Ein neues Erkundungsfahrzeug stärkt ab sofort den Zivilschutz. Es ist mit hochmoderner Messtechnik ausgestattet und kann Gefahren frühzeitig erkennen.
Stand: 25.09.2026, 05:00 Uhr

Ein neues Erkundungsfahrzeug stärkt ab sofort den Zivilschutz. Es ist mit hochmoderner Messtechnik ausgestattet und kann Gefahren frühzeitig erkennen.
Aalen. Die Aalener Feuerwehrabteilung hat jetzt ein neues Spezial-Fahrzeug in den Dienst gestellt. Es ist hoch spezialisiert, vollgepackt mit Messtechnik für den Ernstfall. Es ist einsgenanntes CBRN-Erkundungsfahrzeug und dient vor allem dem Zivilschutz für die Bevölkerung. Jeder Landkreis in Deutschland bekommt so ein Fahrzeug. Insgesamt sind es bundesweit 518, das für den Ostalbkreis zuständige und in Aalen stationierte Fahrzeug trägt die Nummer 286.
CBRN statt ABC: Moderne Messtechnik für Chemie-, Bio- und StrahlenlagenCBNR steht für chemisch, biologisch, radiologisch und nuklear. Der Unterschied zwischen radiologisch und nuklear: Spricht man von radiologischer Strahlung, geht es um künstlich erzeugte Strahlung wie beispielsweise Röntgenstrahlung. Nukleare Strahlung hingegen kommt in der Natur vor, wie beispielsweise bei Uran. Früher nannte man diese Einsatzgebiete ABC, was für atomar, biologisch und chemisch steht. Das entsprechende Fahrzeug der Feuerwehr Aalen war rund 30 Jahre alt und geht zurück an den Landkreis.
Messungen während der Fahrt: Schnell reagieren im ErnstfallDas Besondere an dem neuen Fahrzeug: Es kann auch während der Fahrt Werte messen, ohne anzuhalten. Das funktioniert allerdings nicht bei Unfällen oder Einsätzen mit biologischem Material, dahierfür Proben notwendig sind. Diese werden von den Mitgliedern der Feuerwehr entnommen, wofür das Fahrzeug anhalten muss. Insgesamt zehn Mitglieder der Feuerwehr werden immer wieder an der Landesfeuerwehrschule für solche speziellen Einsätze geschult.
Das neue Fahrzeug hat übrigens eine "Watetiefe" von 60 Zentimetern. Das heißt, es kann bei Hochwasser bis zu einer Wassertiefe von mindestens 60 Zentimeter eingesetzt werden.
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Einsatz bei Hochwasser, Großbränden und Gefahrstoff-UnfällenDas Fahrzeug gibt bei einem Einsatzfall Hinweise, ob etwa Teile der Bevölkerung in einem betroffenen Gebiet evakuiert werden müssen. Für Stadtkommandant Kai Niedziella ist das neue Fahrzeug eine „Win-Win"-Situation. Weil es zuerst für den Zivilschutz der Bevölkerung gedacht ist. Es kann aber etwa auch bei Fahrzeugbränden mit gefährlichen Substanzen eingesetzt werden, bei denen Gefahrstoffe Mensch und Natur gefährden könnten. Auch bei einem Großbrand besteht die Gefahr, dass gefährliche Stoffe die Umwelt kontaminieren.
„Leider notwendig“: Warum der Zivilschutz im Ostalbkreis wichtiger wirdSolche Fahrzeuge, erklärte Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting bei der offiziellen Übergabe auf dem Rathaus-Vorplatz, seien „leider notwendig". Denn angesichts der zunehmenden Bedrohungslage komme so einem Fahrzeug immer mehr Bedeutung zu. Als Beispiel nannte er den Drohnenfund kürzlich auf dem Leipziger Flughafen. Der Ostalbkreis sei ein sehr großer Landkreis und Aalen eine flächenmäßig große Kommune. Deshalb ergäben sich für das Erkundungsfahrzeug auch Aufgaben etwa bei Betrieben, die mit gefährlichen Substanzen arbeiten. Zudem könne es eingesetzt werden, um bei Bränden die Luftqualität zu messen.
Finanzierung durch den Bund: Sicherheit ohne Mehrkosten für Stadt und LandkreisDas CNRN-Erkundungsfahrzeug kostete rund 310.000 Euro. Weil es vom Bund gestellt gehört und auch ihm gehört, entstehen der Stadt oder dem Landkreis keine Kosten. Auch die Unterhaltungskosten übernimmt der Bund.
Das neue CBRN-Erkundungsfahrzeug- CBRN-Erkundungsfahrzeug der Feuerwehr Aalen, zuständig für den gesamten Ostalbkreis (Fahrzeugnummer 286)
- Hightech-Messtechnik für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren, teilweise Messungen während der Fahrt
- Einsatz bei Gefahrstoffunfällen, Großbränden, Hochwasser sowie in Betrieben mit gefährlichen Substanzen
- Watetiefe von 60 Zentimetern, dadurch auch bei Hochwasserlagen nutzbar
- Zehn speziell geschulte Feuerwehrkräfte für den Betrieb und die Probenahme
- Anschaffungskosten rund 310.000 Euro, vollständig vom Bund getragen – keine Kosten für Stadt und Landkreis
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