In der neuen US-Doktrin spielt Europa keine Rolle mehr. Russland, China und die USA teilen die Welt unter sich auf. Warum sich das gerade beim neuen Versuch, den Ukraine-Krieg zu beenden, zeigt, erklärt der Buchautor und Amerika-Experte Josef Braml.
Der US-Sondergesandte Witkoff pendelt derzeit hin- und her. Gestern Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj in Oslo, heute Gespräche mit Russlands Machthaber Putin in St. Petersburg, danach geht es erneut in die norwegische Hauptstadt. Da hinein platzt die Eilmeldung von der Freilassung des von Russland in einem Straflager inhaftierten US-Bürgers Hubbard.
Russland hat den US-Bürger Stephen Hubbard freigelassen. Er war 2024 wegen angeblichem "Söldnertum" für die Ukraine zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Nahezu zeitgleich mit de…
Die EU sitzt nicht mal mehr am KatzentischFür Josef Braml steht fest, dass Trump die Ukraine Stück für Stück fallen lässt. „Der amerikanische Präsident will weiter mit Putin einen Deal machen und so teilen sich Amerikaner und Russen nicht nur die Ukraine auf, sondern vielleicht sogar Europa. Und wenn die großen Drei sich anschließend in China treffen, dann sind wir in ein einer Welt, wie sie die amerikanische Sicherheitsstrategie im vergangenen Jahr schon angedeutet hat: Die großen Drei treffen sich und die Europäer sitzen nicht einmal mehr am Katzentisch.“
In Oslo kommt der ukrainische Präsident Selenskyj mit dem US-Gesandten Witkoff zu Gesprächen zusammen. Zuletzt hatten sich die Beziehungen zwischen den USA der Ukraine wegen Trump…
In St. Petersburg berät Russlands Präsident Putin mit dem US-Vermittler Witkoff über den Ukraine-Krieg. Zum Auftakt der Gespräche schlug Putin ein Dreier-Treffen mit Trump und Xi …
Braml hält es für möglich, dass die USA durch ihren Krieg gegen den Irak nicht anders können, als die militärische Unterstützung der Ukraine zurückzufahren. „Der Iran kann nicht so schnell überwunden werden, wie Venezuela. Eine andere Ölschlacht in einem globalen Energiekrieg gegen China, das ja von beiden Ländern abhängt.“
Jetzt sitze Trump in einem strategischen Dilemma. Vor den Zwischenwahlen in den USA sind die Treibstoffpreise, vor allem Diesel, extrem hoch und die Partei Trumps, die Republikaner, müssen den Zorn der Wähler spüren. Daran werde auch der Deal mit Putin nichts ändern. Trump hat die Sanktionen gelockert, damit Russland 300.000 Tonnen Diesel auf dem Weltmarkt verkaufen kann.
„Die Erkenntnis ist, dass die Amerikaner nicht nur die Europäer und die Ukraine fallen lassen, sondern vielleicht sogar Israel und ihre Schutzbefohlenen in Asien, sollte China dort Raum greifen wollen - Ich rede von Taiwan. Wir müssen das ganze sehr viel größer betrachten.“
„Selenskyj kann froh sein, dass er mit Trumps Immobilienhändler reden durfte“
Trump hat ins Gespräch gebracht, dass er sich mit Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping treffen will, um über den Ukraine-Krieg zu sprechen. Der ukrainische Präsident hat daraufhin erklärt, dass er dabei mit am Tisch sitzen möchte. Josef Braml geht nicht davon aus, dass sich Trump darauf einlassen werde. „Selenskyj kann froh sein, dass er in Oslo überhaupt noch angehört worden ist. Trump hat deutlich gemacht, dass er ihn nicht mehr für einen würdigen Präsidenten hält.“
Es ist ein wichtiger Stimmungstest für Präsident Trump: In zwei Wochen sind die US-Bürger zu den Zwischenwahlen aufgerufen. Wer wird gewählt, welche Themen bestimmen den Wahlkampf…
Entspannt sich die Ukraine-Politik der USA nach den Midterms?Josef Braml rechnet nicht damit, dass sich das Verhältnis zwischen Trump und Selenskyj wieder verbessert, wenn die Zwischenwahlen in den USA gelaufen sind. „Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Durch seine unsinnige Politik, seien es die Zölle oder der Iran-Krieg, dürfte Trump bei den Zwischenwahlen einen Denkzettel bekommen und sich dann umso mehr auf die Außenpolitik stürzen, weil der Kongress in diesem Politikfeld wenig Machtkontrolle hat.“
Weitere Themen aus der Sendung Stuttgart
Der VfB Stuttgart überzeugt gegen Atletico Madrid, belohnt sich aber nicht. Dennoch können die Schwaben einiges aus der Partie mitnehmen.
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