IW-Studie: Wer dual Studierende oder Werkstudenten gewinnen will, muss über Miete reden: Wie stark studentische Wohnkosten zwischen Hochschulstädten variieren und warum der schwache Neubau keine Entlastung bedeutet.
Stand: 15.10.2026, 13:41 Uhr
IW-Studie: Wer dual Studierende oder Werkstudenten gewinnen will, muss über Miete reden: Wie stark studentische Wohnkosten zwischen Hochschulstädten variieren und warum der schwache Neubau keine Entlastung bedeutet.
Studentenwohnungen bleiben knapp und teuer: Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die qualitätsbereinigten Angebotsmieten an 38 Hochschulstandorten durchschnittlich um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das zeigt der MLP Studentenwohnreport 2026 des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Die schleppende Bautätigkeit droht die Wohnungssuche in den kommenden Jahren weiter zu erschweren.
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30 Quadratmeter, 880 Euro: Wer kann das bezahlen?Die Mietunterschiede zwischen Hochschulstädten sind erheblich. Für ihre Untersuchung vergleichen die Studienautoren kalkulierte Warmmieten einer 30-Quadratmeter-Musterwohnung. München ist mit rund 880 Euro monatlich der teuerste der 38 untersuchten Standorte, Chemnitz mit rund 280 Euro der günstigste. In Berlin sind dafür 725 Euro fällig, in Frankfurt 721 Euro, in Köln 714 Euro. Auch eine Wohngemeinschaft bietet keineswegs automatisch einen günstigen Ausweg: In Hamburg liegt das Muster-WG-Zimmer mit 736 Euro sogar über der Musterwohnung mit 700 Euro. Es handelt sich um Vergleichsrechnungen, nicht um Durchschnittsmieten sämtlicher Studentenunterkünfte.

Die schwächere Preisdynamik beseitigt die Wohnungsnot nicht. „Die geringere Dynamik ist noch keine Trendwende“, sagt IW-Immobilienökonom Michael Voigtländer. An rund zwei Dritteln der untersuchten Hochschulstandorte hat die Bautätigkeit zuletzt nachgelassen. Gleichzeitig erwartet der Report nach einem vorübergehenden Rückgang wieder steigende Studierendenzahlen. Damit könnte die Nachfrage erneut zunehmen, bevor ausreichend zusätzliche Wohnungen entstehen.
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Nachwuchs gewinnen heißt auch: Wohnen mitdenkenFür Arbeitgeber lässt sich daraus eine konkrete Empfehlung ableiten: Wohnkosten gehören früh ins Bewerbungsgespräch mit dual Studierenden und Werkstudenten. Ein Betrieb mit 50 Beschäftigten kann Ansprechpartner und lokale Wohnungsangebote vermitteln. Unternehmen mit 250 oder 500 Mitarbeitern können zusätzlich Kooperationen mit Vermietern oder zeitweise angemietete Unterkünfte prüfen. Entscheidend ist der tatsächliche Einstellungsbedarf.
Ein Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung: Zwischen München und Chemnitz liegen monatlich rund 600 Euro – jährlich etwa 7.200 Euro. Wer in München dieselbe Kaufkraft bieten will wie in Chemnitz, müsste dem Nachwuchs rechnerisch rund 7.200 Euro im Jahr mehr netto zahlen, damit nach der Miete gleich viel bleibt. Für überregional suchende Arbeitgeber heißt das: Ein Vergütungsangebot ist nur so viel wert wie das, was nach der Miete bleibt. Quelle: Institut der Deutschen Wirtschaft (IW)
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