In Sachsen-Anhalt sind erneut deutlich weniger Asylsuchende registriert worden. Ministerium und Wissenschaft nennen unterschiedliche Gründe.
AUDIO: Zahl der Asylsuchenden in Sachsen-Anhalt geht stetig zurück (1 Min)
Migration
Zahl der Asylsuchenden sinkt weiterStand: 04.10.2026 17:19 Uhr
Die Zahl der Asylsuchenden in Sachsen-Anhalt ist im September erneut gesunken. Während die Landesregierung die verschärfte Migrationspolitik als wesentlichen Grund nennt, verweisen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf Entwicklungen in den Herkunftsländern.
von MDR SACHSEN-ANHALT
Die Zahl der Asylsuchenden in Sachsen-Anhalt geht stetig zurück. Das teilte das Innenministerium in Magdeburg mit. Im September sind demnach 160 Menschen registriert worden. Vor einem Jahr waren es mit 261 Menschen rund 39 Prozent mehr. Noch weniger Asylzugänge in einem September gab es zuletzt 2011.
Landesregierung sieht veränderte Migrationspolitik als GrundAuch im bisherigen Jahresverlauf zeigt der Trend nach unten: Bis Ende September wurden 1.475 Asylsuchende registriert, rund ein Drittel weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Die Landesregierung führt das vor allem auf die veränderte Migrationspolitik in Deutschland und Europa zurück.
Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) verweist auf die veränderte Migrationspolitik. "Migration wird wieder gesteuert, geordnet und begrenzt." Auch bei Rückführungen und vom Land veranlassten freiwilligen Ausreisen dürfe nicht nachgelassen werden, so die Ministerin.
Wissenschaft: Politik ein Faktor unter vielenWissenschaftler verweisen darauf, dass sich der Rückgang nicht nur auf striktere politische Maßnahmen zurückführen lasse. Der Migrationsforscher Hannes Schammann von der Universität Hildesheim sagt, Migration lasse sich durch politische Maßnahmen nur kurzfristig oder unvollständig steuern.
Einen wichtigen Grund für die sinkenden Antragszahlen sieht Schammann in den Herkunftsländern. "Wenn weniger losgehen, kommen weniger bei uns an", erklärt der Wissenschaftler. Die Zahl der Asylanträge in Europa und Deutschland sei insbesondere aus den Staaten zurückgegangen, aus denen derzeit weniger Menschen fliehen.
dpa, MDR (Cornelia Winkler)
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