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Pommes-Fabrik in Mehrum abgesagt: Landwirte enttäuscht, Anwohner erleichtert #kartoffel #lebensmittelindustrie

Дата публикации: 01-10-2026 09:03:21

Die geplante McCain-Fabrik für Kartoffel-Tiefkühlprodukte in Mehrum kommt nicht. So reagieren Landwirte und Anwohner.

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Ernährungsindustrie
Viele Kartoffelbauern in der Region hätten vom Bau einer Pommes-Fabrik in Niedersachsen profitiert – und sind nun enttäuscht.

© Julia Eder Viele Kartoffelbauern in der Region hätten vom Bau einer Pommes-Fabrik in Niedersachsen profitiert – und sind nun enttäuscht.

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Leonie Jost, LAND&FORST

am 01.10.2026 - 11:03 Uhr

Die geplante McCain-Fabrik für Kartoffel-Tiefkühlprodukte in Mehrum kommt nicht. Für Landwirte zwischen Hildesheim, Braunschweig und Hannover fällt damit ein erhoffter zusätzlicher Absatzmarkt weg. Das Landvolk fordert nun bessere Bedingungen für Lebensmittelverarbeiter in Niedersachsen. Im benachbarten Hämelerwald sorgt die Absage dagegen für Erleichterung – dort hatten Anwohner jahrelang zusätzlichen Lkw-Verkehr und Lärm befürchtet.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass der kanadische McCain-Konzern seine Pläne für eine große Fabrik für Kartoffel-Tiefkühlprodukte in Mehrum aufgegeben hat. Das Niedersächsische Landvolk Braunschweiger Land nimmt die Entscheidung nun zum Anlass, bessere Rahmenbedingungen für Landwirtschaft und Verarbeitungsindustrie zu fordern. 
„Wir bedauern es sehr, dass diese zusätzliche Wertschöpfung nicht in die Region kommt“, sagt Karl-Friedrich Wolff von der Sahl, Vorsitzender des Niedersächsischen Landvolks Braunschweiger Land. 

Für viele Landwirte in Südniedersachsen sei die geplante Ansiedlung ein Hoffnungsschimmer gewesen. Das mögliche Einzugsgebiet reichte nach Angaben des Landvolks von Hildesheim über das Braunschweiger Land und Peine bis in die Region Hannover.

Landvolk sieht Warnsignal für Standort Niedersachsen

Für Wolff von der Sahl geht die Absage über das einzelne McCain-Projekt hinaus. Er sieht darin ein Warnsignal für den Wirtschaftsstandort Niedersachsen und fordert bessere Bedingungen für die Ansiedlung von Verarbeitungsbetrieben. 

„Marktpreise sind das eine, aber unsere selbst gemachten Kosten sind das andere“, sagt der Landwirt aus Königslutter. Insbesondere die Baukosten und die Kostenstruktur insgesamt seien aus seiner Sicht zu hoch. 

Sorge um Lebensmittelverarbeitung in der Region

Der Landvolk-Vorsitzende verweist auch auf andere Entwicklungen in der Ernährungswirtschaft. Nach dem Ende der Erbsenverarbeitung bei Nordzucker sei die McCain-Absage für ihn ein weiteres negatives Signal. Auch Mühlen, Mälzereien und Brauereien stünden unter wirtschaftlichem Druck. 

Wolff von der Sahl fordert deshalb die niedersächsische Landesregierung auf, die Kosten für den Betrieb und für neue Investitionen sowohl in der Landwirtschaft als auch in der verarbeitenden Industrie zu senken. Handlungsbedarf sieht er unter anderem beim Bau- und Immissionsrecht. 

Ohne Reformen drohten Niedersachsen aus seiner Sicht weitere Nachteile als Standort für Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung.

Einwohner in Hämelerwald erleichtert über McCain-Absage

Während das Landvolk die Absage bedauert, fällt die Reaktion im benachbarten Hämelerwald ganz anders aus. Ortsbürgermeister Dirk Werner (SPD) begrüßt die Entscheidung ausdrücklich, berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ). 

Hintergrund sind langjährige Proteste gegen das Vorhaben. Anwohner befürchteten vor allem zusätzlichen Lastwagenverkehr und Lärm.

Bis zu 800 Lkw-Fahrten am Tag befürchtet

Wie groß die Belastung hätte werden können, zeigen Zahlen aus ersten Gutachten: Nach Angaben der HAZ gingen diese von bis zu 800 Lkw-Fahrten täglich aus. Davon hätten demnach 600 bis 700 Fahrten durch Hämelerwald geführt. 

Damit hinterlässt die Absage des McCain-Projekts zwei sehr unterschiedliche Reaktionen in der Region: Während Landwirte eine wirtschaftliche Chance und einen möglichen zusätzlichen Absatzmarkt verlieren, sehen sich Anwohner von Hämelerwald von einer erheblichen zusätzlichen Verkehrsbelastung verschont.

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