Zigaretten werden in den kommenden Jahren deutlich teurer. Der Bundestag stimmte jetzt für eine entsprechende Gesetzesnovelle. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung lobt den Schritt – und könnte sich noch weiter steigende Preise vorstellen.
16.10.2026 · 13:14 Uhr
Bundesdrogenbeauftragter Streeck (CDU): „Habe dafür lange gekämpft und mir damit nicht nur Freunde gemacht.“
Foto: Ulrich Perrey/dpa/Ulrich PerreyExklusiv | Berlin · Zigaretten werden in den kommenden Jahren deutlich teurer. Der Bundestag stimmte jetzt für eine entsprechende Gesetzesnovelle. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung lobt den Schritt – und könnte sich noch weiter steigende Preise vorstellen.
Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), begrüßt die vom Bundestag auf den Weg gebrachte Erhöhung der Tabaksteuer – und ist offen für weitere Preissteigerungen. Unserer Redaktion sagte Streeck: „Rauchen kostet in Deutschland jedes Jahr rund 131.000 Menschen das Leben und unsere Gesellschaft fast 100 Milliarden Euro. Nach Berechnungen der WHO müsste eine Schachtel rund 23 Euro kosten, damit die Steuer diese Folgekosten deckt.“ Streeck habe dabei vor allem das Thema Gesundheit im Blick. Die finanziellen Mehreinnahmen sind aus seiner Sicht nur ein „Nebeneffekt“. Weniger Raucher bedeuteten „weniger Krebs, Herzinfarkte und Schlaganfälle und weniger vermeidbare Kosten für Beitrags- und Steuerzahler“, so Streeck weiter.
Gleichwohl zeigte sich der CDU-Politiker zufrieden mit der beschlossenen Erhöhung. „Ich habe dafür lange gekämpft und mir damit nicht nur Freunde gemacht. Nach Jahren kleiner Schritte wird Rauchen jetzt deutlich teurer, bis 2030 auf rund zwölf Euro pro Schachtel“, sagte Streeck. Das schütze vor allem Kinder und Jugendliche. Streeck führte aus: „Die meisten Raucher fangen als Jugendliche an, und in diesem Alter wirkt ein höherer Preis am stärksten, weil sich die Sucht noch nicht festgesetzt hat.“ Wer gar nicht erst anfange, müsse später auch nicht aufhören, betonte Streeck.
Der Bundestag hatte am Donnerstagabend mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen für eine Gesetzesänderung gestimmt, derzufolge sich der Durchschnittspreis für eine Schachtel mit 20 Zigaretten bis zum Jahr 2030 um fast vier Euro auf 11,78 Euro verteuern soll. Auch Feinschnitt zum Selbstdrehen, Zigarren, Zigarillos und Wasserpfeifen-Tabak sollen teurer werden. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) erhofft sich dadurch in den kommenden Jahren Steuermehreinnahmen von zusammengerechnet fast zwölf Milliarden Euro.
Das Gesetzgebungsverfahren zur Tabaksteuer endete am Freitag im Bundesrat, der das Vorhaben billigte. Damit ist die Steueranhebung nun beschlossene Sache.
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