Wenn Kriminelle Mailaccounts hacken, können sie Rechnungen abfangen, mit neuen Bankdaten versehen und diese im Postfach platzieren. So passiert einer Leipziger Fahrschule nach dem Kauf eines Autos von knapp 62.000 Euro.
Polizei warnt
Zehntausende Euro verloren durch manipulierte Rechnung per MailStand: 07.08.2026 12:24 Uhr
Wenn Kriminelle Mailaccounts hacken, können sie auch Rechnungen abfangen, mit neuen Bankdaten versehen und diese im Postfach platzieren. So ist es einer Leipziger Fahrschule passiert nach dem Kauf eines Neuwagens von knapp 62.000 Euro.
von Redaktion Wirtschaft und Ratgeber, MDR-Magazin Kripo live
Übersicht:
Eine Leipziger Fahrschule hat die Rechnung für einen neuen Audi Q5 im November 2025 beglichen. Die Bankdaten hatte die Inhaberin mit der Rechnung per Mail zugestellt bekommen. Rund 62.000 Euro betrug der Verkaufspreis. Doch beim Autohaus, bei dem das Fahrzeug gekauft wurde, ist das Geld nicht angekommen. Ein Mitarbeiter des Autohauses habe sie rund eine Woche später telefonisch nach dem Verbleib des Geldes gefragt.
"Die ganze Summe ist nicht da", habe der Verkäufer zu ihr gesagt. Bei der Überprüfung der Rechnung war allen Beteiligten klar: Die Originalrechnung wurde manipuliert. Auf dem Original standen zwei Bankverbindungen – bei der Fälschung nur eine. Das MDR-Magazin Umschau hat in der aktuellen Ausgabe (04.08.2026) über den Fall berichtet.
Fragen und Antworten
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Die IBAN auf der betrügerischen Rechnung verwies auf ein Konto der spanischen Banco Bilbao. Tückisch: Weil die Bank über eine deutsche Niederlassung verfügt, hatte die IBAN eine DE-Kennung. Doch der Name des angeblichen Kontoinhabers Ionut Lazar war im Audi-Autohaus unbekannt. Die Polizei wurde eingeschaltet.
Immerhin sind nicht die ganzen 62.000 Euro futsch. Das spanische Konto war der Bank selbst bereits wegen verdächtiger Zahlungsbewegungen aufgefallen und eingefroren worden. Das Leipziger Autohaus hat inzwischen von dem sichergestellten Geld der spanischen Bank einen Teil der überwiesenen Summe zurückbekommen.
Es sei davon auszugehen, dass es noch weitere Geschädigte gibt, die mit derselben Masche betrogen worden sind. "Weil in der Vergangenheit viele auf das Konto überwiesen haben", so Christian Mörschke, Leiter Revierkriminaldienst vom Polizeirevier Leipzig/Südost, gegenüber dem MDR.
Rat von Polizei und Banken: E-Mail-Sicherheit und DatencheckKriminelle versuchen immer wieder, an Passwörter zu kommen, um mit Accounts und Mailpostfächern ihrer Opfer dunkle Geschäfte zu machen. "Die werden auch zum Verkauf im Darknet angeboten", sagt Christian Mörschke von der Polizei Leipzig. "Das heißt, die hacken oder loggen sich einfach ein und schauen, ob dort diverse Rechnungen ein- und ausgehen", erklärt er. Diese können dann unbemerkt manipuliert und ausgetauscht werden.
Neben der E-Mail-Sicherheit ist auch ein Check der Rechnungen ratsam, die per Mail kommen und per Konto überwiesen werden sollen. Banken überprüfen inzwischen, ob Kontoempfänger und IBAN zusammenpassen. Wird beides geändert, sieht es aber auch hier schlecht aus. "In dem Fall wird die Empfängerüberprüfung positiv ausfallen, da hier geprüft wird, ob der Name des geänderten Rechnungsstellers zum Empfängerkonto des Betrügers passt", erklärt der Bundesverband deutscher Banken auf MDR-Nachfrage. Daher Empfänger und Kontoverbindung checken!
Weitere Tipps des Bundesverbandes deutscher Banken:
MDR (cbr)/Erstveröffentlichung am 10.02.2026.
| # | Наименование новости | Тональность | Информативность | Дата публикации |
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