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Unser Deutschland-Gefühl ist zurück – die wichtigste von 6 Lehren gegen Serbien

Дата публикации: 02-10-2026 04:34:00

Deutschland schlägt Serbien. Der Abend gräbt das Nationalmannschaftsgefühl wieder aus – und ist das erste erfolgreiche Klopp-Erlebnis. Sechs Erkenntnisse.

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Deutschland schlägt Serbien hochverdient. Der Abend in München gräbt das Gefühl für die Nationalmannschaft wieder aus – und ist das erste erfolgreiche Jürgen-Klopp-Erlebnis. Fünf weitere Erkenntnisse zum Spiel gibt's auch.

Aus der Allianz Arena

Jürgen Klopp nannte es einen „perfekten Abend“ mit „ganz viel Spaß“. Das mochte nach all den tristen Jahren, die die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hinter sich hat, wirklich etwas heißen.

2:0 (1:0) gewann Deutschland in der Nations League gegen Serbien, Tom Bischof (39.) und Florian Wirtz (61.) trafen. Nach 70 Minuten schwappte die Laola-Welle durchs Münchner Stadion, viermal, fünfmal, vielleicht öfter. Kurz vor Schluss erhob sich das Publikum geschlossen zum Chor: „Steht auf, wenn ihr Deutsche seid!“

1. Zum ersten Mal liefert Klopp das, wonach wir uns sehnen

Die wichtigste Erkenntnis dieses Abends: Das wie verschüttet scheinende Gefühl für die Nationalelf ist wieder da. Oder immer noch. Wie schön!

Zum ersten Mal erfuhr das Fußballland, was es sich von Bundestrainer Klopp erwartet oder ersehnt hatte, im Grunde seit Ewigkeiten: einen Abend wie jenen, Energie auf dem Platz, Energie auf den Rängen, ein attackierender Spielstil, eine prickelnde Atmosphäre, vom Sieg gekrönt. Ein Gesamtkunstwerk. Oder in Klopps Worten:

„Das war ein Traumbild, Schwarz-Rot-Gold zu sehen, da ist mir das Herz aufgegangen. Ich fühle mich überragend, weil ich total happy und stolz auf das bin, was die Jungs hingehauen haben. Es war ein Highlight.“

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Jürgen Klopp gestikuliert, das Publikum unterstützt Tom Weller/dpa

Bischof nannte Klopp einen „Trainer, der einen mitnimmt und mitzieht. Das sieht man auch an den Leuten, die ins Stadion kommen und das sehen wollen. Ich hoffe, es geht genauso weiter.“

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2. Alles ist besser, Gegenpressing geht „durch die Decke“

Zunächst einmal ging es gegen die – wichtig für die Einordnung: erschreckend schwachen – Serben so richtig los. Alles war besser als zuletzt, Zielstrebigkeit, Tempo, Esprit. Das DFB-Team agierte zupackender, variabler, vor allem weniger statisch. „Wir waren von Beginn an da, haben uns viele Chancen herausgespielt und ein sehr, sehr gutes Spiel gemacht“, befand Bischof.

„In unseren Pressingmomenten waren alle da. Die letzte Linie hat super nach vorne verteidigt. Gegen den Ball war es herausragend, und mit Ball haben wir wunderbaren Fußball gespielt. Das Spiel kommt in mein Archiv. Der nächste Entwicklungsschritt.“

Besonders das konsequente Gegenpressing faszinierte den Gegenpressingfan Klopp; es sei „durch die Decke gegangen, das war außergewöhnlich gut. Und das nehme ich nicht als selbstverständlich.“

3. Pavlovic, Wirtz, Bischof: Kein Mittelmaß im Mittelfeld

Trostloses „Mittelmaß“ hatte Bastian Schweinsteiger dem deutschen Team vor ein paar Tagen attestiert. Gegen Serbien hievten sich die Beteiligten eine Stufe höher, angefangen beim Herzstück jeder Fußballmannschaft: dem Mittelfeld.

Florian Wirtz und Tom Bischof feiern

Die beiden Torschützen gegen Serbien: Florian Wirtz (l.) und Tom Bischof feiern Imago

Bischof überzeugte als Achter offensiv wie defensiv, Pavlovic gab den Abräumer und Einfädler. Da staunte sogar der Boss: „Was hat Pavlo denn für ein Spiel gespielt? Der war überall“, lobte Klopp. „Wenn man über Bischof spricht, dann muss man auch über Pavlovic sprechen.“

Über Wirtz sowieso. Wie er sich die Kugel vor dem 2:0 mit der Sohle vorlegte! Ein Genuss. „Das wünschen sich doch alle: Einmal so gestreichelt werden wie der Ball von Flo Wirtz“, säuselte ZDF-Kommentator Oliver Schmidt. „Die Spieler um mich herum haben es mir einfach gemacht“, sagte Wirtz bescheiden. „Da kann man dann glänzen.“

4. Woltemade unglücklich, Sturmposition bleibt ein Sorgenfall

3,90 zu 0,01 Expected Goals spuckte die Statistik schließlich aus, 32:1 Torschüsse, 12:1 Ecken, 74 Prozent Ballbesitz. Das Ergebnis von 2:0 geriet unverhältnismäßig bescheiden.

Dabei war die Qualität der erarbeiteten Großchancen hoch – die Qualität der Abschlüsse aber sehr gering. Exemplarisch zwei Szenen: Serge Gnabry vergab frei vorm Tor (30.), und Nick Woltemade schoss den Ball aus vier Metern ungefähr fünf drüber (59.). Der Hüne setzte seine unglückselige Serie in der Nationalmannschaft fort, trotz eifriger Zweikampfführung und dauerhafter Strafraumpräsenz.

Gegen die Niederlande und Griechenland hatten es Kai Havertz (früh verletzt) beziehungsweise Younes Ebnoutalib in der Spitze versucht. Die Position bleibt ein Sorgenfall. „Wir hätten mehr Tore schießen können“, sagte Klopp am Donnerstag, die Laune wollte er sich nicht verderben lassen: „Völlig wurscht!“

5. Scherhant „unglaublich“: Die Debütanten dürfen wiederkommen

Jonas Urbig und Derry Scherhant (bei ihm überraschend) standen in der Startelf, als Debütanten numero 997 und 998 in der DFB-Geschichte. Said El Mala wurde nach seiner Einwechslung zur 999, Mika Baur verewigte sich als 1000. Neuling in der Ahnengalerie, Vitaly Janelt prompt als 1001.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in der Einzelkritik

Mika Baur ist der 1000. Nationalspieler der DFB-Geschichte Tom Weller/dpa

Die Zukunft wird zeigen, für wen die Herbst-Länderspiele 2026 im Nachhinein ein Intermezzo gewesen sind. Scherhant dürfte nicht die schlechtesten Aussichten auf weitere Chancen haben; Klopp rühmte den Freiburger für ein „unglaubliches Spiel“. Auch El Mala wies hoffnungsvolle Ansätze nach, obgleich einiges misslang.

6. Die Zwischenbilanz: Kader 2 > Kader 1

Klopp hatte die vier Nations-League-Spiele auf zwei gänzlich verschiedene Aufgebote verteilt. Quervergleiche mögen hinken, dennoch sieht die Zwischenbilanz eindeutig den zweiten Kader vorne. „Die Abläufe waren da. Die Jungs waren auf Krawall eingestellt“, sagte Klopp – wobei er sich beeilte, das Ganze zu relativieren. Und sicherlich einen Punkt hatte, indem er auf den Faktor Zeit verwies.

Ein Vergleich der beiden Kader sei „nicht fair“, weil zu Beginn (rund um die Partien gegen die Niederlande und Griechenland) weit weniger Trainingsmöglichkeiten vorhanden gewesen seien als vorm Serbien-Spiel. „Wir haben es heute gespielt, wie man es spielen sollte. Aber die Jungs, die gegen Griechenland gespielt haben, können das auch“, betonte Klopp.

Beim generellen Fazit witzelte er: „Wenn die Jungs sich irgendwann in jedem Spiel auf dieses Niveau pushen, macht es meinen Job nicht schwerer. Wir werden es am Sonntag wieder versuchen.“ Beim Stresstest in Thessaloniki.

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