Helles Display und gute Verarbeitung: Der Carpodgo T4 Plus rüstet als 11-Zoll-Monitor ältere Autos mit Carplay und Android Auto nach.
Helles Display und gute Verarbeitung: Der Carpodgo T4 Plus rüstet als 11-Zoll-Monitor ältere Autos mit Carplay und Android Auto nach.
Der Carpodgo T3 Pro (Testbericht) hat uns letztes Jahr weitgehend überzeugt. Er zählt zu den besten Lösungen, um ältere Autos mit Carplay und Android Auto nachzurüsten. Jetzt kommt mit dem Carpodgo T4 Plus ein neues Modell des Herstellers. Er konzentriert sich auf das Wesentliche: Carplay und Android Auto. Wie sich das neue Auto-Display im Alltag schlägt, zeigt unser Test. Das Testgerät hat uns der Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt.
DisplayDer Bildschirm des Carpodgo T4 Plus misst 10,9 Zoll in der Diagonale und ist damit ziemlich groß. Das Kunststoffgehäuse des T4 Plus ist sauber verarbeitet und wirkt hochwertiger als bei den meisten Konkurrenten. Mit 26,1 cm Breite und 11,3 cm Höhe wirkt das Gerät wuchtig. Im Kleinwagen kann es die Sicht nach vorn einschränken.
Das Seitenverhältnis beträgt 23:10, was ideal ist, um zwei Apps nebeneinander anzuzeigen, etwa Google Maps und Spotify. Die Auflösung von 1920 × 720 Pixeln sorgt für ein ausreichend scharfes Bild. Die Bildqualität des laminierten IPS-Panels überzeugt durchweg. Das Bild wirkt dank 60 FPS flüssig.
Laut Hersteller leuchtet das Display mit bis zu 1000 Nits, etwa 300 Nits mehr als beim Carpodgo T3 Pro. So bleibt die Anzeige auch bei Sonnenschein gut ablesbar. Ein Lichtsensor passt die Helligkeit automatisch an. Das ist praktisch, denn wer während der Fahrt von Hand nachregelt, lenkt sich ab.
MontageZur Befestigung liegt eine Halterung mit Kugelgelenk bei, die man aufs Armaturenbrett klebt. Es gibt ferner eine Saugnapfhalterung mit Teleskoparm. Ein Adapter für die 12-V-Steckdose im Auto liegt bei.
Auf seiner Rückseite des Displays sitzt eine magnetische Platte mit dem USB-C-Anschluss für die Stromversorgung. Damit kann man den Monitor einfach von der Halterung lösen. Beim Parken nimmt man den Bildschirm so schnell ab und verstaut ihn etwa im Handschuhfach. Das lohnt sich vor allem, wenn das Auto in der prallen Sonne steht oder man nachts einen Einbruch fürchtet.
Mit dem Saugnapf lässt sich der Bildschirm freier platzieren. Man kann ihn etwa über das Armaturenbrett hinausragen lassen, damit er weniger die Sicht versperrt. Auf dem Armaturenbrett hält der Saugnapf allerdings kaum, an der Windschutzscheibe klappt es besser. Für das Armaturenbrett legt der Hersteller deshalb ein rundes Kunststoffplättchen zum Aufkleben bei, auf dem der Saugnapf besser haftet – sehr praktisch.
Am besten hält der Bildschirm mit der fest angeklebten Halterung. Je nach Auto ragt er dann allerdings etwas ins Sichtfeld. Auch die Saugnapfhalterung sitzt mit dem aufgeklebten Plättchen solide. Liegt der Bildschirm aber nicht auf dem Armaturenbrett auf, wackelt er während der Fahrt leicht. Auf holprigen Straßen könnte er sich dann lösen, auch wenn in unserem Test bisher alles gehalten hat. Heizt sich das Cockpit im Sommer stark auf, kann sich der Saugnapf ebenfalls lösen.
Carpodgo T4 Plus: Bilder
Ist der Carpodgo T4 Plus montiert und angeschlossen, schaltet man die Zündung ein. Erst dann bekommt das Gerät Strom. Anschließend koppelt man es per Bluetooth mit dem iPhone oder Android-Smartphone. Danach baut der Monitor eine direkte WLAN-Verbindung zum Handy auf. Darüber laufen Apple Carplay oder Android Auto kabellos.
Der Startbildschirm ist schlicht und übersichtlich. Er zeigt die Uhrzeit und je ein Symbol für Carplay, Android Auto, die Audio-Optionen und Einstellungen. Auf Wunsch zeigt der Startbildschirm auch das Logo der eigenen Automarke. Die Helligkeit regelt das Gerät von Haus aus automatisch. Für Tag und Nacht lassen sich aber eigene Grundwerte einstellen. Außerdem gibt es einen Nachtmodus mit einer eher dunklen Oberfläche, der sich zu einer selbst gewählten Uhrzeit einschaltet.
Die Verbindung klappte im Test meist zuverlässig. Es dauert etwa 10 bis 15 Sekunden bis das System hochfährt und Carplay oder Android Auto startet. Das funktioniert meistens zuverlässig. Nur einmal im Test verband sich das Smartphone nicht mehr mit dem Monitor. Davor waren wir mehrmals hintereinander kurze Strecken gefahren. Wir mussten das Smartphone dann über Bluetooth neu mit dem Bildschirm koppeln. Verglichen mit anderen Modellen arbeitet der Carpodgo trotzdem zuverlässig, wenn auch nicht ganz fehlerfrei.
Für die Tonübertragung gibt es mehrere Wege. Hat das Autoradio Bluetooth, koppelt man das Smartphone direkt damit. Der Bildschirm selbst wird nicht per Bluetooth mit dem Radio gekoppelt und zeigt lediglich Apps wie Spotify und Google Maps an.
Hat das Radio kein Bluetooth, aber einen AUX-Eingang, verbindet man es per Kabel mit dem Bildschirm. Ein Klinkenkabel liegt allerdings nicht bei. Je nach Auto benötigt man zusätzlich einen Entstörfilter, sonst kann es zu nervigen Knackgeräuschen kommen.
Fehlt auch der AUX-Eingang, bleibt der eingebaute FM-Transmitter die Lösung. Man stellt am Gerät eine UKW-Frequenz ein und wählt dieselbe am Autoradio. Der Ton gelangt dann per Funk über die kurze Strecke ins Radio. Dabei rauscht oder knistert es häufiger, etwa wenn ein Radiosender dieselbe oder eine nahe Frequenz nutzt.
Als letzte Möglichkeit bleiben die eingebauten Lautsprecher. Sie klingen allerdings sehr leise und dünn. Das eignet sich nur für den Notfall und ist im Alltag wenig zu gebrauchen. Am besten klang es im Test, wenn das Smartphone per Bluetooth direkt mit dem Autoradio gekoppelt war.
Carpodgo T4 Plus: Verglichen mit anderen Modellen arbeitet der Carpodgo zuverlässig, wenn auch nicht ganz fehlerfrei. heise bestenlisten
Der interne Speicher fällt mit 8 GB gering aus. Dazu kommen 512 MB RAM. Weil das Gerät nicht für das installieren von Apps gedacht ist, wiegt das aber nicht schwer. Das Gerät nutzt Bluetooth 5.0 und WLAN, um Carplay und Android Auto vom Handy aufs Display zu bringen. Funktionen oder Apps, die über Carplay und Android Auto hinausgehen, gibt es nicht.
Gegen Aufpreis gibt es eine Rückfahrkamera mit Full-HD-Auflösung, die per Kabel angeschlossen wird. Der Einbau ist aufwendig: Für die Kamera muss man Löcher in die Karosserie bohren. Ihren Strom bekommt sie über die Rückleuchten. Das Kabel zum Monitor muss man durch den ganzen Innenraum bis ins Cockpit verlegen und dort in die Halterung stecken. Aufgrund des großen Aufwands haben wir darauf verzichtet, die Rückfahrkamera zu testen.
Umständlich sind auch Firmware-Updates. Man lädt die Dateien von der Website des Herstellers herunter und kopiert sie auf einen USB-Stick im Format FAT32. Den Stick steckt man dann in den zweiten USB-C-Anschluss direkt am Monitor und startet dann in den Einstellungen den Update-Vorgang. Das ist deutlich aufwendiger als etwa beim Lamtto RC32, wo man per WLAN-Hotspot einfach ein OTA-Update durchführen kann.
PreisDer Carpodgo T4 Plus kostet direkt beim Hersteller rund 220 Euro. Mit dem Rabattcode HEISE zahlt man nur etwa 204 Euro. Bei Amazon kostet das Carplay-Display knapp 250 Euro.
Anmerkung: Der Hersteller hat seinen Sitz in China. Wer direkt bei ihm bestellt, hat zwar in der Regel dieselben Verbraucherrechte wie bei einem deutschen Shop. Diese Rechte lassen sich aber nur schwer durchsetzen. Eine Rücksendung nach China kann teuer werden, außerdem können Einfuhrabgaben anfallen. Auch die Lieferung dauert oft länger.
FazitDer Carpodgo T4 Plus eignet sich hervorragend, um ältere Autos mit CarPlay und Android Auto nachzurüsten. Er ist hochwertig verarbeitet, zeigt ein gutes Bild und leuchtet heller als alle Geräte, die wir bisher getestet haben. Mit dem Smartphone verband er sich meist zuverlässig, Aussetzer gab es nur selten. Das Menü ist übersichtlich. Für die Befestigung stehen zwei brauchbare Halterungen zur Wahl: eine zum festen Aufkleben und ein Saugnapf samt Klebeplättchen.
Schwächen gibt es wenige. Firmware-Updates sind umständlich, weil das Gerät sie nicht drahtlos laden kann. Ein AUX-Kabel liegt nicht bei. Und für Kleinwagen ist das Display eher zu groß. Wer damit leben kann, bekommt eine empfehlenswerte Nachrüstlösung.
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