Вход на сайт

Просмотр новости

Найдите то, что Вас интересует

Protestmarsch der SPD in Berlin: Große Gesten ersetzen keine Selbstkritik

Дата публикации: 07-10-2026 12:39:52

SPD-Bundestagsabgeordnete demonstrieren gegen die Wahl eines AfD-Politikers zum Landtagspräsidenten. Das Zeichen ist richtig, doch die Partei muss sich auch fragen, welchen Anteil sie am Aufstieg der AfD hat.

Основное содержимое страницы с новостью.

Es waren eindrucksvolle Bilder, die am Dienstagabend in sozialen Netzwerken und Medien auftauchten. Da marschierte ein Tross aus SPD-Bundestagsabgeordneten mit Grundgesetzbüchern in den Händen entlang geschichtsträchtiger Orte in Berlin: vom Bundestag durch das Brandenburger Tor bis zum Bebelplatz – dem Ort der Bücherverbrennung von 1933.

Der nach eigener Darstellung spontane Protest fiel auf einen historischen Tag: Nur wenige Stunden zuvor war in Sachsen-Anhalt erstmals seit dem Ende des Nationalsozialismus ein Mitglied einer extrem rechten Partei an die Spitze eines deutschen Landtags gewählt worden – offenbar auch mit einzelnen Stimmen aus bürgerlichen Parteien. Vor allem dieser Umstand erzürnte die Redner der SPD bei der Kundgebung.

Doch so notwendig diese Gesten als demokratische Selbstvergewisserung sein mögen: Sie wirken wie hilflose Symbolpolitik, solange die SPD ihren eigenen Anteil an den politischen Voraussetzungen des AfD-Erfolgs nicht mitbedenkt.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen von unseren Redakteuren ausgewählten, externen Inhalt, der den Artikel für Sie mit zusätzlichen Informationen anreichert. Sie können sich hier den externen Inhalt mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden.

Externen Inhalt anzeigen

Ich bin damit einverstanden, dass mir der externe Inhalt angezeigt wird. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie in den Datenschutz-Einstellungen. Diese finden Sie ganz unten auf unserer Seite im Footer, sodass Sie Ihre Einstellungen jederzeit verwalten oder widerrufen können.

20 Jahre in Regierungsverantwortung

„Das ist der Tag von Wut, das ist der Tag von Enttäuschung darüber, dass Demokratinnen und Demokraten offenbar nichts gelernt haben aus der Geschichte“, rief Boris Pistorius, bevor er die Nationalhymne anstimmte. „Wer das zugelassen hat, hat sich an der Demokratie unseres großartigen Landes vergangen.“

Zweifellos setzte die SPD mit ihrem Auftritt ein wichtiges Zeichen – als Partei, deren Geschichte untrennbar mit dem Widerstand gegen den Faschismus verbunden ist. Ihr Protest erinnerte daran, dass ein solcher Tabubruch wie in Magdeburg nicht zur neuen politischen Normalität werden darf. Die Bilder aus Berlin konnten somit auch allen hierzulande Mut machen, die eine menschenverachtende Politik ablehnen.

Wer das zugelassen hat, hat sich an der Demokratie unseres großartigen Landes vergangen.

Boris Pistorius (SPD), Bundesminister der Verteidigung

Doch das Schwenken des Grundgesetzes und das Anstimmen der Nationalhymne werden weder die Mehrheitsverhältnisse in Sachsen-Anhalt umkehren, noch beantworten sie die Frage, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Warum konnte eine erst 2013 gegründete und im Bundesland inzwischen als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei beinahe fünfmal so viele Stimmen auf sich vereinen wie die SPD mit ihrer stolzen, 163-jährigen Geschichte?

Und so droht der öffentliche Appell auch, eigene Versäumnisse zu überdecken. Zur Erinnerung: In den vergangenen drei Jahrzehnten war die SPD im Bund beinahe 20 Jahre lang in Regierungsverantwortung und stellte über zehn Jahre selbst den Kanzler.

Damit trägt sie auch Verantwortung für ungelöste Probleme und enttäuschte Erwartungen, auf denen die AfD ihren Erfolg aufbauen konnte: soziale Unsicherheit, staatliche Handlungsprobleme und politischen Vertrauensverlust.

Demonstration der SPD Bundestagsfraktion in Berlin anlaesslich der Wahl des AfD Landtagspraesidenten in Sachsen-Anhalt Schilder mit verschiedenen Aufschriften bei einer spontanen Demonstration und Demozug der SPD Bundestagsfraktion durch Berlin anlaesslich der Wahl eines AfD Abgeordneten zum Landtagspraesidenten in Sachsen-Anhalt, Berlin, 06.10.2026 Berlin Berlin Deutschland *** Demonstration by the SPD parliamentary group in the Bundestag in Berlin following the election of the AfD state parliament president in Saxony-Anhalt. Signs bearing various slogans at a spontaneous demonstration and march by the SPD parliamentary group in the Bundestag through Berlin following the election of an AfD member of the state parliament as state parliamen

Schilder mit verschiedenen Aufschriften bei einer spontanen Demonstration der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin.

© Political-Moments/imago

Fast zwei Drittel der Arbeiterinnen und Arbeiter in Sachsen-Anhalt haben die AfD gewählt. Bei der Bundestagswahl 2025 kamen die Sozialdemokraten unter ihrer einstigen Stammwählerschaft nur noch auf zwölf Prozent der Stimmen.

Das dürfte auch damit zusammenhängen, dass die SPD von ihnen schon lange nicht mehr als glaubwürdige Anwältin materieller und sozialer Sorgen wahrgenommen wird. Die von der SPD mitgetragenen Arbeitsmarktreformen sowie Erfahrungen mit Niedriglohn und wachsender sozialer Unsicherheit haben bei vielen ein tiefes Misstrauen hinterlassen. Die AfD nutzt diese Entfremdung, indem sie soziale Unzufriedenheit in völkische Wir-gegen-sie-Erzählungen und migrationspolitische Schuldzuweisungen übersetzt.

Sichtbarer Widerstand ist in diesen Zeiten unabdingbar. Doch statt sich gegenseitig die Schuld zuzuschieben und auf Pathos zu setzen, müssen sich die schwindenden Volksparteien endlich selbstkritisch befragen: Welche politischen Entscheidungen könnten der extremen Rechten den Zulauf entziehen?

„Wer das zugelassen hat, hat sich an der Demokratie unseres großartigen Landes vergangen.“ Vielleicht täte die SPD gut daran, diesen Satz nicht bloß als Anklage gegen andere, sondern auch als Auftrag an sich selbst zu verstehen.

Схожие новости

#Наименование новостиТональностьИнформативностьДата публикации
1Unzufriedenheit in SPD: SPD-Abteilung fordert Sonderparteitag und „Neustart“015.2813-08-2026
2AfD-Politiker an der Spitze des Landtags: Was die Reaktionen auf Magdeburg zeigen08.3107-10-2026
3Berliner Wahlverlierer SPD: Wer im Bezirk nicht vorkommt, kommt im Wahllokal nicht vor07.9523-09-2026
4Regierungsbildung nimmt neue Wendung: SPD organisiert Fünfer-Runde ohne AfD08.1623-09-2026
5Politische Reaktionen auf Sachsen-AnhaltTREND013.7707-05-2026
6(Video) CDU wirft SPD, Linken und Grünen vor, für die AfD gestimmt zu haben011.5508-10-2026
7Nach Wahl in Sachsen-Anhalt: Mehr als 30 Demos am Wochenende gegen AfD geplant025.3510-09-2026
8Berlin und Mecklenburg-Vorpommern: Fünf Lehren aus den Wahlen011.6821-09-2026
9Polit-Kommunikation: Was Pistorius besser macht als Merz012.808-10-2026
10Krise in der CDU: Schafft Sven Schulze die Flucht nach vorn?010.8914-10-2026

Классификация: Мнения. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 13.96. Источник: www.tagesspiegel.de.