Netflix erhöht die Preise für alle Abo-Stufen um zwei Euro. Was Kunden jetzt tun können und wie sich bis zu 15 Euro sparen lassen.
Der Streaming-Riese Netflix dreht erneut an der Preisschraube. Seit Tagen flattern die Nachrichten in die Postfächer der deutschen Abonnenten. Wer nicht zustimmt, fliegt raus. Was jetzt gilt und wie Sie trotzdem sparen.
Jedes Abo-Modell wird zwei Euro teurer„Vielen Dank, dass Sie sich seit 2017 (bei jedem Nutzer steht das Beitrittsjahr, d. Red.) von uns unterhalten lassen“, so freundlich fängt die Mail an, die derzeit bei Hunderttausenden Netflix-Kunden in Deutschland eingeht. Dann kommt die Zahl. Zwei Euro mehr, jeden Monat, ab dem nächsten Abrechnungstermin.
Netflix macht keinen Spaß: Alle Abos werden zwei Euro teurer.
© Fabian Sommer/dpa
Für Neukunden gelten die neuen Preise schon seit dem 3. September. Die Bestandskunden erwischt es jetzt nach und nach, gestaffelt nach Rechnungsdatum.
Betroffen sind alle drei Stufen. Das Standard-Abo mit Werbung klettert von 4,99 auf 6,99 Euro. Standard ohne Werbung steigt von 13,99 auf 15,99 Euro. Und das Premium-Paket mit 4K-Bild und vier gleichzeitigen Streams kostet künftig 21,99 statt 19,99 Euro. Überall derselbe Aufschlag von zwei Euro.
Gleich schwer wiegt das aber nicht. Beim Premium-Abo sind zwei Euro rund zehn Prozent. Beim Standard-Abo sind es 14 Prozent. Beim Werbe-Abo, dem billigsten Einstieg, sind es satte 40 Prozent – ausgerechnet die Sparfüchse trifft es am härtesten. Und wer ein Zusatzmitglied außerhalb des eigenen Haushalts freigeschaltet hat, zahlt dafür künftig 5,99 statt 4,99 Euro. Die letzte Erhöhung liegt rund zweieinhalb: Im April 2024 hatte Netflix zuletzt aufgeschlagen.
Früher hätte Netflix einfach abgebucht. Dass die Kunden heute gefragt werden, verdanken sie einem Urteil aus Berlin. Das Kammergericht erklärte am 15. November 2023 die Preisanpassungsklauseln von Netflix und Spotify für unwirksam. Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband. Die Richter stellten klar: Einseitig die Preise anheben, ohne dass der Kunde zustimmt, geht nicht. Das Urteil ist rechtskräftig.
Was passiert, wenn Sie nicht zustimmenGenau deshalb steht in der Mail der Knopf „Neuen Preis akzeptieren“. Netflix braucht Ihr Ja. Aber ab hier wird es unangenehm. Wer ablehnt oder gar nicht reagiert, behält nicht dauerhaft den alten Preis, Netflix kündigt dann die Mitgliedschaft. Im vorliegenden Schreiben nennt der Konzern als letztes Rechnungsdatum den kommenden Monat. Ein Aussitzen gibt es also nicht.
Zustimmen. Ein Klick, alles läuft weiter, zwei Euro mehr. Runterstufen. Der Wechsel in ein günstigeres Abo ist jederzeit möglich, ohne Kündigungsfrist. Profile, Merklisten und Fortschritte bleiben erhalten. Vom Premium- ins Werbe-Abo spart 15 Euro im Monat. Kündigen. Netflix hat keine Mindestlaufzeit, Sie kommen zum Ende des Abrechnungszeitraums raus.
Noch sind Prime Video und Disney+ günstiger als das Netflix-Abo.
© Thomas Trutschel/Imago
Netflix bleibt damit der teuerste der großen Anbieter. Disney+ kostet aktuell 6,99 Euro mit Werbung, 10,99 Euro werbefrei und 15,99 Euro im Premium-Paket mit 4K. Amazon Prime liegt bei 8,99 Euro im Monat oder 89,90 Euro im Jahr, wobei Prime Video inzwischen standardmäßig Werbung zeigt. Wer die loswerden will, zahlt 2,99 Euro obendrauf.
Bleibt die Frage, was Netflix für die zwei Euro liefert. Der Konzern verweist in seiner Mail auf 81 neue Titel im kommenden Monat. Ob darunter etwas ist, das Sie wirklich sehen wollen, entscheiden Sie am besten vor dem Klick auf „Akzeptieren“.
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