Nach über zwei Jahren Sperrung soll die L 170 auf einem ersten Teilstück zwischen Wallerfangen und Dillingen Ende Oktober wieder öffnen. Seit Ende Juni laufen die Arbeiten für die Hangsicherung. Wie das Verkehrsministerium die Gefahr des Oberlimbergs bannen will.
Wallerfangen/Dillingen · Nach über zwei Jahren Sperrung soll die L 170 auf einem ersten Teilstück zwischen Wallerfangen und Dillingen Ende Oktober wieder öffnen. Seit Ende Juni laufen die Arbeiten für die Hangsicherung. Wie das Verkehrsministerium die Gefahr des Oberlimbergs bannen will.
10.07.2026 , 17:06 Uhr
Die Hangsicherungsarbeiten an der L 170 zwischen Dillingen und Wallerfangen laufen. Zurzeit sind Arbeiter damit beschäftigt, die Fundamente für das Stahlnetz zu errichten.
Foto: RuppenthalMeter für Meter frisst sich der Bohrer in die Erde und formt vier sechs Meter tiefe Löcher in die Mulde am Fuß des Oberlimbergs. „Da kommen dann vier Stangen senkrecht und eine horizontal rein“, erklärt Christian Bastian. Für jedes Fundament fünf Erdanker. Diese verpressen Arbeiter dann mit einer speziellen Zementmischung im Boden, „anschließend werden sie mit einem Bewehrungskorb umschlossen und einbetoniert“, erläutert der Referatsleiter der Obersten Straßenbaubehörde. So entstehen entlang der L 170, zwischen Wallerfangen und zum Mitfahrerparkplatz an der Autobahn bei Dillingen-Mitte, nach und nach insgesamt 150 Fundamente.
Sie bilden den massiven Fuß für die eigentliche Hangsicherung, die das Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität und Agrar und Verbraucherschutz an dieser Stelle plant. Seit über zwei Jahren ist die Landstraße zwischen Wallerfangen und Rehlingen wegen Erdrutschen, auch durch das Pfingsthochwasser 2024, gesperrt. Lange war eine verlässliche Antwort darauf unklar, wann die Straße wieder befahrbar sein wird. Vergangene Woche kündigte das zuständige Ministerium schließlich an: Voraussichtlich Ende Oktober soll das erste Teilstück, von Wallerfangen bis zur Brückenstraße bei Dillingen, wieder für den Verkehr öffnen.
Der Referatsleiter der Obersten Straßenbaubehörde, Christian Bastian, zeigt die Stangen, die unter anderem für das Fundament für das Stahlnetz zum Einsatz kommen.
Foto: RuppenthalDoch zuvor muss der Berg derart gesichert werden, dass für den Verkehr keine Gefahr mehr ausgeht. Wie der Referatsleiter der Obersten Straßenverkehrsbehörde, Ralf Geisert, beim Vor-Ort-Termin erläutert, gab es hierfür zunächst verschiedene Ideen. Etwa, unter den Holzsperren im Berg jeweils ein Netz zu spannen oder ein Schutzzaunsystem mit Rückabspannungen. Das hätte jedoch einen massiven Eingriff in den Berg selbst bedeutet. Deshalb entschieden sich die Verantwortlichen für ein starres Schutzzaunsystem ohne Rückabspannungen am Fuß des Berges. Die auftretenden Kräfte werden dann über die Stützennägel in die Mikropfähle abgeleitet.
Hierfür laufen seit Ende Juni nun die Arbeiten. Mitarbeiter der beauftragten Firma Schmitt Landschaftsbau aus dem Mandelbachtal sind seither damit beschäftigt, die Fundamente auszuheben und die Stangen zu setzen. „Zwischen Wallerfangen und Mitfahrerparkplatz kommen rund 2.000 zum Einsatz“, sagt Bastian.
In diese 150 Fundamente befestigen die Arbeiter in einem Abstand von zehn Metern 3,50 Meter hohe Stahlträger, zwischen denen sie dann das künftige Herzstück der Hangsicherung spannen: ein 1.500 Meter langes und starkes Stahlnetz. „Alles, was dann von oben kommt, soll der Zaun auffangen“, sagt Geisert. Sollte dieser durch einen Erdrutsch kaputtgehen, „werden wir ihn wieder reparieren und die Erdmassen beseitigen“.
Solche Fangzäune wie am Hang der Cloef an der Saarschleife sollen auch am Limberg montiert werden und schützen.
Foto: RuppenthalOberste Priorität für die Bauarbeiten liegt dabei auf dem Teilstück zwischen Wallerfangen und Brückenstraße in Dillingen. Bis voraussichtlich Ende August sollen diese andauern. Anschließend nutzt Creos das Baufeld, um Arbeiten für die Verlegung der Wasserstoffleitung durchzuführen, sodass dieses Stück Ende Oktober öffnen soll.
Wann danach das Teilstück zwischen Brückenstraße und Mitfahrerparkplatz an der Autobahn wieder befahrbar sein soll, ist dagegen weiterhin unklar. „So schnell wie möglich“, sagt Geisert und führt aus, dass in diesem Bereich noch eine Kampfmitteluntersuchung erfolgt und ab August dort weitergearbeitet wird. Und zwar so abgestimmt, dass die Arbeiten an der Wasserstoff-Pipeline hinter der Baustelle der Zaunfirma mitwandern. „An dieser Stelle ist es so geplant, genehmigt und einvernehmlich zwischen allen behördlichen und kommunalen Stellen abgestimmt. Das ist eine einmalige Situation im Saarland.“ (pte)