Wer nach ChatGPT-Werkzeugen sucht, holt sich unter Umständen Schadsoftware auf den PC. Sicherheitsforscher haben eine neue Angriffsmethode entdeckt, die das Vertrauen in die KI-Plattform gezielt ausnutzt.

Kriminelle nutzten manipulierte ChatGPT-Versionen, um Nutzer auf Malware-Seiten zu locken.
Foto: Andriy Onufriyenko/Getty Images, OpenAI
Wer nach ChatGPT-Werkzeugen sucht, holt sich unter Umständen Schadsoftware auf den PC. Sicherheitsforscher haben eine neue Angriffsmethode entdeckt, die das Vertrauen in die KI-Plattform gezielt ausnutzt.
Cyberkriminelle haben offenbar eine neue Methode gefunden, um Schadsoftware zu verbreiten. Wie die Sicherheitsforscher des auf IT-Sicherheit und Bedrohungsanalyse spezialisierten Unternehmens Huntress
berichten, nutzen die Täter sogenannte Custom GPTs. Dabei handelt es sich um angepasste Versionen von ChatGPT, die für bestimmte Aufgaben erstellt werden können. Die Angreifer legten eigene GPTs an und schalteten dafür sogar Anzeigen in den Google-Suchergebnissen. Wer darauf klickte, landete zunächst auf einer scheinbar legitimen ChatGPT-Seite. Genau das machte die Masche besonders gefährlich: Die schädlichen Inhalte wurden über bekannte und vertrauenswürdige Dienste verbreitet. Laut Huntress reagierte OpenAI bereits und entfernte mindestens einen der betroffenen GPTs.
Die eigentliche Falle begann erst nach der Weiterleitung auf eine externe Webseite. Dort sollten Nutzer angeblich ein technisches Problem beheben oder eine Sicherheitsprüfung abschließen. Dafür mussten sie einen PowerShell-Befehl ausführen. PowerShell ist ein Verwaltungswerkzeug von Windows, mit dem sich Befehle direkt auf dem Computer ausführen lassen. Genau diese Funktion nutzten die Angreifer aus.
Wer den Befehl ausführte, startete unbemerkt eine mehrstufige Infektionskette. Nach Angaben von Huntress wurde zunächst ein schädliches Installationspaket heruntergeladen. Anschließend kombinierten die Täter legitime, digital signierte Programme mit manipulierten Dateien, um Sicherheitslösungen zu umgehen und die Schadsoftware auf dem System zu starten.
Malware kann Rechner übernehmenBei der installierten Schadsoftware handelt es sich um einen sogenannten Remote-Access-Trojaner, kurz RAT. Solche Programme ermöglichen Angreifern den Fernzugriff auf einen infizierten Computer. Den Forschern zufolge kann die Malware unter anderem Dateien durchsuchen, Informationen über das System sammeln sowie auf Desktop-, Audio- und Kamerafunktionen zugreifen. Damit die Schadsoftware auch nach einem Neustart aktiv bleibt, richteten die Täter zusätzliche Autostart-Mechanismen ein.
Huntress untersuchte nach eigenen Angaben mindestens 40 Vorfälle, die mit der verwendeten Infrastruktur in Verbindung standen. In zwei bestätigten Fällen führte der Weg über manipulierte Custom GPTs. Die Entdeckung zeigt, dass Cyberkriminelle zunehmend bekannte KI-Dienste für Social-Engineering-Angriffe nutzen und dabei gezielt auf das Vertrauen der Nutzer setzen.
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