Die Olympischen Spiele hätten Berlin voranbringen können. Doch bis zum Schluss scheiterte die Bewerbung daran, die Bürger dabei mitzunehmen. Das ist vor allem ein Versäumnis der Politik.
Kaweh Niroomand hatte den Auftrag, Olympische Spiele nach Berlin zu holen. Dieses Ziel hat der Olympiabeauftragte des Senats verfehlt, Berlin wird die Bewerbung nicht weiterverfolgen. Das ist inzwischen ein offenes Geheimnis, auch wenn die offizielle Bestätigung am Mittwoch noch auf sich warten ließ.
Zu Niroomands Ehrenrettung sei gesagt: Er hatte nie wirklich eine Chance. Die Unterstützung der Berliner Politik fiel von Anfang an verhalten aus. Konnten die anderen deutschen Bewerberstädte auf eine breite Zustimmung quer durch alle Parteien zählen, stand Niroomand lange Zeit ziemlich alleine da.
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner positionierte sich erst spät als bedingungsloser Treiber der Berliner Pläne, Sportsenatorin Iris Spranger wiederum war in der Berliner SPD zwischen Expo-Befürwortern und Olympiaskeptikern gefangen. Grüne und Linke stellten sich in der Hauptstadt anders als in Hamburg, Rhein-Ruhr mit Köln oder im Bund klar gegen eine Bewerbung, obwohl es ein rot-rot-grüner Senat war, der 2019 die Linien für eine Bewerbung Berlins festgelegt hatte. Man kann das scheinheilig nennen.
Erst vor einem Jahr startete Berlin seine Kampagne für die Spiele, da konnte Konkurrent München bereits ein Referendum mit 66 Prozent Zustimmung vorweisen. Ein solcher Volksentscheid ist in Berlin laut Verfassung nicht möglich, hätte aber seit der ersten Olympia-Idee auf den Weg gebracht werden können. Sogar, wenn man für eine Verfassungsänderung Jahre einkalkuliert. Daran ist letztlich die ganze Bewerbung gescheitert. Wo kein Wille ist, war nie ein Weg.
Geblieben ist stattdessen ein Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses, sich für Olympische Spiele bewerben zu wollen. Da hatte mittlerweile auch Nordrhein-Westfalen seine 66 Prozent Zustimmung für Olympia bei den Menschen eingeholt. Und künftig herrschen andere Mehrheitsverhältnisse in Berlin. Das Abgeordnetenhaus aus dem Mai 2026 ist nicht mehr vergleichbar mit dem, das sich nach den Wahlen vom vergangenen Sonntag neu konstituieren wird. Die Gegner einer Olympia-Austragung geben jetzt den Ton an.
Das größte Versäumnis der Berliner Bewerbung ist allerdings, dass es nie gelungen ist, die gesamte Bevölkerung der Hauptstadt mitzunehmen. Die Olympia-Bewerbung blieb in ihrer eigenen Blase gefangen. Immer wieder wurde betont, was die Spiele alles verbessern könnten. Dabei wurde nur vergessen, dass viele Menschen Verbesserungen in anderen Bereichen als drängender ansehen. Das Konzept kam bei vielen Berlinerinnen und Berlinern deshalb als eines einer abgehobenen Elite an, die sich von den wahren Problemen der Stadt längst entkoppelt hat.
Berlin bleibt mit seinem Sportunterricht in maroden Turnhallen zurückDabei hätte Olympia tatsächlich das Potenzial gehabt, Berlin voranzubringen. Die Hoffnung der Gegner solcher Spiele, dass das gesparte Geld für eine Austragung nun direkt in die Sanierung von Sportstätten fließen wird, ist ein Irrglaube.
Denn die Millionen, die es nur gegeben hätte, wenn Olympia in Berlin auch wirklich stattfindet, fließen stattdessen nach München oder Köln, je nachdem, welcher Kandidat sich am Samstag in Baden-Baden bei der Abstimmung auf der Außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) durchsetzt.
Was bleibt, ist wieder einmal die Erkenntnis: Berlin kann es nicht.
Jörg Leopold über die zurückgezogene Olympia-Bewerbung
Berlin bleibt mit seinem Sportunterricht in maroden Turnhallen zurück. Wer wie die Linke mit den Themen Wohnen und Mieten im Wahlkampf gepunktet hat, für den sind Sportstätten zwangsläufig von untergeordneter Priorität.
Viele Berlinerinnen und Berliner wird das nicht stören, der Widerstand gegen Olympia war in den vergangenen Monaten spürbar. Dass Bürgermeister-Kandidatin Elif Eralp zuletzt allen olympischen Wunschträumen noch einmal ziemlich schroff eine Abfuhr erteilte, stieß bei manchen übel auf. Letztlich bekräftigte sie aber nur das, was sie im Wahlkampf stets formuliert hatte.
Und so bleibt die Frage, ob sich Berlin mit seinen Partnern aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen und dem gemeinsamen Konzept Berlin+ hätte durchsetzen können gegen München und Rhein-Ruhr, rein spekulativ. Der DOSB hatte bereits am Dienstag in einem Evaluierungsbericht eine Empfehlung für seine stimmberechtigten Sportverbände ausgesprochen – und die war eindeutig: Berlin soll es bitteschön am Samstag nicht werden.
Der Traum von Olympia ist schon vor der nationalen Abstimmung gescheitert. Was bleibt, ist wieder einmal die Erkenntnis: Berlin kann es nicht.
Das ist bitter für Kaweh Niroomand, für alle sportbegeisterten Kinder und Jugendlichen und die, die es hätten werden können. Nicht zuletzt aber ist es in all seiner traurigen Konsequenz einmal mehr ein Armutszeugnis für Berlin.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Берлин отзывает заявки на Олимпиады вплоть до 2044 года | 0 | 17.15 | 24-09-2026 |
| 2 | Власти Берлина намерены отказаться от заявки на проведение Олимпийских игр | 0 | 9.25 | 24-09-2026 |
| 3 | Берлин отказался от подачи заявки на проведение Олимпийских игр | 0 | 18.3 | 24-09-2026 |
| 4 | Берлин отозвал заявку на проведение ОИ-2036, 2040 и 2044 годов | 0 | 16.97 | 24-09-2026 |
| 5 | Die Magie des Marathons: Berlin kann große Sportereignisse – es braucht nur Mut | 0 | 11.63 | 27-09-2026 |
| 6 | Wahl zur Olympiabewerbung: Jürgen Scholz übt Kritik an DOSB-Plänen | 0 | 12.28 | 13-09-2026 |
| 7 | Kommentar: Warum Berlin alles gewinnt - außer im Fußball | 2 | 6 | 22-06-2026 |
| 8 | Журова назвала рискованным проведение Олимпиады в Берлине из-за ассоциации с нацизмом | 0 | 0 | 04-06-2025 |
| 9 | Сборная России по гандболу лишилась шансов выступить на Олимпиаде в Париже | 0 | 0 | 17-05-2023 |