Nach dem 0:1 gegen Griechenland fällt die Analyse von Bastian Schweinsteiger deutlich aus. Auch die Spieler und Trainer Klopp geben sich enttäuscht nach der Pleite von Augsburg.
Nach dem 0:1 gegen Griechenland fällt die Analyse von Bastian Schweinsteiger deutlich aus. Auch die Spieler und Trainer Klopp geben sich enttäuscht nach der Pleite von Augsburg.
Deutschland verliert beim ersten Heimspiel des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp daheim gegen Griechenland. Im Spiel der Nations League in Augsburg kommt die DFB-Elf gegen defensive und stets gefährliche Gegner kaum zu Chancen. Nach dem 0:1 herrscht Ernüchterung. Die Reaktionen nach der Niederlage:
ARD-Experte Bastian Schweinsteiger: „Wir haben es nicht geschafft, uns den Gegner hinzulegen und ihn vor Probleme zu stellen. Es war nicht genügend Druck. Das war gegen die Niederlande besser als heute. Wir sind keine Topmannschaft mehr, wir sind im Mittelmaß angekommen. Wir haben nicht mehr diese Spieler, die den Unterschied machen. Allein wenn man Griechenland sieht, Karetsas, Tzolis, das sind Unterschiedsspieler. Die haben wir halt nicht: Deswegen muss sich Jürgen Klopp eben alle mal anschauen, um einen Fußball spielen zu können, den er sehen will. Aber jetzt ist es reines Testen.“
Nochmal der ARD-Experte: „Wer kann bei uns ein Unterschiedsspieler sein? Heute hat nur Kimmich gute Pässe von hinten raus gespielt, der ist der Einzige, der das kann. Sonst kommt vorne nichts an. Wir müssen die Spieler, die wir haben, so entwickeln, dass es in naher Zukunft wieder besser wird.“
Schweinsteiger weiter: „Nehmen wir mal Karim Adeyemi, das ist ein Spieler, der in Barcelona unfassbar gestartet ist: Da spielt er links. Ich würde ihn da auch spielen lassen. Aber Jürgen Klopp ist in der Findungsphase, es dauert alles. Und Jürgen Klopp ist kein Zauberer. Du kannst nicht erwarten, dass du einfach 4:0 runtergehst vom Platz. Es dauert einfach.“
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Bundestrainer Jürgen Klopp: „So ein Spiel ist Teil des Prozesses. Es geht heute alles zu 100 Prozent auf meine Kappe. Die Aufstellung, die vielen Wechsel. Dass wir das griechische Team nicht komplett auseinandernehmen, das war mir klar. Ich hätte damit leben können, heute nicht hoch zu gewinnen. Aber verlieren darfst du so ein Spiel nicht. Und wenn ein Spiel so läuft, dann macht der Gegner einen Angriff und dann ist der Ball drin. Das Gegentor war unglücklich, die Griechen haben fast nur lang gespielt.“
Klopp über die Probleme gegen den defensiven Gegner: „Es war nicht das letzte Mal, dass ein Gegner so spielt gegen uns. Wir sind eine neu zusammengewürfelte Truppe und die traf heute auf einen defensiven Gegner. Wir hatten die Abläufe gegen so eine Mannschaft nur in den ersten 15 Minuten nach der Halbzeit. Warum wir es danach nicht mehr gemacht haben, weiß ich noch nicht. Man muss in bestimmten Räumen spielen, wenn der Gegner so verteidigt. Wir hätten sie mehr da bearbeiten müssen, wo sie Probleme haben. Der Ball in den Halbraum war oft frei. Irgendwann wurden die Jungs auch müde, das Spiel war intensiv.“
Nochmal Klopp: „Fußball braucht Training, Fußball braucht Abläufe. Wir können uns nicht die Bälle hinten holen, nach vorne tragen und hoffen, dass einer aus dem Weg geht. Heute haben wir gegen einen total tiefstehenden Gegner Probleme gehabt. Es gibt kaum was Unangenehmeres, als gegen so einen Gegner zu spielen. Vor allem dann, wenn du neu zusammengewürfelt bist.“
Klopp blickt nach vorne: „Wir sind dabei, die Tür zu öffnen für die neuen Gesichter. Ich habe auch ganz viele positive Dinge gesehen. Die haben aber nicht zu einem guten Ergebnis geführt. Mein Problem ist erstmal, dass wir schon nach kürzester Zeit auf höchstem Niveau geprüft werden. Für die Stimmung in der Mannschaft kann ich sorgen. Außenrum ist es anders. Die Jungs, die jetzt neu dazukommen, sind auch nicht eingespielt. Ich kann mir vorstellen, dass es jetzt losgeht, ,wie kann man nur…?‘ Mir ist ein schlechter Start aber lieber als ein schlechtes Ende. Wir werden zusammenfinden und alles wird sich zusammenfügen. Jede Erklärung klingt jetzt wie eine Ausrede. Die will ich nicht nutzen. Das Gegentor habe ich heute ungerne bekommen. Aber es gab auch ein Highlight: die 15 Minuten nach der Halbzeit. Da waren wir voll da.“
Deutschland-Kapitän Joshua Kimmich: „Es ist unglücklich, dass wir hintenraus verlieren. Das ist unnötig. Es war zu statisch, zu wenig kreativ von uns. Ein 0:0 wäre verdient gewesen. Wir waren nicht einfallsreich vorne. Wir müssen uns generell überall verbessern. Wir müssen die Idee des Trainers besser verstehen. Was er vorgibt, finde ich sehr gut. Er ist da sehr klar in dem, was er möchte. Aber jetzt müssen wir Spieler das auf die Wiese bringen.“
DFB-Verteidiger Jonathan Tah: „Das war kein einfaches Spiel für. Um ehrlich zu sein waren wir einfach nicht gut. Wir haben das, was sie uns gegeben haben, dass sie nicht immer hoch gepresst haben, das haben wir nicht genutzt. Dann sind die Griechen im Umschalten zu ein paar guten Gelegenheiten gekommen und haben leider eine genutzt. Der Mut sollte uns nicht fehlen. Es war aber das, wir hab es einfach nicht geschafft, vors Tor zu kommen. Dann ist es einfach, die gut umschalten kann, das haben sie gut genutzt. Wir sind jetzt erstmal enttäuscht und sauer. Wir gehen aber trotzdem zu den Fans. Das Wichtige ist, dass wir zusammenstehen. Das wird sich nicht ändern. Es ist jetzt klar, dass nicht alle happy sind. Das können wir aber bald wiedergutmachen.“
Griechenland-Stürmer Christos Tzolis: „Wir haben wenig zugelassen. Wir wussten, dass Deutschland auch Fehler machen wird. Wir wussten, dass wir unsere Chancen bekommen. Es war das erste Mal, dass Griechenland gegen Deutschland gewonnen hat. Das ist ein großer Abend für uns.“
Deutschland-Torwart Alexander Nübel: „Am Ende schießen wir einfach zu wenig aufs Tor. Von der Box aus. Oder in der Box. Wir haben ein neues Konzept vom Trainer. Wir müssen künftig bessere Räume finden. Serbien wird am Donnerstag ebenfalls sehr tief stehen. Dann müssen wir das besser machen. Die Stimmung ist jetzt erstmal nicht gut. Es ist immer noch eine besondere Ehre für Deutschland zu spielen. Die Debütanten sind zurecht stolz auf sich, dass sie für Deutschland spielen. Aber die Köpfe sind erstmal unten.“
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