Immer jüngere Tatverdächtige, immer schwerere Delikte: Der Marler Strafverteidiger Burkhard Benecken fordert in seinem neuen Buch „Wenn Teenager eskalieren“ die Strafmündigkeit ab zehn Jahren. Sein Ziel: eingreifen, bevor die kriminelle Karriere beginnt.
03.10.2026 · 11:06 Uhr
Strafverteidiger Burkhard Benecken hat ein Buch über Kinder- und Jugendgewalt geschrieben.
Foto: RPO/Claudia HauserDüsseldorf · Immer jüngere Tatverdächtige, immer schwerere Delikte: Der Marler Strafverteidiger Burkhard Benecken fordert in seinem neuen Buch „Wenn Teenager eskalieren“ die Strafmündigkeit ab zehn Jahren. Sein Ziel: eingreifen, bevor die kriminelle Karriere beginnt.
Ein Mädchen wird in Freudenberg von zwei Mitschülerinnen getötet. Eine 13-Jährige greift in einer Paderborner Psychiatrie eine Betreuerin mit einem Messer an. Und in Dormagen steht ein zwölfjähriger Junge unter Verdacht, einen 14-Jährigen getötet zu haben. Drei Fälle, drei Orte in Nordrhein-Westfalen – und jedes Mal geht es um Kinder oder Jugendliche, die zu Tätern schwerer Gewalttaten werden.
Der Fall Luise ist dabei besonders ins kollektive Gedächtnis eingebrannt: Die zwölfjährige Schülerin wurde im März 2023 in Freudenberg von zwei Mädchen im Alter von zwölf und 13 Jahren erstochen, mit mehr als 70 Messerstichen. Weil beide zur Tatzeit noch keine 14 waren, gab es gegen sie kein Strafverfahren. Auch der zwölf Jahre alte Junge, der den 14-jährigen Yosef in Dormagen getötet haben soll, muss sich nicht vor Gericht verantworten.