Am 25. Oktober werden die Uhren wieder auf die Winterzeit umgestellt. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten zur Zeitumstellung.
Service | Bonn · Am 25. Oktober werden die Uhren wieder auf die Winterzeit umgestellt. Hier finden Sie die wichtigsten Fakten zur Zeitumstellung.
15.10.2026 , 14:00 Uhr
Ab Sonntag, 25. Oktober 2026, gilt in Deutschland wieder die Winterzeit.
Foto: dpa/Karl-Josef HildenbrandIn der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober 2026, wird die Uhr von 3 Uhr eine Stunde auf 2 Uhr zurückgestellt. Die Nacht ist dann eine Stunde länger. Ab da wird es dann folglich morgens regelmäßig eine Stunde früher hell, am Abend dafür aber auch eine Stunde früher dunkel.
Ursprünglich hatte man gehofft, durch die Zeitumstellung Energie sparen zu können. Die Menschen wollten das Tageslicht im Sommer länger nutzen können. Ein weiterer Grund für die Einführung der Zeitumstellung war die Anpassung an die Nachbarländer, die die Uhren bereits umstellten. In Deutschland gibt es die Zeitumstellung seit 1980.
Seit 1996 gibt es in der EU eine einheitliche Regelung. Der wirtschaftliche Nutzen der Zeitumstellung ist allerdings äußerst umstritten. Es gibt keinen Nachweis, dass dadurch tatsächlich in relevantem Maß Energie gespart wird. Der Forschungsausschuss im Bundestag gab in einem Bericht von 2016 an, dass Deutschland durch die Sommerzeit im Jahr geschätzt gerade einmal 0,2 Prozent Strom spart. Das Umweltbundesamt nimmt an, dass diese Ersparnis durch die Verbreitung von Energiesparlampen in den vergangenen Jahren noch gesunken ist.
Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) hat nach der Zeitumstellung körperliche oder psychische Probleme. Das ergab eine repräsentative Umfrage der Krankenkasse DAK im Februar 2025. 78 Prozent der Betroffenen fühlten sich müde oder schlapp. 66 Prozent hatten Einschlafprobleme und Schlafstörungen. 13 Prozent hatten sogar schon einmal depressive Verstimmungen.
Die Mehrheit der Deutschen lehnt das Drehen an der Uhr ab: 70 Prozent gaben an, die Zeitumstellung sei überflüssig und solle abgeschafft werden.
Schlafforscher empfehlen ganz klar, die Winterzeit als Dauerzeit einzuführen. Sie entspreche dem biologischen Rhythmus der Menschen, sagt der Leiter des Schlafzentrums am Pfalzklinikum Hans-Günter Weeß. Die Sommerzeit bewirkt, dass es abends länger hell bleibt. Dadurch wird die Bildung des Schlafbotenstoffs Melatonin unterdrückt, und die Menschen werden nicht rechtzeitig müde. Das führt dazu, dass sie zu spät ins Bett gehen und am nächsten Morgen unausgeschlafen sind, so der Schlafmediziner.
Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin befürwortet ebenfalls eine dauerhafte Winterzeit. Durch die Umstellung auf die Sommerzeit werde der Schlaf-Wach-Rhythmus wie bei einem Jetlag verzögert, heißt es in einer Stellungnahme.
Ob ich mich schnell oder langsam an die neue Zeit gewöhne, kann davon abhängen, welcher Chronotyp ich bin. „Spättypen haben es im Frühjahr viel, viel schwerer, weil diese ja sowieso morgens nicht richtig aus dem Bett kommen. Ihre innere Uhr ist einfach noch nicht aufs Wachsein programmiert“, sagt Achim Kramer, Leiter der Chronobiologie an der Berliner Charité.
Oft haben sich die Spättypen auch eine Woche nach der Zeitumstellung noch nicht angepasst. Sie müssen nun früher aufstehen, kommen aber abends nicht rechtzeitig ins Bett. Das kann zu einem Schlafdefizit führen.
Hat der Frühtyp umgekehrt mehr Probleme im Winter, weil sich die Zeit nach hinten verschiebt? Meist nicht, sagt Kramer. Die mitteleuropäische Normalzeit, die wir als Winterzeit kennen, sei für alle Chronotypen besser.
Bislang gilt die Zeitumstellung zwischen Sommer- und Winterzeit in allen EU-Mitgliedstaaten und auch in weiteren Nachbarstaaten. Allerdings wollen viele EU-Bürger auf den Wechsel verzichten. Die EU wurde daher aktiv: Die EU-Kommission hatte nach einer selbst organisierten Umfrage vorgeschlagen, den alljährlichen Wechsel zwischen Sommer- und Normalzeit zu beenden.
Sie legte dafür im September 2018 den Entwurf einer Richtlinie vor. Das Europäische Parlament stimmte dafür, die Zeitumstellung nach dem Jahr 2021 aufzugeben. Doch seit ein paar Jahren stehen die Uhren in dieser Sache still.
Das Problem: Die Mitgliedstaaten müssten sich darauf verständigen, welche Zeit - die normale Mitteleuropäische Zeit oder die Mitteleuropäische Sommerzeit - nach der Abschaffung als Standard gelten soll.