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Hormus-Krise treibt Energiepreise auf neue Rekorde: Neukunden zahlen 26 Euro mehr pro Megawattstunde

Дата публикации: 16-09-2026 05:06:00

Das fehlende Gas macht sich im Gas-Großhandel bemerkbar. Auch Strom ist betroffen. Verbraucher stehen vor einer entscheidenden Wahl.

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Nach der Hormus-Krise folgt die Huthi-Krise. Das fehlende Gas macht Deutschlands Gas- und Strompreise teurer. Jetzt trifft es die Verbraucher.

Deutschland hat im europäischen Vergleich ohnehin schon fast die teuersten Strompreise, aber die Krise am Persischen Golf verschärft das Problem weiter. Laut dem Strommarktexperten John Horstmann ist das weltweite LNG-Angebot „drastisch reduziert“, was den globalen Wettbewerb um Lieferungen verschärft und die Preise antreibt. Die Strom-Großhandelspreise für die nächsten Quartale und Jahre erreichen seit Tagen mehrjährige Rekorde.

Hormus-Krise macht Strom massiv teurer

Für die Quartale Q4 2026 und Q1 2027 sind die Großhandelspreise seit Februar um über 85 Prozent gestiegen, berichtet Argus Media. Konkret kletterten sie auf 174,25 Euro pro Megawattstunde (Q4) und 173,85 Euro pro Megawattstunde (Q1 2027).

Die gestiegenen Großhandelspreise wirken sich bereits auf Haushaltskunden und den Industriestrompreis aus. Letzterer hat erst im August den höchsten Stand seit Herbst 2023 erreicht. Die Neukundenpreise für Stromkunden sind im Schnitt auf 37,63 Cent pro Kilowattstunde gestiegen – ein Plus um mehr als zwei Cent seit Jahresbeginn. Die Megawattstunde kostet um die 26 Euro mehr. Das zeigt ein aktuelles Modell der Bundesnetzagentur.

Energie-Beschaffung hauptverantwortlich für Verteuerung

Dafür ist der Kostenbestandteil „Beschaffung“ maßgeblich verantwortlich. Dieser wird auf Grundlage von Terminmarktpreisen im Großhandel berechnet. Steuern oder sonstige Abgaben sind demnach nicht der hauptsächliche Treiber. Der Beschaffungsanteil der Strompreise für Haushaltsneukunden ist seit März um mehr als ein Fünftel gestiegen. Von den hohen Preisen aus dem September 2022 (mehr als 78 Cent pro Kilowattstunde für Neukunden) sind wir aktuell aber noch weit entfernt.

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Deutsche Verbraucher haben dabei den Nachteil, dass Gaskraftwerke bei der Strompreisgestaltung eine maßgebliche Rolle spielen. Das heißt: Wenn Gas teurer wird, trifft das auch den Strompreis.

Strompreise im Großhandel

Die Großhandels-Strompreise steigen deutlich. (Argus Media) Argus Media
1000 Euro Aufpreis für vier Personen

Und das nicht zu knapp: Im Großhandel hat der europäische Gaspreis um 148 Prozent zugelegt, verglichen mit 2025. Am 14. September stand der TTF-Börsenpreis bei mehr als 82 Euro pro Megawattstunde. Das Energieunternehmen 1Komma5° warnt davor, dass Verbrauchern Gaspreise von mehr als 15 Cent pro Kilowattstunde drohen, sollte diese Entwicklung im Großhandel länger auf dem Niveau bleiben. Die Gasversorger werden die gestiegenen Einkaufspreise zwangsläufig an die Kunden durchreichen. Auch hier ist die Beschaffung Treiber: Sie macht etwa 50 Prozent des Gaspreises aus.

„Ein Vierpersonenhaushalt mit Gasheizung und 18.000 kWh Verbrauch würde über 1000 Euro mehr zahlen im Vergleich zum Vorjahr, als der Gaspreis unter zehn Cent/kWh lag.“ – Ein Sprecher von 1Komma5°

Wie Verbraucher handeln sollten

Strom- und Gaskunden sind bereits seit Beginn der Hormus-Krise angezählt. Es war lange bekannt, dass die fehlenden Riesenmengen an Gas und Öl sich auf den Großhandel auswirken würden, sollte die Lage länger anhalten. Verbraucher stehen dabei vor der Frage, wie sie mit den möglichen Preissteigerungen umgehen.

Behalten sie den Strom- oder Gasvertrag oder finden sie einen billigeren? Und wie schützen sie sich davor, dass der neue Vertrag auch irgendwann teurer wird?

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt nicht nur vor steigenden Gaspreisen für Neukunden, sondern auch davor, dass immer mehr Anbieter Preiserhöhungsschreiben für Bestandsverträge verschicken. „Erhalte ich ein derartiges Schreiben meines Gasanbieters, habe ich ein Sonderkündigungsrecht“, sagt ein Sprecher zu FOCUS online.

Wer wechseln will, aber noch keine Preiserhöhung mitgeteilt bekommen hat, muss prüfen, ob er den Vertrag von sich aus kündigen kann. „Ist das der Fall, kann ich bei Vergleichsportalen schauen, ob es preiswertere Tarife gibt“, erklärt die Verbraucherzentrale. „Vielleicht bin ich auch bereit, etwas mehr zu bezahlen, wenn ich eine Preisgarantie für ein Jahr erhalte.“

Zurzeit deute vieles eher auf weiter steigende Gaspreise hin – eine Vorhersage, wie lange und wie hoch sie steigen, lässt sich aber nicht treffen. Es gebe auch keine Preisgrenze, ab wann man nicht mehr wechseln sollte.

Handlungsempfehlung für Verbraucher:

  • Aktuellen Gasvertrag prüfen (wie hoch sind die Preise, wie lange läuft der Vertrag, besteht eine Preisgarantie)
  • Sicherstellen, dass die Preisgarantie die steigenden Beschaffungskosten und steigende Netzentgelte absichert – Preisgarantien decken meistens nicht den gesamten Gaspreis ab
  • Bei Bonustarifen auf Laufzeit der Boni achten und einen rechtzeitigen Wechsel einplanen (und darauf, wann die Boni ausgezahlt werden)
  • Vergleichsportale richtig nutzen: Um möglichst viele Angebote zu sehen, rät die Verbraucherzentrale, den Filter für eine direkte Wechselmöglichkeit über das Portal zu deaktivieren und andere voreingestellte Empfehlungen anzupassen
Hormus-Krise wird durch Huthi-Rebellen verschärft

Hinter der ganzen Entwicklung steckt die Blockade der Straße von Hormus. Die jüngsten Angriffe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran machen Öl und Gas teurer. Mittlerweile erwarten die Märkte, dass die von der Hormus-Krise ausgelösten Versorgungsengpässe länger andauern werden. Darüber hinaus ist die asiatische Nachfrage nach flüssigem Erdgas (LNG) höher als erwartet, was die Preise weiter hochtreibt – und gleichzeitig sind die europäischen Gasspeicher nach wie vor zu schwach befüllt. Marktbeobachter warnen seit Monaten davor, dass die Speicher nicht bis zum Stichtag 1. November ausreichend voll werden.

Und als wäre das nicht genug, haben jemenitische Huthi-Rebellen Kontrolle über wichtige Standorte am Roten Meer übernommen. Sie können wichtige Export-Ausweichrouten von Staaten wie Saudi-Arabien blockieren, was die ganze Krise im Nahen Osten weiter eskalieren lässt.

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