Die gewaltigen Investitionen in neue Rechenzentren werden sich auf absehbare Zeit nicht auszahlen. Laut einer Studie der Beratungsfirma Gartner werden die KI-Erlöse bis 2030 bei weitem nicht ausreichen, um die Kosten zu decken.
Bei Projekten mit einem Gesamtvolumen von 3,5 Billionen Dollar drohen bis 2030 Abschreibungen, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Analyse der Beratungsfirma Gartner hervorging. Dies sei etwa die Hälfte der Ausgaben in diesem Zeitraum. „Unsere Untersuchungen deuten darauf hin, dass die KI-Umsätze im Geschäfts- und Privatkundenbereich nicht ausreichen werden, um Gewinne zu erzielen“, sagte Gartner-Experte Will Sommer.
Bis 2030 müssten Rechenzentrumsbetreiber kumuliert 8,5 Billionen Dollar an Umsatz erwirtschaften, um ihre Investitionen zu finanzieren und eine zugrunde gelegte Rendite von 12 Prozent zu erzielen, rechnete Sommer vor. Die Erlöse mit künstlicher Intelligenz in diesem Zeitraum dürften die Marke von 3,6 Billionen Dollar jedoch nicht überschreiten. Zudem müsse die aktuelle Generation an Hochleistungsservern in wenigen Jahren durch modernere Rechner ersetzt werden.
Auch auf etwas längere Sicht sieht die Rechnung nicht besser aus. In unserem Basisszenario werden die Unternehmens- und Verbrauchermärkte für KI frühestens im Jahr 2032 genügend Umsatz generieren, um alle geplanten KI-Investitionen rentabel zu finanzieren, heißt es in der Studie von Gartner. Die Analysten schätzen, dass die Betreiber von KI-Rechenzentren bis 2032 mehr als 14 Billionen US-Dollar erwirtschaften müssten, um Kapitalkosten, Finanzierungskosten und eine Kapitalrendite von 12 Prozent zu decken. Die Gesamteinnahmen aus IT- und Verbraucherquellen, die in diesem Zeitraum den Rechenzentren zugerechnet werden könnten, würden jedoch auf höchstens 8 Billionen US-Dollar prognostiziert.
Dieses Ungleichgewicht deutet darauf hin, dass bei den prognostizierten Trends Abschreibungen in Billionen-Dollar-Höhe auf KI-Anlagevermögen eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich sind, so die Studie.
Acht von zehn Neocloud-Unternehmen bedrohtAm stärksten wären hiervon die sogenannten Neoclouds betroffen, die sich auf den Betrieb von KI-Rechenzentren spezialisiert haben, schrieben die Gartner-Experten weiter. Sie rechneten damit, dass in den kommenden Jahren 80 Prozent dieser Unternehmen ihren Betrieb einstellen müssen oder übernommen werden.
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