Architektin Helen Heslop Brunt entwirft mit ihrem Mann ein nachhaltiges Öko-Haus in Kent. Die modulare Bauweise spart Zeit und Kosten.

Marcel Laponder/The Telegraph
Architektin Helen Heslop Brunt und ihr Mann bauen ein nachhaltiges Öko-Haus in Kent.
Das Paar wählt eine modulare Bauweise von Baufritz, um Kosten und Bauzeit zu minimieren.
Das großzügige Grundstück ermöglicht große, luftige Räume und einen familienfreundlichen Wohnbereich.
Die Architektin Helen Heslop Brunt wollte schon seit Jahren ein nachhaltiges Öko-Haus bauen, doch erst als sie und ihr Mann Martin sich dem Rentenalter näherten, fanden sie schließlich das perfekte Grundstück.
Im Jahr 2018 entdeckten sie in der Nähe von Maidstone in der Grafschaft Kent ein rund 8.000 Quadratmeter großes Grundstück mit einem veralteten Bungalow – und griffen sofort zu.
Wenn eine Architektin die Gelegenheit erhält, ihr eigenes Haus zu bauen, ist es immer spannend zu sehen, welche Ideen sie dabei umsetzt. Anders als viele Ruheständler, die sich verkleinern, wollte Helen so viel Wohnfläche wie möglich.
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„Wir hatten in einem ziemlich großen Haus gelebt – ebenfalls in Kent –, in dem wir unsere drei Kinder großgezogen haben“, erzählt sie. „Wir wollten auf keinen Fall auf dieses großzügige Raumgefühl verzichten, weder für uns selbst noch für Besuche des restlichen Familienkreises.“
Die sogenannten Babyboomer – jene Generation, die zwischen 1946 und 1965 geboren wurde – haben nach allgemeiner Auffassung stark vom einstigen Immobilienboom profitiert und beträchtliches Vermögen mit Häusern aufgebaut, die sie zu einem Bruchteil der heutigen Preise erworben hatten.
Dies hat dazu geführt, dass die über 60-Jährigen heute über ein Netto-Immobilienvermögen von 3,84 Billionen Pfund (rund 4,45 Billionen Euro) verfügen, wie der Immobiliendienstleister Savills berichtet.
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Experten vertreten häufig die Ansicht, dass ein Teil des Wohnungsmarktes für jüngere Familien frei würde, wenn mehr Ruheständler in kleinere Häuser umziehen würden.
Für die Familie Brunt bedeutete der Bau eines Hauses für den Lebensabend jedoch mehr als nur das: Es ging darum, einen familiären Mittelpunkt zu schaffen, an dem die erwachsenen Kinder und deren Partner ein- und ausgehen können, während die Familie wächst – und zugleich durch niedrige Energie- und Instandhaltungskosten für die Zukunft vorzusorgen.

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Das Grundstück lag an einem Hang in direkter Südausrichtung – ideal für Solarmodule und für einen herrlichen Blick über den Weald of Kent. „Eigentlich haben wir ein größeres Grundstück gekauft, als wir ursprünglich wollten“, erzählt Helen. „Es umfasst zwei Acres (rund 0,8 Hektar), und wir sind keine Gärtner! Aber wir lieben den Sonnenschein an unserem Südhang.“
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Nach dem üblichen langwierigen Verfahren zur Erlangung der Baugenehmigung rissen sie den Bungalow ab und begannen 2021 mit dem Bau des eleganten, mit Lärchenholz verkleideten modernen Hauses. Im Jahr 2022 zogen die Brunts dann dort ein.
Anstelle einer konventionellen Bauweise entschieden sie sich für eine maßgeschneiderte, aber industriell gefertigte Modulbauweise des deutschen Unternehmens Baufritz, die sich durch eine hohe Energieeffizienz auszeichnet.
„Wir haben uns für die Fertigbauweise entschieden, weil der Angebotspreis auch dem Endpreis entspricht – es fallen keine Zusatzkosten an – und die eigentliche Bauzeit deutlich kürzer ist. Zudem war es nicht teurer als ein Massivhaus“, sagt Helen. Die Preise für schlüsselfertige Standardhäuser von Baufritz beginnen bei 600.000 Euro.
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Helen entwarf das Haus mit einem nach Süden ausgerichteten Satteldach, um die Nutzung von Solarmodulen zu optimieren, sowie mit großflächigen Verglasungen – einerseits für den solaren Wärmegewinn im Winter und andererseits, um den faszinierenden Blick auf die umliegenden Wälder voll zur Geltung zu bringen.
Um eine Überhitzung im Sommer zu vermeiden, integrierte sie einen umlaufenden Sonnenschutz (Brise-Soleil) – ein architektonisches Vordach, das die Hitze bei hochstehender Sommersonne abhält, aber die tiefstehende Wintersonne durchlässt, um das Haus zu erwärmen.
„Ich halte absolut nichts von Klimaanlagen in Privathäusern; sie sind extrem energieineffizient und sollten hierzulande eigentlich nicht nötig sein“, sagt Helen.
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Stattdessen sorgte sie für eine Querlüftung des Hauses, indem sie Fenster und verglaste Türen auf gegenüberliegenden Seiten der Räume anordnete, die einen Luftstrom ermöglichten. Zudem installierte sie eine Wärmepumpe, die von Solarmodulen in Verbindung mit zwei Batteriespeichern betrieben wird; dadurch sind die Betriebskosten des Hauses verschwindend gering.

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Das großzügige Grundstück bot dem Paar Spielraum bei der Größe des Hauses; so konnte Helen die gewünschten großen, luftigen Räume realisieren – darunter ein geräumiges Wohnzimmer, das in den Koch- und Essbereich übergeht und ebenfalls über eine raumhohe Verglasung verfügt.
Im Obergeschoss steht den Brunts ein großzügiger Privatbereich zur Verfügung, der ein Arbeitszimmer, ein Badezimmer sowie das Schlafzimmer mit Zugang zu einem verglasten Balkon umfasst.
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„Wir haben außerdem drei Schlafzimmer im Hotelstil, jeweils mit eigenem Bad, sodass es für unsere Kinder angenehm ist, uns zu besuchen und zu übernachten“, sagt Helen.
Zudem hat Helen im Erdgeschoss einen zusätzlichen, flexibel nutzbaren Raum eingerichtet; dieser dient derzeit als Spielzimmer, ist jedoch als potenzielles Schlafzimmer mit barrierefreiem Duschbad konzipiert – ein weiteres Element, das das Haus zukunftssicher macht.

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In den vier Jahren seit ihrem Einzug hat sich das Haus als warmes, gemütliches Zuhause für die Familie bewährt.
„Bis vor Kurzem wohnte noch unser jüngster Sohn bei uns; die Arbeit von zu Hause aus war ideal für ihn, da er das Zimmer neben seinem eigenen als Büro nutzen konnte“, erzählt Helen. „Unser älterer Sohn und unsere Tochter wohnen beide einige Autostunden entfernt. Sie kommen jedoch allesamt mit Partnern zu Familienfeiern hierher – das ist wunderbar.“
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Um das nach Süden ausgerichtete Grundstück optimal zu nutzen, haben die Brunts direkt unterhalb des Hauses einen tiefergelegten Sitzbereich im Freien angelegt. Die in den Hang eingelassene und gepflasterte Fläche bietet dank bequemer Sitzgelegenheiten und eines Grills ausreichend Platz für die ganze Familie.
Für die Brunts war es ein wichtiges Anliegen, sich das Leben sowohl kurz- als auch langfristig zu erleichtern, um so viele Segelabenteuer im Ruhestand wie möglich unternehmen zu können. Ein Haus mit pflegeleichtem Garten war genau das, was sie brauchten – hatten sie doch zuvor stets in alten Häusern gelebt, die ständige Instandhaltung erforderten.
„Wir sind sehr glücklich, hier zu wohnen“, sagt Helen. „Mein Mann bedauert lediglich, dass wir keinen Meerblick haben.“
Dieser Artikel erschien zuerst im Telegraph, der wie Business Insider zu Axel Springer gehört.