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Jelena Rybakina triumphiert in New York – die Eiskönigin ist im Tennis-Olymp angekommen

Дата публикации: 13-09-2026 10:00:00

Die Kasachin bezwingt ihre Rivalin Aryna Sabalenka im US-Open-Final. In ihrer Heimat verschmäht und begleitet von schweren Vorwürfen gegen ihren Coach, ist sie am Montag die neue Nummer eins.

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Jelena Rybakina triumphiert in New York – die Eiskönigin ist im Tennis-Olymp angekommen

Die Kasachin bezwingt ihre Rivalin Aryna Sabalenka im US-Open-Final. In ihrer Heimat verschmäht und begleitet von schweren Vorwürfen gegen ihren Coach, ist sie am Montag die neue Nummer eins.

13.09.2026, 12.00 Uhr

4 Leseminuten


Jelena Rybakina triumphiert in New York – geniesst ihren Erfolg aber wie gewohnt zurückhaltend.

Jelena Rybakina triumphiert in New York – geniesst ihren Erfolg aber wie gewohnt zurückhaltend.

Sarah Yenesel / EPA

Jelena Rybakina hebt fast zögerlich die Arme und lächelt. Für ihre Verhältnisse ist das ein Gefühlsausbruch. Mit einem Ass sicherte sich die kasachische Tennisspielerin gerade ihren dritten Major-Titel und erstmals den Sieg am US Open.

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Sie gewann mit 6:4, 5:7, 6:2 gegen ihre grosse Rivalin Aryna Sabalenka. Erst vor wenigen Tagen hatte sie die Weissrussin nach 99 Wochen als Weltranglistenerste abgelöst. Zum 18. Mal begegneten sich die beiden. Seit dem Final am Australian Open 2023 gilt dieses Duell als Kampf zwischen Eis und Feuer.

Rybakina wirkt schüchtern, kontrolliert und emotionslos. Sabalenka hingegen gleicht einem Vulkan. Das zeigt sich auch nach ihrer Niederlage. Sie zertrümmert ihren Schläger, schleudert ein «Fuck off!» in Richtung TV-Kamera, die sie einfängt, wischt sich Tränen aus den Augen.

Erstmals seit 2022 bleibt Aryna Sabalenka ohne Major-Titel – ihren Frust bekommt der Schläger zu spüren.

Erstmals seit 2022 bleibt Aryna Sabalenka ohne Major-Titel – ihren Frust bekommt der Schläger zu spüren.

Eduardo Munoz / Reuters

Rybakina steht mit dem Pokal inmitten von Funkenfontänen und Rauch auf der Siegertribüne des vollen Arthur-Ashe-Stadions – und wirkt, als hätte sie gerade ein Erstrundenmatch gewonnen. Ihre stoische Ruhe lässt beinahe vergessen, wie turbulent ihr Weg dahin mitunter verlief.

Von Russland verschmäht, dann die «Eiskönigin» im Tennis

Dass die in Moskau geborene Rybakina nicht für Russland spielt, hat nichts mit dem Krieg in der Ukraine zu tun. Der russische Verband hielt sie schlicht nicht für gut genug. Als Teenager wurde sie kaum noch gefördert. Andere Talente bekamen den Vorzug. Für ihre Familie waren die Kosten einer Profikarriere nicht zu tragen.

Als ein Studium zur sinnvolleren Alternative zu werden schien, bot sich eine neue Chance. Der kasachische Mäzen Bulat Utemuratow hatte ab 2007 ein nationales Tennis-Fördersystem aufgebaut. Er warb gezielt Talente aus dem Ausland an, zu ihnen zählten Alexander Bublik und eben auch Jelena Rybakina. Der Verband übernahm ihre Trainings- und Reisekosten. Dafür repräsentierte sie Kasachstan auf der internationalen Bühne. So avancierte Rybakina zur besten Tennisspielerin des Landes.

Mit dem Nationenwechsel legte sie den Grundstein für ihren Erfolg. Ihren ersten Major-Titel gewann sie 2022 in Wimbledon. Als Russin hätte sie dort wegen des Ukraine-Kriegs nicht antreten dürfen. Nach Rybakinas notorisch verhaltenem Jubel war der Spitzname «Eiskönigin» geboren. Sie arbeitete sich zur Weltspitze vor.

Rybakina wurde aber auch von Verletzungen und Krankheiten gebremst. Und auch mental schien sie zu kämpfen. Aussenstehende nannten ihre Beziehung zum Coach Stefano Vukov toxisch. Die WTA suspendierte ihn im vergangenen Jahr wegen angeblicher mentaler Misshandlung Rybakinas, hob die Sperre später jedoch wieder auf. Die Kasachin stellte sich stets hinter Vukov und betonte, er habe sie nie schlecht behandelt. Nach dem Sieg an den WTA-Finals 2025 in Riad verweigerte sie aus Protest gegen die Sperre ein Foto mit der WTA-Chefin Portia Archer.

Ihre Teilnahme am US Open stand in der Schwebe

Zu Beginn des Jahres stand wieder ihr Tennis im Mittelpunkt. Rybakina triumphierte am Australian Open, wo sie Sabalenka im Final bezwang. Umso bemerkenswerter ist nun ihr erneuter Erfolg gegen die Weissrussin, weil Rybakina kurz zuvor am Cincinnati Open wegen Problemen mit der Achillessehne aufgeben musste. Ihre Teilnahme in New York war ungewiss. Sie sagte, sie habe eine Woche lang kein Tennis spielen können. Gehen konnte sie ebenfalls kaum.

«Ich hatte so etwas nicht erwartet, als ich an dieses Turnier kam», sagte Rybakina auf der Siegertribüne. Im ersten Satz spielte sie nahezu fehlerfrei. Sie liess Sabalenka an ihren aggressiven Returns verzweifeln, schlug 36 Winner und beging 11 unerzwungene Fehler weniger als ihre Rivalin. Nur ihr erster Aufschlag fand für Rybakinas Verhältnisse erstaunlich selten sein Ziel. Am Ende tat Rybakina aber, was sie immer tut: Sie liess sich auch davon nicht beirren.

Am US Open kam Rybakina bisher nie über den Achtelfinal hinaus – nun gewinnt sie den Titel.

Am US Open kam Rybakina bisher nie über den Achtelfinal hinaus – nun gewinnt sie den Titel.

Bernie Haley / Imago

Anders Sabalenka. Sie wurde verwarnt, weil sie einen Ball wegschoss. Sie machte Fehler. Sie haderte mit sich. Sie schrie. Unter den Augen ihrer mit Stars besetzten Box hätte sie in Flushing Meadows nach einer monatelangen Baisse zum dritten Mal in Folge den Titel gewinnen können; so wie Serena Williams von 2012 bis 2014. Stattdessen verlor sie nun vier ihrer letzten fünf Major-Finals.

Mit dem Titel gewann Rybakina auch das Preisgeld von 5,5 Millionen Dollar. Zum Karriere-Grand-Slam fehlt ihr nur noch ein Sieg in Roland-Garros. Und am Montag wird sie ihren Namen offiziell ganz oben in der WTA-Weltrangliste lesen. All das nimmt sie mit einem kurzen Lächeln zur Kenntnis.

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