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Dessau holt DDR-Kunst im öffentlichen Raum zurück ins Bewusstsein

Дата публикации: 14-10-2026 14:16:40

Dessau hat ein besonders reichhaltiges Erbe an DDR-Kunst im öffentlichen Raum. Knapp 200 Werke von Dutzenden Künstlern sind jetzt systematisch erforscht worden. Sie sollen so wieder stärker ins Bewusstsein rücken.

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DDR-Kunst im öffentlichen Raum Dessau: bunte Kacheln mit Abbildungen von Menschen

AUDIO: Projektleiterin Elisabeth Rüber-Schütte über das Forschungsprojekt in Dessau (6 Min)

Forschung

Warum es in Dessau besonders viel DDR-Kunst im öffentlichen Raum gibt

Stand: 14.10.2026 16:16 Uhr

In Dessau sind am Mittwoch Forschungsergebnisse zur DDR-Kunst im öffentlichen Raum präsentiert worden. Das gemeinsame Projekt von Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und Ostdeutscher Sparkassenstiftung hat sich auf Kunstwerke aus den Jahren 1949 bis 1990 im gesamten Stadtgebiet konzentriert.

von MDR Kulturdesk

In Dessau sind öffentliche DDR-Kunstwerke umfassend erforscht und in einer Datenbank erfasst worden. Projektleiterin Elisabeth Rüber-Schütte sagte MDR KULTUR, man wolle das wichtige kulturelle Erbe auf diese Weise wieder stärker ins Bewusstsein rufen. In Dessau gebe es nicht nur das Gartenreich, auf das man stolz sein könne.

Bei dem Forschungsprojekt wurden zeitgenössische Publikationen gesichtet sowie Gespräche mit den entsprechenden Künstlerinnen, Zeitzeuginnen, Angehörigen und Architektinnen geführt. Als Ergebnis wurden nach Angaben des Landesamtes für Denkmalpflege insgesamt 192 Kunstwerke in einer Datenbank erfasst. Erhalten geblieben seien davon 142 Werke, 116 befänden sich noch an ihren ursprünglichen Orten.

Kunst im öffentlichen Raum wurde in der DDR staatlich gefördert.

Kunst im öffentlichen Raum: Dessau mit Sonderstellung

Rüber-Schütte erklärte, Kunst im öffentlichen Raum sei ein besonderes Phänomen der DDR. Sie sei staatlich gefördert worden – zeitweise habe es eine Richtlinie gegeben, dass zwei Prozent des Baugeschehens der Kunst vorbehalten sein müssten.

Eine neue Datenbank umfasst 192 Kunstwerke im öffentlichen Raum zwischen 1949 und 1990.

Gerade in Dessau haben sich aus der Zeit zwischen 1949 und 1990 sehr viele Kunstwerke erhalten – in einer Stadt, die im Zweiten Weltkrieg zu großen Teilen zerstört wurde und die eine wichtige Rolle für die Industriekultur spielte. Beides zusammen führte zu einem sehr großen, überregional beachteten Bestand an Kunstwerken im öffentlichen Raum.

Die Forschungsergebnisse zeigen laut Projektleiterin Rüber-Schütte, dass die öffentliche Kunst in Dessau von insgesamt 55 Künstlern aus der ganzen DDR stammt. Bei der Herstellung in Betrieben und Werkstätten der gesamten DDR sei eine enorme Vielfalt an Techniken benutzt worden, was zu einigen besonders originellen Kunstwerken geführt habe.

Insgesamt 55 Künstler schufen zu DDR-Zeiten Kunst in der Stadt Dessau.

Kulturelles Erbe der Nachkriegsmoderne bekannter machen

Dieses große kulturelle Erbe der Nachkriegsmoderne solle nun wieder stärker ins Bewusstsein gerückt werden. Die Erfassung und Erforschung der Kunstwerke sei zudem nachhaltig, denn sie ermögliche in Zukunft eine bessere Bewertung der konservatorischen Notwendigkeit.

Ein Handy liegt auf einer Laptoptastatur. Das Display zeigt das Google Logo
DDR-Kunst erzählt Stadtgeschichte

Die Forschungsergebnisse sollen nicht nur für die Fachwelt zugänglich sein. Geplant ist eine Website mit 60 ausgewählten Werken und weiterführenden Informationen zu den Künstlerinnen. Eine Ausstellung in der Kunsthalle Dessau vom 10. bis 15. November 2026 stellt 30 Werke aus dem Stadtgebiet vor und ordnet sie in ihre Entstehungszeit ein. Die Ausstellung ist so konzipiert, dass sie anschließend auch andernorts gezeigt werden kann.

DDR-Kunst ist in Dessau in der gesamten Stadt zu finden.

Ein spezielles Vermittlungskonzept richtet sich an Schülerinnen und Schüler. Kinder und Jugendliche sollen so einen anderen Zugang zur Geschichte ihrer Stadt und DDR-Historie bekommen.

Quelle: MDR KULTUR (Gespräch mit Elisabeth Rüberschütte), Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
Redaktionelle Bearbeitung: jb

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