„Erster Kampfeinsatz“, schreibt der ukrainische Präsident unter ein Video. Wo oder gegen welches Ziel die Rakete eingesetzt wurde, teilt er nicht mit.
Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Selenskij: Ukraine setzt erstmals neue ballistische Rakete ein
Russland beschießt Kiew mit Raketen und Drohnen, Ukraine meldet Tote und Verletzte
Selenskij verspricht Abhilfe gegen russische Jetdrohnen
Tote nach russischen Gleitbombenangriffen in Sumy
Selenskij: Haben ballistische Raketen abgewehrt
Die Ukraine setzt nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenskij erstmals ihre neue taktische ballistische Rakete vom Typ FP-7 im Kampf ein. „Danke für das Ergebnis. Als nächstes - die Produktion", schrieb Selenskij auf Telegram. Wo oder gegen welches Ziel die Rakete eingesetzt wurde, teilt er nicht mit. Russland setzt häufig ballistische Raketen bei Angriffen auf ukrainische Ziele ein. Militäranalysten zufolge hat die FP-7 eine Reichweite von etwa 200 Kilometern. Die Rakete wird vom Hersteller Fire Point auch als Abfangrakete für das europäische Raketenabwehrprogramm Freyja entwickelt.
Carim Soliman

Nordkorea bereitet nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij die Entsendung von weiteren 10 000 Soldaten nach Russland vor. Mehr als 8000 nordkoreanische Soldaten befänden sich bereits auf russischem Territorium, sagte Selenskij am Montag unter Berufung auf „neue Daten“. Die Soldaten würden „für die Ausbildung und den anschließenden Einsatz in Russland ausgewählt“.
Selenskijs Äußerungen kommen zu einer Zeit diplomatischer Spannungen mit Südkorea. Die Regierung in Seoul hatte sich vergangene Woche verärgert über die Mitteilung Selenskijs gezeigt, die Ukraine habe zwei gefangene nordkoreanische Soldaten an Südkorea übergeben. Seoul zufolge war für die Übergabe Vertraulichkeit vereinbart worden.
Im August hatte Selenskij erklärt, dass bis zu 50 000 nordkoreanische Soldaten für den Kampf in Russland entsandt werden könnten. In diesem Zusammenhang rief er Südkorea dazu auf, die ukrainische Luftverteidigung zu unterstützen. Schätzungen der Ukraine und Südkoreas zufolge hat Nordkorea seit 2024 zwischen 14 000 und 15 000 Soldaten zur Unterstützung Russlands entsandt. Die meisten von ihnen seien in der russischen Region Kursk stationiert. Zudem hat Pjöngjang nach ukrainischen und unabhängigen Einschätzungen Millionen Artilleriegranaten und Raketen an Russland geliefert.
Anna Schimpp
Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat angesichts russischer Provokationen zu Gelassenheit und einer fortgesetzten Unterstützung der Ukraine aufgerufen. Bei einem Besuch in Münster sagt Rutte:
„Bleiben Sie ruhig, machen Sie weiter und unterstützen Sie die Ukraine weiterhin.“
Mark Rutte
Russland teste die Nato in ganz Europa mit Luftraumverletzungen, Sabotage und hybriden Angriffen. „Wir sehen zwar keinen unmittelbaren militärischen Angriff auf die Nato, aber wir müssen darauf vorbereitet sein, dass Russlands Kampagne feindseliger Aktionen gegen die Verbündeten andauern wird“, erklärt der Nato-Chef. An die Adresse des russischen Präsidenten Wladimir Putin gerichtet, sagt Rutte: „Er scheitert auf dem Schlachtfeld, und er scheitert dabei, uns einzuschüchtern." Rutte nimmt in Münster für das Bündnis den Preis des Westfälischen Friedens entgegen. Die Laudatio hält Bundeskanzler Friedrich Merz.
Carim Soliman

Ein russischer Drohnenangriff zwingt die Kiewer Stadtverwaltung dazu, den Straßen- und U-Bahn-Verkehr auf einer Brücke über den Dnipro einzustellen. Dies erklärt der Bürgermeister der Hauptstadt, Vitali Klitschko. Lokale Medien veröffentlichen Fotos, die Flammen nahe einem der Brückenpfeiler zeigen. Außerdem kursieren in den sozialen Medien bisher unverifizierte Videoaufnahmen von den mutmaßlichen Folgen des Angriffs.
Anna Schimpp
Bei russischen Luftangriffen ist nach Angaben ukrainischer Behörden in der Nacht in Kiew und Odessa jeweils ein Mensch verletzt worden. In Odessa wurde zudem Infrastruktur beschädigt, wie der Leiter der Militärverwaltung der Region, Serhij Lyssak, auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mitteilt. Einzelheiten nennt er nicht.
Das russische Verteidigungsministerium erklärt auf Telegram, die Streitkräfte hätten bei ihren Angriffen ein Logistikzentrum in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, ein Rechenzentrum in Odessa sowie ein Frachtschiff im nahegelegenen Schwarzmeer-Hafen Tschornomorsk getroffen. Die Ziele seien militärisch genutzt worden.
Mehr zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier:
Angesichts massiver Probleme bei der Abwehr von russischen Drohnen mit Düsenantrieb hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij eine baldige Linderung in Aussicht gestellt. „Derzeit werden ukrainische Abfangraketen bereits unter Kampfbedingungen eingesetzt“, sagte das Staatsoberhaupt in einer Videobotschaft. Die Abfangrate sei jedoch noch zu niedrig. „Doch jede Woche soll sich die Trefferquote erhöhen“, versicherte Selenskij. Für den Oktober seien konkrete Produktionsraten festgelegt worden. „Das ist eine strategische Aufgabe“, unterstrich der Staatschef.
Nach Selenskijs Worten wurden am Dienstag bis zum Abend von 29 russischen Drohnen mit Düsenantrieb 18 abgefangen. Diese schnellen und hochfliegenden Fluggeräte werden demnach derzeit von Kampfflugzeugen abgeschossen. Seit mehreren Wochen kommt vor allem die ukrainische Hauptstadt Kiew aufgrund ständig neu anfliegender Jetdrohnen nicht zur Ruhe. Am Montag gab es mehrere Drohneneinschläge auch im eigentlich gut geschützten Zentrum.
Bei russischen Luftangriffen auf die nordostukrainische Großstadt Sumy sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Weitere sechs Menschen seien verletzt worden, teilte Präsident Wolodimir Selenskij bei Telegram mit. Demnach schlugen vier russische Gleitbomben im Stadtzentrum ein. Es sei auch ein Schulgebäude getroffen worden. „Ich danke den Lehrern und der Schulleitung: Die Kinder und die Lehrkräfte waren im Schutzraum, insgesamt 100 Leute wurden rechtzeitig in Sicherheit gebracht“, schrieb der Staatschef.
Selenskij zufolge bombardieren die „russischen Terroristen“ und „widerwärtigen Missgeburten“ Kinder, Schulen und gewöhnliche Häuser „einfach so“. Er forderte „realen Druck“ und nicht nur Worte von den Verbündeten in Amerika und Europa.
Die Ukraine hat nach Worten von Präsident Wolodimir Selenskij bei russischen Attacken auch ballistische Raketen abgewehrt. Das schrieb Selenskij in sozialen Medien und dankte amerikanischen und norwegischen Partnern seines Landes für ein Flugabwehrsystem vom Typ Nasams. Er dankte auch Deutschland und Frankreich für die Unterstützung der Flugabwehr. Es sei wichtig, dass solche Pakete weiterhin geliefert würden, schrieb er.
In dem Wissen, dass es der Ukraine an Abfangraketen mangelt, setzt Moskau verstärkt auf Angriffe mit ballistischen Raketen. Diese sind aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwer abzuwehren. Zu schaffen machen Kiews Flugabwehr auch Drohnen mit Düsenantrieb.
Polens Regierungschef Donald Tusk hält russische Angriffe in der ukrainischen Grenzregion zu seinem Land mittlerweile für einen Dauerzustand. Jede Nacht würden Kampfjets der polnischen Luftwaffe aufsteigen, da die Attacken Russlands in dieser Region einen „permanenten Charakter“ angenommen hätten, sagte Tusk in Warschau vor einer Kabinettssitzung. Seinem Land stehen schwierige Wochen und Monate bevor.
Am Montag hatte es polnischen Regierungsangaben zufolge auf ukrainischem Gebiet erneut eine Drohnenattacke unweit von dem Grenzübergang Dorohusk-Jahodyn gegeben. Bei dem Angriff beschädigte die Drohne mit ihrer Druckwelle nach ukrainischen Informationen ein Gebäude der Grenzkontrollstelle.
In den vergangenen zwei Wochen hatten in der Nähe des gleichen Grenzübergangs mehrfach russische Drohnen Ziele auf dem Gebiet der Ukraine attackiert. Außerdem wurde dort ein Passagierzug von Kiew nach Warschau angegriffen. Polens Regierung wirft Russland eine Verschärfung des Ukraine-Kriegs vor.
Ein mutmaßlicher Brandanschlag auf den Rüstungshersteller Milrem Robotics in Estland ist nach Erkenntnissen der Regierung in Tallinn in russischem Auftrag verübt worden. Das teilte Regierungschef Kristen Michal unter Berufung auf Ermittlungsergebnisse der Sicherheitsbehörden mit. Das estnische Außenministerium bestellte deshalb den Geschäftsträger der russischen Botschaft ein. Der Kreml wies die estnischen Vorwürfe zurück.
Milrem Robotics entwickelt unbemannte Militärsysteme, die seit 2022 auch in der Ukraine eingesetzt werden. An einem Gebäude des Unternehmens in Tallinn war Mitte August ein Brand ausgebrochen, der von den alarmierten Rettungskräften schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte. Die Behörden leiteten daraufhin Ermittlungen wegen eines vorsätzlichen Anschlags und einer möglichen russischen Beteiligung ein.
Michal erklärte nun: „Wir können heute mit Gewissheit sagen, dass der Brandanschlag auf das Rüstungsunternehmen Milrem Robotics in der Nacht vom 14. auf den 15. August ein Sabotageakt war, der von den russischen Geheimdiensten angeordnet wurde.“ Die mutmaßlichen Täter seien festgenommen worden.
„Solche Aktivitäten sind absolut inakzeptabel und unverantwortlich“, sagte Michal. Zugleich verdeutlichen sie nach seiner Einschätzung Moskaus wachsende Verzweiflung in einer Situation, in der Russland die Ziele seiner Aggression gegen die Ukraine nicht erreichen könne.
Ulrike Putz
Das russische Militär hat seine heftigen Angriffe auf Kiew fortgesetzt. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij meldet auf der Plattform X, dass in Kiew das Depot am Bahnhof Kiew-Pasazhyrskyi, Rechenzentren, Geschäftsgebäude und Wohnhäuser beschädigt wurden. Weiter teilt er mit, dass in der Region Odessa eine Bildungseinrichtung, ein Wohnheim und zwei ausländische Schiffe von Angriffen getroffen wurden. Die Regionen Kiew, Dnipro, Charkiw, Sumy, Donezk, Saporischschja, Schytomyr, Wolyn und Riwne seien ebenfalls gestern Nacht unter russischen Beschuss geraten, so Selenskij. Die Angaben lassen sich zum Teil nicht unabhängig überprüfen.
Zuvor warnte die ukrainische Luftwaffe in der Nacht vor einer Bedrohung durch ballistische Raketen in der Region. Berichten zufolge waren in Kiew Explosionen zu hören. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete auf Telegram von Schäden in mehreren Teilen der Hauptstadt.
Im Stadtteil Solomjanka sei ein Verwaltungsgebäude getroffen worden, zudem seien Raketentrümmer in den Hof eines Wohnhauses gefallen, teilte Klitschko mit. Auch ein Gebäude einer Bildungseinrichtung wurde demnach getroffen, es gebe einen Brand. Im zentralen Stadtteil Petschersk sei es in einem dreistöckigen Nichtwohngebäude zu einem Brand gekommen.
Bereits im Tagesverlauf hatte es eine Serie russischer Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt gegeben. Dabei wurde nach offiziellen Angaben auch eine Klinik getroffen. Zuvor war das Gebäude der Akademie der Wissenschaften getroffen worden. Nach Angaben vom Abend gab es dabei zwei Todesopfer. Klitschko teilte mit, bei russischen Angriffen seien im Tagesverlauf in der Hauptstadt 24 Menschen verletzt worden.
Der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara sagt seinen für heute geplanten Antrittsbesuch bei seinem deutschen Amtskollegen Boris Pistorius in Berlin kurzfristig ab. Grund sei die aktuelle Lageentwicklung in der Ukraine, teilt das Verteidigungsministerium mit. Beide Seiten bemühen sich demnach um einen baldigen Ersatztermin. Bei dem Treffen sollte es um die weitere militärische Unterstützung des Landes gehen, das sich für einen weiteren Kriegswinter mit russischen Angriffen auf die Energie-Infrastruktur rüstet.
Ulrike Putz
Papst Leo XIV. hat neue internationale Anstrengungen für Gespräche über ein Ende des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine gefordert. „Wir müssen die Staats- und Regierungschefs Russlands, der Ukraine und anderer Länder auffordern, sich zu treffen, sich an einen Tisch zu setzen, miteinander zu sprechen“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche auf dem Heimflug von seiner Frankreich-Reise.
Als Ziel nannte er es, „Lösungen für diese Probleme zu finden – anstatt auf Kriegen zu bestehen, die keinen Sinn mehr haben“. Der Papst äußerte sich vor Journalisten in der Maschine, die ihn nach vier Tagen in Frankreich nach Rom zurückbrachte.
Ulrike Putz
Der russische Präsident Wladimir Putin stockt die Armee seines Landes einem Dekret zufolge auf 1,55 Millionen Soldaten auf. Die Zahl der aktiven Soldaten steigt damit um 15 500. Die Maßnahme folgt auf eine ähnliche Anhebung im August.
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