Alfing will in Aalen-Wasseralfingen kräftig wachsen. Dafür soll eine riesige neue Produktionshalle entstehen. Der Bauausschuss gibt Rückenwind – doch einige Fragen sind noch offen.
Stand: 26.09.2026, 21:31 Uhr

Alfing will in Aalen-Wasseralfingen kräftig wachsen. Dafür soll eine riesige neue Produktionshalle entstehen. Der Bauausschuss gibt Rückenwind – doch einige Fragen sind noch offen.
Aalen. Für die Maschinenfabrik Alfing (Mafa) soll es schnell gehen. Sehr schnell. Mafa will im Süden ihres Werksgeländes eine neue Produktionshalle bauen. Rund 150 Meter lang und 105 Meter breit soll sie werden. Bis zu 300 neue Arbeitsplätze könnten damit und samt gewissen zusätzlichen Umstrukturierungen auf dem Werksgelände entstehen. Für das Unternehmen ist das Projekt deshalb mehr als eine Erweiterung. Es geht um neue Aufträge – und darum, dass diese in Wasseralfingen gefertigt werden können und nicht in China oder den USA.
Der Bauausschuss des Aalener Gemeinderats hat dafür in öffentlicher Sitzung am Donnerstag (24.9.) grünes Licht gegeben. Einstimmig stimmten die Mitglieder dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan zu. Die Botschaft aus dem Ausschuss ist klar: Alfing soll seine Chance bekommen. Die Entscheidung trifft der Gemeinderat am 1. Oktober.
Schneller zum Baurecht"Wir wollen die Voraussetzungen schaffen, dass aus den Erweiterungsplänen Realität wird", sagte Baubürgermeister Wolfgang Steidle eingangs. Die Stadt wolle das Verfahren deshalb zügig vorantreiben. Schon jetzt soll die frühzeitige Beteiligung der Träger öffentlicher Belange beginnen – vor der eigentlichen Gemeinderatsentscheidung am 1. Oktober. Das spart Zeit. Und Zeit ist für Alfing ein entscheidender Faktor. Die neue Halle soll bereits 2028 in Betrieb gehen. Damit dieser Zeitplan eingehalten wird, müssen Planung, Gutachten, Beteiligung und Genehmigungen eng ineinandergreifen.
Neue Halle statt Freiflächen-PVDie Stadtverwaltung sieht sich dafür gut aufgestellt. Viele Fragen seien bereits im Vorfeld untersucht worden, sagte Steidle. Auch beim Artenschutz habe man frühzeitig hingeschaut. Denn auf der fraglichen Fläche war noch im Frühjahr die Rede von einer Freiflächen-Photovoltaikanlage. Diese südliche PV-Fläche wird nun nicht weiterverfolgt. Darauf haben sich Stadtverwaltung, das Regierungspräsidium als Aufsichtsbehörde und der Regionalverband verständigt. Die geplante PV-Nutzung soll sich auf die nördliche Teilfläche konzentrieren. Für Alfing bedeutet das: Die Solarenergie verschwindet nicht komplett. Ein Teil der Photovoltaik soll künftig auf dem Dach der neuen Halle entstehen. Zugleich aber fällt die ursprünglich geplante Freiflächenanlage südlich des Unternehmens weg.
Alfing-Vorhaben bekommt viel ZuspruchIm Bauausschuss überwiegt die Freude über die wirtschaftliche Perspektive. Josef A. Fuchs (CDU) lobt die Dynamik bei Alfing und das bislang lösungsorientierte Verfahren: „Wir sind zuversichtlich, dass uns das in dem vorgegebenen Zeitfenster gelingt.“ Auch die Wasseralfinger Ortschaftsräte stehen einstimmig hinter dem Vorhaben.
Sigrun Huber-Ronecker (Grüne) begrüßt die neuen Arbeitsplätze, sieht aber noch Handlungsbedarf bei der Kaltluftbahn und den landwirtschaftlichen Flächen. Die Halle müsse entsprechend tief ins Gelände gesetzt werden. Zugleich appelliert sie an die Stadt, bei der Suche nach Ersatzflächen für die Landwirtschaft zu helfen.
Andrea Hatam (SPD) bezeichnet die zusätzlichen Aufträge und Arbeitsplätze als „Glücksfall“ für Alfing, Wasseralfingen und Aalen. Positiv sieht sie auch die geplante Photovoltaik auf dem Hallendach. Franz Fetzer (FW) hofft, dass Genehmigungen und Verfahren „sehr schnell über die Bühne gehen“. Die Arbeitsplätze sollten schließlich in Aalen-Wasseralfingen entstehen. Auch Dr. Frank Gläser (AfD) begrüßt die Erweiterung und verweist auf den Vorteil, dass Solarstrom künftig auf dem Hallendach erzeugt werden soll. Eine Freiflächen-Photovoltaikanlage, so argumentiert er, sei ein zu großer Eingriff in die Landschaft.
Landwirtschaft und Verkehr bleiben KnackpunkteAgnes Mayerle (Die Linke) fordert einen Ausgleich für die wegfallenden landwirtschaftlichen Flächen und mahnt, die Verkehrswege im Blick zu behalten. Hans-Peter Stütz (CDU), selbst Landwirt, sorgt sich vor allem um den Baustellenverkehr. Rund 15.000 Kubikmeter Erde müssten bewegt werden. Die Feldwege seien für die erwarteten Lkw-Tonnagen nicht ausgelegt. Dafür müsse eine tragfähige Lösung gefunden werden.
Dr. Reiner Garreis (Grüne) fordert, dass die Stadt bei den Ausgleichsmaßnahmen genauso Tempo macht wie beim Bebauungsplan.
Steidle nimmt den Rückenwind aus dem Ausschuss auf. Zugleich betont er: Das Verfahren stehe noch am Anfang. Landwirtschaft, Naturschutz und Verkehr müssten sauber abgewogen werden. Bei den landwirtschaftlichen Flächen zeichne sich aber bereits eine Lösung ab.