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Aktuelle Fälle in Berlin: „Regenfäule“ überträgt sich in Deutschland zwischen Menschen

Дата публикации: 09-09-2026 06:16:00

Die Dermatophilose, auch „Regenfäule” genannt, ist eine seltene sexuell übertragbare Hautinfektion. Aktuell breitet sie sich in Europa aus. Welche Symptome es gibt und wer ein erhöhtes Infektionsrisiko hat.

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Die Dermatophilose, auch „Regenfäule” genannt, ist eine seltene sexuell übertragbare Hautinfektion. Aktuell breitet sie sich in Europa aus. Welche Symptome es gibt und wer ein erhöhtes Infektionsrisiko hat.

Eine seltene Hautinfektion, die umgangssprachlich als „Regenfäule“ bezeichnet wird, breitet sich in Europa aus. Wie das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) kürzlich erklärte, sei die Zahl der europaweiten Fälle von 70 im Juni auf 126 im August gestiegen.

„Zuvor wurde keine Übertragung von Mensch zu Mensch dokumentiert, und Fälle in städtischen Gebieten ohne gemeldeten Kontakt zu Tieren wurden nur selten beschrieben“, schreibt das ECDC. Das habe sich nun geändert. Die sexuell übertragbare Hautinfektion sei bislang mitunter in Deutschland, Frankreich, Spanien und Norwegen aufgetreten, kürzlich meldete auch Schottland einen Infektionsfall.

Hautinfektion „Regenfäule“ verbreitet sich durch Feuchtigkeit

Bei der „Regenfäule“, in Fachkreisen Dermatophilose genannt, handelt es sich um eine Infektion, die durch das Bakterium Dermatophilus congolensis verursacht wird. Dies ruft insbesondere bei Pferden und Wiederkäuern Hautinfektionen hervor, die jedoch im Zuge von zoonotischen Ansteckungen auf den Menschen übertragen werden können.

Die spezielle Bezeichnung „Regenfäule“ kommt daher, weil Feuchtigkeit und hohe Luftfeuchtigkeit die Verbreitung der Infektion fördern.

Hautausschlag kann an Genitalien und im Gesicht auftreten

Wie das Robert-Koch-Instituts (RKI) im Epidemiologischen Bulletin von Mai 2026 erklärt, äußert sich die Infektion durch

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  • Hautausschlag
  • Pickel und Pusteln, unter Umständen mit Eiter gefüllt
  • schuppige und krustige Hautläsionen
  • Juckreiz

Laut ECDC waren die meisten der bislang in Europa aufgetretenen Fälle milde Hautinfektionen, die an verschiedenen Stellen des Körpers auftraten, darunter:

  • Genitalien
  • Oberschenkel
  • Leiste
  • Gesicht
Übertragen durch engen Hautkontakt und Sex

Die Dermatophilose wird durch engen Hautkontakt übertragen. Bislang infizierten sich vor allem homo- und bisexuelle Männer sowie andere Männer, die mit Männern Sex haben, mit dem Bakterium – insbesondere jene, die nach eigenen Angaben Orte besucht haben, an denen Besucher Sex haben. Dazu zählen zum Beispiel Sex-positive Saunen.

„Die Exposition in überwiegend Sex-positiven Saunen wurde zeitgleich aus verschiedenen Städten beziehungsweise Ländern berichtet, daher erscheinen sexuelle Kontakte und/oder eine gemeinsame Umweltexposition in Saunen im sexuellen Kontext als Übertragungsweg plausibel“, schreibt das RKI.

Andere Fälle standen jedoch in Zusammenhang mit der Ausübung von Kontaktsportarten oder Kampfsportarten. In dem Zuge wurden auch reisebedingte Fälle mit Bezug zu Südostasien registriert, wo humides Klima herrscht.

„Sehr niedrige“ Ansteckungsgefahr

Die Ansteckungsgefahr für die Allgemeinbevölkerung sei „sehr niedrig“, betonte das ECDC. Auch homo- und bisexuelle Männer sowie andere Männer, die mit Männern Sex haben, hätten prinzipiell ein „geringes“ Risiko. Bei denjenigen, die Einrichtungen besuchen, wo Sex vor Ort stattfindet, sei die Ansteckungsgefahr allerdings „mäßig“.

Um sich vor der Dermatophilose zu schützen, raten Ärzte, beim Besuch von Saunen eigene, saubere Handtücher zu verwenden. Zudem sollten derartige Einrichtungen nach einer frischen Rasur im Intimbereich vermieden werden, da die kleinen Hautverletzungen die Hautbarriere schwächen können.

Behandlung erfolgt mit Antibiotika

Behandelt wird die Dermatophilose mit Antibiotika. Sie heilt folgenlos aus und laut ECDC gab es bislang keine ernsten Komplikationen im Rahmen der Behandlung.

In Deutschland wurden laut RKI zwischen Dezember 2025 und Juni 2026 in einem Berliner Labor 17 Fälle nachgewiesen. Bei den infizierten Personen handelt es sich ausschließlich um Männer, die durchschnittlich 45 Jahre alt sind. Die Fälle traten in Berlin und Brandenburg auf. Der Dezember 2025 war mutmaßlich der früheste bislang dokumentierte Zeitraum.

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