Die Kerb lockt mit Musik, Fußball und Geselligkeit. Doch Fahrgeschäfte, Kneipen und Kerweredd sind verschwunden.
Kirrberg · Die Kerb lockt mit Musik, Fußball und Geselligkeit. Doch Fahrgeschäfte, Kneipen und Kerweredd sind verschwunden.
12.10.2026 , 15:00 Uhr
Auf dem Vereinsgelände des SV Kirrberg wird noch bis zu diesem Dienstag, 13. Oktober, die „Kerbricher Kerb 2026“ gefeiert. Die Verantwortlichen hatten sich über das vergangene Wochenende hinweg einiges einfallen lassen.
Bereits am Freitagmittag war ein Schlachtfest gefeiert worden, ehe am Abend Saskia Schneider das musikalische Programm gestaltete. Am Samstag fanden zunächst Fußball-Jugendspiele, Dartspartien im Sportheim und eine Begegnung der AH statt – anschließend heizten die Advocaat Boys & ihr Girl den Gästen ein. Und am Sonntag wurde ebenfalls lange gefeiert.
Zunächst spielten die Hofgassler zu einem zünftigen Frühschoppen auf, ehe nach einem Mittagessen samt Kuchenbüffet die traditionellen Kerwespiele der Aktivenfußballer auf dem Programm standen: In der Bezirksliga Neunkirchen bezwang dabei der SV Kirrberg II den SV Hellas Bildstock II souverän mit 5:0. Und anschließend sorgte auch die erste Kirrberger Mannschaft in der Verbandsliga Nord/Ost für gute Kerwestimmung im Dorf, als sie den SV Hellas Bildstock I mit 2:1 niederrang. Am Abend spielten dann Nicola und Saskia musikalisch groß auf.
Die Feierlichkeiten waren damit aber noch längst nicht beendet: Am Montag läuteten der Frühschoppen und das anschließende Mittagessen einen weiteren langen Kerwetag ein. Und am Dienstag schließt das traditionelle Pensionärtreffen ab 15 Uhr das fünftägige Festprogramm ab.
„Im Dorf selbst wird leider ab diesem Jahr nicht mehr die Kerb gefeiert, alles spielt sich hier oben rund um das Gelände des SV Kirrberg ab. Es gibt leider keine Kneipe und kein Fahrgeschäft mehr, auch Straußbuwe und -mäd sind nicht mehr da“, bedauerte Markus Didion. Er ist der erste Vorsitzende der Kirrberger Dartspieler, die mittlerweile im Nebenraum des Klubheims der Fußballer ihren Haupttrainings- und –Spielort haben. Dementsprechend gäbe es auch keine Kerweredd mehr. Früher seien im Dorf Fahrgeschäfte aufgebaut gewesen. Didion hofft darauf, dass sich dies alles noch einmal ändere, denn er erinnere sich sehr gerne an die früheren Kerwefeierlichkeiten zurück.
Auch Dominique Steiner, erster Vorsitzender des SV Kirrberg, denkt noch gerne an jene Zeiten zurück, wo sich das Kerwegeschehen außerhalb des Sportplatzes noch bis ins gesamte Dorf hinein ausdehnte. „Wir hatten versucht, andere Vereine zum Mitmachen hier oben auf dem Sportplatz zu animieren. Jeder hätte hier umsonst einen Stand anbieten können, um etwas verkaufen zu können. Aber leider wollte niemand mitmachen. Auch für Fahrgeschäfte hätten wir ja hier oben genügend Platz“, meinte Steiner. Aber auch so sei man zusammen mit den Dartspielern in der Lage gewesen, auf dem Vereinsgelände der Fußballer etwas auf die Beine zu stellen und fünf Tage lang ausgelassen zu feiern.
Und Didion ergänzte: „Wir haben ja in Kirrberg den Verein und Verbände. Über all die Jahre hinweg war der SV Kirrberg stets darum bemüht gewesen, die Kerb in Kirrberg nicht aussterben zu lassen. Das ist auch stets gut gelungen.“ Und weiter: „Es wäre aber auch schön gewesen, wenn sich andere Vereine mit kulinarischen Angeboten oder speziellen Dingen für die Kinder beteiligt hätten. Die Chance besteht, dass es nächstes Jahr doch noch einmal in Kirrberg eine richtige Kerb gibt – darum will sich die ehemalige Straußjugend kümmern.“ Für den gesamten Ort wäre es „richtig klasse, falls dies klappt – denn eine richtige Kerb gehört einfach zu Kirrberg mit dazu“. Unter anderem vermisse Didion die Kerweredd. (kig)