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E-Scooter in Flüssen: Wie schaden sie dem Wasser und wer holt sie raus?

Дата публикации: 20-10-2026 09:24:48

Freiwillige haben das Niedrigwasser genutzt und E-Scooter und Co. aus den Flüssen geholt. Aber wer ist eigentlich dafür zuständig? Und wie gefährlich sind E-Scooter für das Wasser?

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Umweltschützer haben in Mannheim den vergangenen Wochen wegen des niedrigen Pegels zahlreiche E-Scooter unter den Brücken entdeckt, sowohl im Rhein als auch im Neckar. Mit Seilen, Haken, Tauchgängen und Stand-Up-Paddle-Boards haben sie alleine 15 E-Scooter, einen Laptop und weitere Elektronikartikel aus den Gewässern gefischt. Aber warum kümmern sich eigentlich Freiwillige darum, die E-Scooter aus den Flüssen zu holen? Wer ist dafür zuständig? Und was passiert danach mit den E-Scootern?

Wer ist dafür zuständig, E-Scooter aus Gewässern zu holen?

"Die Bergung und Entsorgung ist Sache des Fahrzeugeigentümers und somit des jeweiligen Betreibers", teilt die Stadt Mannheim auf SWR-Anfrage mit. Die Anbieter seien per Leitlinie dazu verpflichtet, Gewässer sowie deren Uferbereiche dauerhaft von E-Scootern freizuhalten.

Um zu verhindern, dass E-Scooter in Rhein, Neckar oder das Hafenbecken geworfen werden, wurden die umliegenden Bereiche als Parkverbotszone ausgewiesen, so die Mannheimer Stadtverwaltung. "Die Einhaltung wird durch den Außendienst des Ordnungsamtes im Rahmen der üblichen Kontrollgänge kontrolliert." Außerdem sei es in den Apps der Anbieter unmöglich, eine Fahrt in einer Parkverbotszone zu beenden. Allerdings würden E-Scooter von manchen Menschen absichtlich in die Gewässer geworfen.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Oberrhein teilte auf Anfrage mit, dass es Gegenstände wie Autos, Tresore, Fahrräder oder E-Scooter nur dann berge, wenn diese für die Schifffahrt ein Hindernis beziehungsweise eine Gefahr für die Sicherheit darstellen. Oder aber wenn es von der Wasserschutzpolizei dazu aufgefordert wird, weil die Polizei zum Beispiel bei einem Auto kriminaltechnische Ermittlungen durchführen möchte.

Was sagen die Verleiher von E-Scootern dazu?

In Mannheim ist das Angebot auf die drei E-Scooter Anbieter Bolt, Voi und Dott beschränkt. Diese sagen, die Aufklärung solcher Vandalismus-Vorfälle sei oft schwierig. Zwar könnten die Anbieter grundsätzlich nachvollziehen, welchem Nutzerkonto ein Fahrzeug zuletzt zugeordnet war, teilt das Unternehmen Bolt mit. Aber: "Ob diese Person tatsächlich für den Vorfall verantwortlich ist, lässt sich daraus jedoch nicht automatisch schließen." Wie Dott auf Anfrage des SWR erklärt, werden die E-Scooter in den meisten Fällen "außerhalb einer laufenden Miete von Dritten bewegt", was eine Zuordnung zu einer konkreten Person in der Regel unmöglich macht.

Alle drei Unternehmen betonen, dass es oberste Priorität habe, Fahrzeuge so schnell wie möglich aus Gewässern bergen zu lassen. "Wir kontrollieren regelmäßig entsprechende Standorte", teilt der Anbieter Voi mit. Dies sei nötig, da das GPS-System der Roller alleine nicht zuverlässig erkennen lasse, ob ein Fahrzeug im Wasser liegt oder nicht.

Wird ein E-Scooter im Wasser in Ufernähe gefunden und er ist gefahrlos erreichbar, erfolge die Bergung durch ein "Operations-Team", beispielsweise mithilfe eines speziellen Hakens. "Liegt ein Fahrzeug jedoch weiter vom Ufer entfernt, in größerer Tiefe oder in einem fließenden beziehungsweise für die Schifffahrt genutzten Gewässer wie Rhein und Neckar, ist eine eigenständige Bergung durch uns nicht ohne Weiteres möglich und zudem rechtlich nicht zulässig", heißt es von Dott. In einem solchen Fall müsse mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt zusammengearbeitet werden.

E-Scooter Bergung im Neckar in Mannheim

Bei Niedrigwasser sind in Mannheim in den vergangenen Wochen Umweltschützer des Umweltkollektivs Mannheim in Rhein und Neckar unterwegs gewesen. Mit Tauchausrüstung, Seilen und Haken haben sie auf ihren Stand-Up-Paddle-Boards mehrere E-Scooter aus den beiden Flüssen und dem Mannheimer Verbindungskanal geholt. SWR Wie schädlich sind E-Scooter im Wasser?

"Schädlich", sagt der Experte für aquatische Toxikologie Thomas Braunbeck und Leiter der Arbeitsgruppe Aquatische Ökologie und Toxikologie an der Universität Heidelberg, die sich mit der Auswirkung von Schadstoffen auf Flüsse und Seen befasst. Zwar seien die Akkus der E-Scooter für einige Zeit geschützt, auch über Monate. Aber es komme darauf an, wie lange so ein Fahrzeug im Wasser liegt. Denn dann bilde sich irgendwann ein Loch in der Schutzhülle und Schadstoffe aus dem Akku, wie Lithium, können in das Wasser gelangen. Lithium könne problematische Auswirkungen auf Menschen, Tieren und Pflanzen haben, so Thomas Braunbeck.

Für Menschen gebe es zum Beispiel Medikamente mit Lithium, und zwar in einer Dosis, die sich ganz nah an der toxischen Dosis befinde. Derzeit würden auch Influencer in den Sozialen Medien Lithium in Nahrungsergänzungsmitteln anpreisen, auch wenn das Leichtmetall als Nahrungsergänzungsmittel in der EU verboten sei. Gelangt also noch zusätzlich Lithium über die Flüsse ins Grundwasser und ins Trinkwasser, könne das eine Palette von negativen Folgeerscheinungen auslösen, wie eine Schädigung des Nervensystems.

Bei Pflanzen, ob am Ufer eines Gewässers oder im Wasser selbst, könne Lithium eine ganze Reihe von Enzymsystemen manipulieren, also in den biochemischen Stoffwechsel der Pflanze eingreifen. Und bei Tieren, wie Fischen in den Flüssen, könne Lithium das Erbgut, die DNA, verändern. Neben E-Scootern, die in Flüsse geworfen werden, seien aber unter anderem auch Batterien und Akkus, die nicht richtig entsorgt werden, ein Riesenproblem, sagt der Experte für aquatische Toxikologie Thomas Braunbeck. Denn landen diese im Restmüll und dann auf der Mülldeponie, gelangen ebenfalls Metalle wie Lithium im Laufe der Zeit durch Regenwasser ins Grundwasser.

Wie werden die E-Scooter nach der Bergung entsorgt?

"Ein aus dem Wasser geborgener Scooter muss nicht zwangsläufig vollständig entsorgt werden", teilte das Unternehmen Voi mit. Auch der Anbieter Dott repariert geborgene Fahrzeuge nach Möglichkeit und nimmt sie nach einem Sicherheitscheck wieder in Betrieb. Habe ein E-Scooter jedoch über einen längeren Zeitraum im Wasser gelegen, müsse er entsorgt und recycelt werden. Dabei arbeiten die Anbieter nach eigenen Angaben mit spezialisierten Partnern zusammen, um nicht wiederverwendbare Elektronik und Batterien fachgerecht zu entsorgen.

Nach den Bergungsaktionen in Mannheim haben die Umweltschützer die zuständigen Verleiher der gehobenen E-Scooter kontaktiert, die die Fahrzeuge dann abgeholt haben.

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