Ein Bagger gräbt die Gletscherzunge am Pitztaler Gletscher ab. Es hagelt Kritik, jetzt prüft eine Behörde den umstrittenen Eingriff.
Stand: 21.10.2026, 15:36 Uhr
Ein Bagger gräbt die Gletscherzunge am Pitztaler Gletscher ab. Es hagelt Kritik, jetzt prüft eine Behörde den umstrittenen Eingriff.
Imst – Eine Webcam an der Braunschweiger Hütte zeigt seit Montag, wie ein Bagger an der Gletscherzunge des Mittelbergferners am Pitztaler Gletscher in Tirol schaufelt und planiert. Die Bilder wurden tausendfach geteilt, und die Aufregung ist groß.

Unter Beiträgen des Skigebiets auf Instagram hagelt es Kritik. Ein Kommentar lautet: „Was der Klimawandel in Jahren macht, schafft der Pitztal-Bagger in einer Nacht.“ Oder: „Gletscher Skigebiet? Dieser wird bewusst von den Bergbahnen zerstört. Mit schwerstem Gerät wird der Gletscher abgetragen, um das Skifahren zu ermöglichen. Das ist echt ein Desaster.“ Mehrere Personen verlangen mit Klarnamen eine Rechtfertigung von den Betreibern. Bis Mittwochfrüh (21. Oktober) habe die Gletscherbahn dazu nichts veröffentlicht, berichtet ORF Tirol.
Österreich: Bagger gräbt Gletscher ab – Betreiber sprechen von einem NotwegDie Pitztaler Gletscherbahnen nennen die Arbeiten demnach „Instandhaltungsmaßnahmen“. Man sichere den Notweg innerhalb des Skigebiets. Angesichts des fortschreitenden Gletscherrückgangs sei die Maßnahme „unabdingbar notwendig“, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Welche Abschnitte konkret betroffen sind, blieb offen. Auch einen Lageplan mit dem eingezeichneten Notweg wollte das Unternehmen nicht herausgeben, heißt es in dem Bericht weiter.
Nach Welle der Empörung: Land und Behörde prüfen den Bagger-EinsatzDas Land Tirol bestätigte indes den Zweck der Arbeiten. Sie sollen „der Wiederherstellung der Anbindung der Wegtrasse vom Gletschereis an das eisfreie Gelände dienen“. Eine gesonderte naturschutzrechtliche Bewilligung sei nicht nötig. Die Bezirkshauptmannschaft Imst hat die Vorgehensweise nach Hinweisen überprüft. Am Dienstag (20. Oktober) musste die Behörde dafür erst eine Überprüfung veranlassen, bevor sie eine Einschätzung abgeben konnte.
Das Land erklärt außerdem, dass alle Gletscherskigebiete eine Dreijahresvorschau ihrer Instandhaltungsmaßnahmen vorlegen und genehmigen lassen müssen. „Dies gilt auch für den Pitztaler Gletscher und wird dort ebenso gehandhabt.“ Die Arbeiten seien „ausschließlich notwendige Anpassungs- und Ergänzungsmaßnahmen im Übergangsbereich vom Gletscher zu Stein- und Geröllflächen“, so das Land.
Zahlreiche Beschwerden bei Landesumweltanwaltschaft und der Bezirkshauptmannschaft – „Teufelskreis durchbrechen“Der Österreichische Alpenverein hat seine Juristen und Umweltexperten eingeschaltet, heißt es in dem Bericht. Bei der Landesumweltanwaltschaft und der Bezirkshauptmannschaft Imst gingen Beschwerden ein, schreiben ORF Tirol und Tiroler Tageszeitung übereinstimmend. Umweltanwalt Walter Tschon zeigte sich „froh“ über die vielen Hinweise, „vor allem, weil es um den Gletscherbereich geht“. Dieser sei „besonders schützenswert“.
Die Umweltorganisation WWF spricht in einer Stellungnahme von „fragwürdigen Baggerarbeiten“. Maximilian Frey vom WWF Tirol sagt: „Die Gletscher schmelzen, die Baustellen wachsen. Tirol muss diesen Teufelskreis durchbrechen und seine letzten Gletscherlandschaften besser schützen.“
Grüne fordern mehr Schutz für „weißes Gold“ – Streit um neue AbfahrtenDie Tiroler Grünen verlangen, über den aktuellen Fall hinauszudenken. Landessprecher Gebi Mair sagt: „Der Gletscherzerfall ist besiegelt.“ Die Tourismussprecherin der Grünen im Nationalrat, Barbara Neßler, ergänzt: „Die Gletscher sind unser weißes Gold und Naturjuwele, die nicht zusätzlich zerstört werden dürfen.“
Am Pitztaler Gletscher sind schon länger umfangreiche Maßnahmen geplant, etwa eine neue Seilbahn am Linken Fernerkogel. Damit sollen Abfahrten über den Karlesferner und den Mittelbergferner möglich werden. Anfang des Jahres entschied der Verwaltungsgerichtshof, dass der geplante Bau einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterliegt. (Quellen: ORF Tirol, Tiroler Tageszeitung, WWF, Instagram, braunschweiger-huette.at, Alpenverein Österreich) (kh)
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Власти Алтая и Сбербанк попросили силовиков проверить строительство горнолыжного курорта | 0 | 0 | 07-09-2019 |
| 2 | В Петропавловске экологи бьют тревогу из-за работ возле Култучного озера | -2 | 6 | 04-07-2026 |
| 3 | Прокуратура в Красноярске установила, что коммунальщики сбрасывали снег в Енисей | 0 | 0 | 10-02-2021 |
| 4 | Schafhirte in den Alpen verzweifelt an Urlaubern: „Werden von Instagram- und Tiktok-Leuten belagert“ | 0 | 10.38 | 16-10-2026 |
| 5 | В Австрии осквернили захоронение советских воинов | 0 | 0 | 09-05-2023 |
| 6 | Военные инженеры провели подрывы льда на реке Поперечная в Алтайском крае | 0 | 0 | 03-04-2020 |
| 7 | Anwohner beleidigten ihre Gäste: Hüttenwirte in den Alpen entfernen nach Streit ihre Wegschilder | 0 | 8.67 | 09-10-2026 |
| 8 | На блогера-рыбака завели дело за незаконное проникновение в алтайский заповедник | 0 | 0 | 25-08-2021 |
| 9 | Власти Алтайского края ожидают передачи в собственность региона аварийной плотины | 0 | 0 | 05-07-2019 |