgreifen kann. Neben Kapitän Ole Päffgen und Mittelfeldspieler Vincent Schaub, die beide längerfristig fehlen, wird auch Offensivspieler Mario Knops aussetzen müssen. Er ist erkrankt, sagt Höfer. Dass Gegner Hilden die Partie nutzen wolle, um durch Rotation einigen Spielern Spielpraxis zu geben, sei für Höfer derweil aber nicht relevant. Und so dürfen sich die Fans der Blau-Roten auf einen, um 19.30 Uhr beginnenden, Pokalabend unter dem Flutlicht der Grotenburg freuen.
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