In München beraten 17 Innenminister über Europas Migrationspolitik. Dobrindt will Frontex deutlich mehr Macht bei Rückführungen geben.
Stand: 26.09.2026, 09:40 Uhr
In München beraten 17 Innenminister über Europas Migrationspolitik. Dobrindt will Frontex deutlich mehr Macht bei Rückführungen geben.
München – Heute treffen sich in München 17 europäische Innenminister, um über die Migrationspolitik zu beraten. Bei dem sogenannten Munich Migration Meeting auf Einladung von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) soll es laut seinem Ministerium um die „Umsetzung der Migrationswende“ gehen. Dazu gehören demnach die „weitere Schärfung des europäischen Migrationspaktes, die konsequente Härtung der Außengrenzen der Europäischen Union sowie die Beschleunigung von Rückführungen aus Europa“.

Bei der Migrationskonferenz sollen auch Gespräche über eine Erweiterung des Mandats der Grenzschutzagentur Frontex für Rückführungen geführt werden. Dobrindt hat klare Vorstellungen. Er möchte Frontex „zu einer Grenzschutz- und echten Rückführungsagentur“ machen. Frontex ist primär für den Schutz der EU-Außengrenzen zuständig. Die Behörde unterstützt Mitgliedstaaten zwar bisher schon bei Rückführungen. Verantwortlich sind aber grundsätzlich die nationalen Behörden.
Migration in Europa – Dobrindt will Frontex umbauenDas sogenannte Munich Migration Meeting findet auf Einladung Dobrindts statt. An dem Treffen in München nimmt auch EU-Migrationskommissar Magnus Brunner teil. Dobrindt, Brunner und der irische Minister Jim O’Callaghan wollen zum Auftakt vor die Presse treten. Es ist das zweite „Munich Migration Meeting“. Ein erstes Treffen hatte es im Oktober 2025 gegeben.
Ziel seien „zentrale gemeinsame Impulse für die europäische Migrationswende“, sagte Dobrindt dem Münchner Merkur von IPPEN.MEDIA. „Wir machen aus dem europäischen Asyl-Pakt eine neue europäische Ordnung, indem wir Außengrenzen schützen, den Migrationspakt stärken, Rückführungen konsequent steuern.“
Wer schiebt künftig ab? Dobrindt setzt auf FrontexDobrindt will demnach, dass Frontex über eine Mandatserweiterung künftig auch für die Rückkehr von Migranten direkt aus Grenzverfahren zuständig sein soll sowie für Rückführungen aus Transitstaaten, die keine EU‑Mitglieder sind – etwa Serbien, Kosovo oder Albanien. Weltweit aktiv solle Frontex künftig auch sein, um Rückführungen in Abschiebezentren in Drittstaaten außerhalb der EU zu organisieren.
Solche Abschiebezentren bereitet Deutschland derzeit mit den EU-Staaten Dänemark, Niederlande, Österreich und Griechenland vor. Ziel ist es, bis zum Jahresende ein Abkommen mit einem Drittstaat zu schließen. Gespräche gab es im Sommer insbesondere mit Ruanda, aber auch andere Staaten in Afrika oder Asien könnten infrage kommen. (AFP/cs)
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