2029 sollen die ersten privaten Gebäude an das neue Nahwärmenetz in Oberkochen angeschlossen werden. Stadt und Stadtwerke haben den Zeitplan für das 36-Millionen-Euro-Projekt vorgestellt.
Stand: 24.09.2026, 20:00 Uhr

2029 sollen die ersten privaten Gebäude an das neue Nahwärmenetz in Oberkochen angeschlossen werden. Stadt und Stadtwerke haben den Zeitplan für das 36-Millionen-Euro-Projekt vorgestellt.
Oberkochen. Wer heute eine neue Heizung einbaut, trifft meist eine Entscheidung für die nächsten 20 Jahre. Deshalb setzt Oberkochen auf ein eigenes Nahwärmenetz. Die Stadt will Hausbesitzern eine Alternative zu Heizöl und Erdgas bieten und investiert gemeinsam mit den Stadtwerken mehr als 36 Millionen Euro in das Projekt.
„Wir wollen nicht nur über die Zukunft sprechen, sondern sie gestalten“, sagte Bürgermeister Marcel Winter bei einem Pressegespräch zum aktuellen Stand des Vorhabens. Die Grundlagen dafür legte die Stadt bereits vor mehreren Jahren. Auf Basis der kommunalen Wärmeplanung beschloss der Gemeinderat 2021 den Aufbau eines eigenen Wärmenetzes. Seitdem liefen Standortsuche, Trassenplanung und die Finanzierung des Projekts.
Warum Oberkochen auf Nahwärme setztFür die Verantwortlichen geht es dabei nicht nur um Klimaschutz. „Die Menschen wollen vor allem eines: Es soll warm sein“, so der kaufmännische Stadtwerke-Geschäftsführer Holger Röhrer. Die Herausforderung bestehe darin, die Wärmeversorgung langfristig sicher, bezahlbar und klimafreundlich aufzustellen.
Die Stadtwerke verweisen dabei auf steigende Kosten für Heizöl und Erdgas sowie auf die politischen Vorgaben zur Reduzierung von CO₂-Emissionen. Gleichzeitig stehen viele Eigentümer vor der Frage, wie sie ihre teils über 20 Jahre alten Heizungen künftig ersetzen sollen.
Heizzentrale entsteht in der KreuzmühleDie neue Heizzentrale wird nahe des Baubetriebshofs in der Kreuzmühle entstehen. Dort erzeugen künftig Holzhackschnitzel die Wärme für das Netz.
„Wir wollten einen Standort finden, der technisch funktioniert und die Anwohner möglichst wenig belastet“, erläuterte der technische Stadtwerke-Geschäftsführer Christof Gaugler. Deshalb entschied sich die Stadt gegen Standorte näher an Wohngebieten. Der Anlieferungsverkehr zur Heizzentrale soll aus dem Stadtkern draußen bleiben.
Erster Bauabschnitt läuft bereitsDas Herzstück des Projekts bildet der erste Bauabschnitt. Das rund sieben Kilometer lange Leitungsnetz soll künftig etwa 20 Prozent des heutigen Wärmebedarfs in Oberkochen decken.
Ganz am Anfang steht das Projekt nicht mehr. Die Stadtwerke nutzten bereits mehrere Straßensanierungen, um erste Leitungen zu verlegen. Im Mozartweg und in der Heinz-Kühnberg-Straße liegen beispielsweise schon Vorleistungen für das Nahwärmenetz im Boden. Ab Herbst sollen die Arbeiten unter anderem in der Beethovenstraße weitergehen.
2027 wollen die Stadtwerke die Leitungen an die neue Heizzentrale anbinden und weitere Straßenzüge erschließen. Ende des Sommers 2028 soll die Heizzentrale in Betrieb gehen, zum Jahresende das Netz. Zunächst werden kommunale Gebäude entlang der Trasse angeschlossen, darunter auch das Dreißentalschulzentrum.

Für viele Hausbesitzer dürfte vor allem ein Datum wichtig sein: 2029. Dann sollen die ersten privaten Gebäude an das Netz angeschlossen werden. Wie der Anschluss konkret abläuft, welche Straßen betroffen sind und welche Möglichkeiten Eigentümer bis dahin haben, darüber informieren die Stadtwerke bei einer Bürgerveranstaltung am 29. September.
Wer schon vor 2029 vor einer Heizungsentscheidung steht, kann sich an den Energielotsen der "N!Kom projekt GmbH" wenden. Das Angebot richtet sich an Eigentümer entlang der geplanten Trassen, aber auch an Bürger in Gebieten, die voraussichtlich nicht an das Nahwärmenetz angeschlossen werden.
Zweiter Bauabschnitt bereits geplantParallel planen die Stadtwerke bereits den zweiten Bauabschnitt. Dieser soll unter anderem das künftige Zukunftsforum, das Elektra-Areal und weitere Gebäude entlang der Trasse erschließen. Vorgesehen sind rund 750 Meter zusätzliche Leitungen. Entlang des Abschnitts liegen etwa 55 Gebäude.
Langfristig denken die Stadtwerke auch über weitere Erweiterungen nach. Sollte das Netz in den vorgesehenen Ausbaustufen umgesetzt werden, könnten nach Angaben der Stadtwerke rund 750 Gebäude beziehungsweise etwa 4500 Einwohner erreicht werden. Das entspräche mehr als der Hälfte der Oberkochener Bevölkerung.
Bürgerinformation zum NahwärmenetzDie Stadtwerke Oberkochen laden Bürgerinnen und Bürger zu einer Informationsveranstaltung rund um das Nahwärmenetz ein.
Termin: Dienstag, 29. September, 18 Uhr, Bürgersaal
Themen: Ausbau des Nahwärmenetzes, Zeitplan bis 2029, Technik der Heizzentrale, Hausanschlüsse, Fragen rund um die Wärmewende
Vor allem Eigentümer entlang der geplanten Trassen von Bauabschnitt 1 und 2 sollen dort Informationen aus erster Hand erhalten.
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