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Acht Monate vor der Wahl: Warum Mallorcas Rechte so klar vorne liegt

Дата публикации: 03-10-2026 05:30:04

Rund acht Monate sind es noch hin bis zu den nächsten Regionalwahlen, doch für die meisten Beobachter steht fest: Das rechte Lager hat so gut wie gewonnen. „Die PP kann ohne Weiteres einen Kaktus anstelle von Marga Prohens als Kandidat aufstellen und würde gewinnen“, fasste die Journalistin Maria Llull die Situation kürzlich in einer Debattensendung beim Regionalsender IB3 zusammen. Die Lage der linken Parteien, so die Journalisten, die für die nicht eben konservative Zeitung „Ara Balears“ schreibt, sei „desaströs“. Man habe nichts aus der Wahlniederlage 2023 gelernt.

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Rund acht Monate sind es noch hin bis zu den nächsten Regionalwahlen, doch für die meisten Beobachter steht fest: Das rechte Lager hat so gut wie gewonnen. „Die PP kann ohne Weiteres einen Kaktus anstelle von Marga Prohens als Kandidat aufstellen und würde gewinnen“, fasste die Journalistin Maria Llull die Situation kürzlich in einer Debattensendung beim Regionalsender IB3 zusammen. Die Lage der linken Parteien, so die Journalisten, die für die nicht eben konservative Zeitung „Ara Balears“ schreibt, sei „desaströs“. Man habe nichts aus der Wahlniederlage 2023 gelernt.

Die noch eher sporadischen Umfragen geben ihr recht. Die PP kommt – je nach Auftraggeber der Befragung – auf rund 39 Prozent, die PSOE auf maximal 23 Prozent. Drittstärkste Kraft dürfte Vox mit rund 18 Prozent werden. Més per Mallorca liegt bei rund neun Prozent.

„Die große Herausforderung für Marga Prohens wird darin bestehen, ob sie es schafft, eine absolute Mehrheit zu holen, sodass sie nicht mehr von Vox abhängig ist“, erklärt Eli Gallardo. Der Politologe hat vor zwei Jahren das Buch „El año que votamos peligrosamente“ (Das Jahr, in dem wir gefährlich wählten) über die Regionalwahlen 2023 veröffentlicht.

Dass die Chancen nicht schlecht stehen, liege nicht unbedingt daran, dass Prohens in den zentralen Themen wie Wohnungsnot, Mobilität und Tourismusmanagement große Erfolge vorzuweisen habe, so Gallardo. „Aber ihr ist es gelungen, das Narrativ zu verändern. Einschränkungen und Begrenzungen sind nicht mehr Maßnahmen, die nur von den Linken vertreten werden.“ Dadurch habe sie die Opposition der Argumente beraubt. Und die wiederum habe es nicht geschafft, eigene Akzente zu setzen.

Schwache Kandidatin

Zumal sich die PSOE, die größte linke Oppositionspartei, bei der Kandidatenwahl keinen Gefallen getan hat. Denn Rosario Sánchez ist zwar eine erfahrene Politikerin, ist aber eher für ihre Sachkenntnis denn für charismatisches Auftreten bekannt. Zumal die ehemalige balearische Finanzministerin derzeit einen heiklen Posten besetzt: Sie ist Spaniens Staatssekretärin für Tourismus. Das führt dazu, dass sie qua ihres Amtes die Rekordurlauberzahlen feiert, während sie sich als Kandidatin tourismuskritisch geben muss, um ihre Wählerschaft nicht zu verprellen.

Rosario Sánchez wird neue Staatssekretärin für Tourismus.

Rosario Sánchez ist die Staatssekretärin für Tourismus. / Europa Press

Es bleibt ohnehin abzuwarten, wie die Sozialisten die Interessen der Zentralregierung mit denen ihrer Inselwähler vereinen. Dass diese nicht immer übereinstimmen, zeigt sich unter anderem im Streit um die Verwaltung der Flughäfen. Dass die Balearen mitbestimmen sollen, ist mittlerweile breiter Konsens. Die Sozialisten sitzen auch hier zwischen den Stühlen.

Eli Gallardo geht davon aus, dass beim Wahlkampf in großen Teilen Themen diskutiert werden, die eher die nationale als die regionale Ebene betreffen. „Die PSOE etwa muss dafür sorgen, dass sie in Madrid weiterregieren kann.“ Gleichzeitig richte auch Marga Prohens einen Großteil ihrer Kritik an Ministerpräsident Pedro Sánchez. Und bei Vox handele es sich ohnehin um eine Partei, in der die Inhalte von Madrid aus vorgegeben werden. „Die Vox-Wähler wissen teilweise gar nicht, wer die Kandidaten auf den Balearen sind. Sie wählen (Vox-Parteichef – Anm. d. Red.) Santiago Abascal und die gesellschaftliche Bewegung, für die diese extreme Rechte steht.“ Auch deshalb sei kaum davon auszugehen, dass die internen Grabenkämpfe, die die Legislaturperiode geprägt haben, der Partei schaden werden.

Die Neuen

Noch nicht ganz klar ist, welche Rolle Coalició per Mallorca spielen wird. Die Partei wurde erst vor wenigen Monaten gegründet und tritt mit dem Anspruch an, die wahren Interessen der Insulaner zu vertreten. Laut Gallardo könnte die Partei eine Wählerbasis ansprechen, die politisch heimatlos ist, Unternehmer aus dem ländlichen Teil Mallorcas etwa. „Ziel der Partei ist es, das Zünglein an der Waage zu sein. Viel spricht dafür, dass sie eine rechte Regierung nach den kommenden Wahlen unterstützen werden“, so der Politologe. Allerdings müsste auch hier Marga Prohens die politischen Allianzen gut überdenken. Denn eine Zusammenarbeit mit Vox hat die Partei kategorisch ausgeschlossen.

Mission Neustart

Für Prohens könnte dies durchaus eine interessante Option sein. Sollte sie knapp an der absoluten Mehrheit vorbeischrammen, könnte sie in Coalició per Mallorca einen verlässlicheren Partner als Vox finden, die ihr in den vergangenen Jahren auf der Nase herumgetanzt sind. Auch deshalb sei davon auszugehen, dass die PP in den kommenden Monaten gegen Vox schießt. „Das lässt die PP gemäßigter wirken.“ Gleichzeitig gebe es kaum Zweifel, dass die PP bei Bedarf ihr Bündnis mit Vox wiederholen würde.

Für die Sozialisten geht es wohl eher darum, die Wahlen zu überbrücken und dann einen Neustart anzustreben. An einen Wahlsieg glaube keiner. „Die Figur von Francina Armengol schwebt noch über allem. Zugleich hat sie keinen Nachfolger aufgebaut“, sagt Gallardo. „Die Kandidaten für Balearen-Regierung, Inselrat und Rathaus Palma sind eng mit ihr verbunden und deshalb geschwächt.“ Gleichzeitig sei die Partei in einigen Dörfern sehr stark. „Von dort wird diese Erneuerung kommen“, glaubt Gallardo.

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