Die Oppositionsführerin scheitert erneut mit ihrer Rückkehr in ihre Heimat. Währenddessen empfängt Donald Trump die venezolanische Präsidentin Delcy Rodríguez in New York mit allen Ehren.
Die Oppositionsführerin scheitert erneut mit ihrer Rückkehr in ihre Heimat. Währenddessen empfängt Donald Trump die venezolanische Präsidentin Delcy Rodríguez in New York mit allen Ehren.
27.09.2026, 12.00 Uhr
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Ariana Cubillos / AP
Für María Corina Machado dürfte es eine der frustrierendsten Wochen ihrer politischen Karriere gewesen sein. Mehrmals versuchte sie in den vergangenen Tagen, von Panama aus nach Venezuela zurückzukehren. Zunächst fiel eine gecharterte Jacht kurz vor der Abfahrt wegen eines angeblichen Maschinenschadens aus. Danach erhielt ihr Privatjet innerhalb von weniger als 24 Stunden weder für Aruba noch für Curaçao oder Bonaire eine Landeerlaubnis.
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Machado sei dreimal die Einreise nach Venezuela verweigert worden, sagte ihr Sprecher. Warum ihre Rückkehr scheiterte, liess er offen. In Caracas allerdings vermuten viele, dass Washington hinter den gescheiterten Rückkehrversuchen steckt. Sieben Mal hat Machado seit Juni versucht, nach Venezuela zurückzukehren. Sie hatte das Land Ende vergangenen Jahres verlassen, um in der norwegischen Hauptstadt Oslo den Friedensnobelpreis entgegenzunehmen.
Trump setzt klar auf Delcy Rodríguez – nicht auf MachadoBereits nach dem schweren Erdbeben im Juni hatte Machado vergeblich versucht, über die Karibik zurückzukehren. Damals hiess es in Washington, eine Rückkehr mitten in der Katastrophe sei nicht hilfreich; Aussenminister Marco Rubio habe sie persönlich davon überzeugt, vorerst darauf zu verzichten. Umso überraschender war seine Kehrtwende Anfang September: Machado habe als Venezolanerin das Recht, jederzeit zurückzukehren. «Wir können sie nicht daran hindern, irgendwohin zu reisen», sagte Rubio.
Während Machado erneut bei der Einreise scheiterte, demonstrierte Präsident Donald Trump in New York, auf wen Washington derzeit in Caracas setzt: auf Delcy Rodríguez. Letzte Woche traf Trump die amtierende Präsidentin Venezuelas in New York.
Die ehemalige Vizepräsidentin des Landes hatte nach der Festnahme des Präsidenten Nicolás Maduro durch amerikanische Truppen im Januar dieses Jahres die Macht in Caracas übernommen. Seitdem arbeitet sie eng mit der Trump-Regierung zusammen. Dabei stand Rodríguez bis April dieses Jahres noch auf der Sanktionsliste der USA wegen der Menschenrechtsverletzungen des Regimes.
Als erste venezolanische Staatschefin seit acht Jahren konnte Rodríguez deswegen vor der Uno-Generalversammlung sprechen – und nur wenige Kilometer entfernt von dem Gefängnis, wo ihr Vorgänger Maduro nun auf sein Verfahren wegen Drogenhandels wartet. Rodríguez traf in New York ausserdem die Währungsfonds-Chefin Kristalina Georgiewa, den Weltbank-Präsidenten Ajay Banga und den Uno-Generalsekretär António Guterres.
«Dem Sieger gehört die Beute»Für besonderes Aufsehen sorgte das Foto mit Trump: Rodríguez steht dabei lächelnd mit Victory-Zeichen neben Trump, der den Daumen hochhält. In seiner Rede vor der Generalversammlung beanspruchte Trump für die USA nach der Invasion Zugriff auf die grossen Öl-, Gas- und Bodenschätze Venezuelas. «Dem Sieger gehört die Beute», sagte Trump.
Die Oppositionsführerin Machado war dagegen von Trump direkt nach der Militäraktion als mögliche Nachfolgerin Maduros aus dem Spiel genommen worden. Sie habe keine Kontrolle über das Militär und die sonstigen Sicherheitskräfte, war sein Hauptargument. Das Land müsse erst stabilisiert, dann wiederaufgebaut werden, bevor der Weg zur Demokratie beschritten werden könne, lautete die Strategie, mit der Aussenminister Marco Rubio die Oppositionsführerin stets vertröstete.
Dabei kann sich Machado auf eine demokratische Legitimation berufen, die Rodríguez fehlt. Die Präsidentschaftswahl von 2024 hatte nach den von der Opposition veröffentlichten Wahlprotokollen ihr Stellvertreter Edmundo González gewonnen. Doch das Regime in Caracas erkannte dieses Ergebnis nicht an und erklärte Maduro zum Sieger.
Proteste nehmen zuInsgesamt nimmt die Unzufriedenheit zu. Die venezolanische Nichtregierungsorganisation OVCS registrierte im August 652 Proteste – nach 509 im Juli und nur 168 im August des Vorjahres. Dabei hat sich der Schwerpunkt verschoben: Zu Jahresbeginn dominierten noch politische Forderungen; inzwischen geht es immer mehr um Löhne, Renten, Wohnungen sowie Probleme bei der Strom- und Wasserversorgung.
Dass sich die Proteste zunehmend um Alltagsprobleme drehen, bedeutet jedoch nicht, dass Machado politisch abgeschrieben wäre. In Gesprächen mit Venezolanern ist immer wieder die Forderung zu hören, sie müsse endlich zurückkehren. Zwei Jahre nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl ist Machado weiterhin populär, auch wenn ihr Rückhalt schwindet: In der jüngsten Umfrage von Atlas Intel bewerteten 53 Prozent der Venezolaner sie positiv – im Juli waren es noch 72 Prozent gewesen.
Eine andere Oppositionsfigur, die an ihre Stelle treten könnte, ist jedoch nicht in Sicht. Das zeigt auch das geringe Interesse an den derzeitigen Verhandlungen zwischen Regierung und Teilen der Opposition in Caracas. Kürzlich fand die zweite Runde eines im August begonnenen Dialogs über Justizreformen sowie mehr Presse- und Meinungsfreiheit unter Führung der USA statt. Doch María Corina Machado und Edmundo González waren an den Gesprächen nicht beteiligt.
Auf Machados gescheiterte Rückkehrversuche angesprochen, sagte der Parlamentspräsident Jorge Rodríguez, der Bruder der Präsidentin: «Wir arbeiten intensiv an einem Prozess der Wiederannäherung.» Wen diese Wiederannäherung einschliessen soll, liess er offen. Machados Namen erwähnte er nicht.
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