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Die Flächennutzung des Bergbaus im Blick: Erstes automatisiertes Satelliten-Tool für globales Minen-Monitoring

Дата публикации: 22-09-2026 08:57:00

Um die räumliche Ausdehnung von Bergbauanlagen und ihren Einfluss auf die Umwelt besser einschätzen zu können, hat ein Forschungsteam des HZDR ein satellitengestütztes Fernerkundungs-Tool entwickelt. Das neuartige Werkzeug namens SHABA (Seasonal Harmonic Anomaly Break Analysis) analysiert auf Basis von Satellitenbildern die räumliche und zeitliche Dynamik der Vegetation. Das Besondere an SHABA ist, dass saisonale Schwankungen und Trends herausgerechnet und so Veränderungen in der Vegetation verlässlich aufgespürt und quantifiziert werden können. Die Forschenden hoffen, dass SHABA dazu beitragen wird, Umweltauswirkungen von Minen weltweit künftig besser einzuschätzen.

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Um die räumliche Ausdehnung von Bergbauanlagen und ihren Einfluss auf die Umwelt besser einschätzen zu können, hat ein Forschungsteam des HZDR ein satellitengestütztes Fernerkundungs-Tool entwickelt. Das neuartige Werkzeug namens SHABA (Seasonal Harmonic Anomaly Break Analysis) analysiert auf Basis von Satellitenbildern die räumliche und zeitliche Dynamik der Vegetation. Das Besondere an SHABA ist, dass saisonale Schwankungen und Trends herausgerechnet und so Veränderungen in der Vegetation verlässlich aufgespürt und quantifiziert werden können. Die Forschenden hoffen, dass SHABA dazu beitragen wird, Umweltauswirkungen von Minen weltweit künftig besser einzuschätzen.

Für moderne Technologien sind Metalle unverzichtbar: Sie stecken in Smartphones, Computern, E-Autos und in Solar- und Windkraftanlagen. Gefördert werden sie rund um den Globus in Bergbauanlagen, was mit erheblichen Eingriffen in die Umwelt einhergeht. „Dass Bergbauanlagen gesetzeskonform betrieben werden, liegt in Europa in der Sorgfaltspflicht der Minenbetreiber. In anderen Regionen der Welt gelten mitunter andere Regularien als bei uns“, sagt Prof. Richard Gloaguen, Leiter der Abteilung Erkundung am Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) des HZDR. „Der Flächenabdruck durch weltweite Bergbauaktivitäten ist heute nur unzureichend quantifiziert. Was bislang fehlt, ist ein Fernerkundungs-Tool, mit dem die Umweltauswirkungen der tausenden Minen weltweit, die den Metalllieferketten zugrunde liegen, verlässlich überwacht und quantifiziert werden.“

Veränderungen in der Vegetation sicher aufspüren

Und genau so ein Tool stellt das Forschungsteam um Gloaguen in seiner aktuellen Studie vor. Die Wissenschaftler*innen entwickelten das Fernerkundungs-Tool SHABA, das auf Basis von Satellitenbildern Änderungen in der Vegetation rund um Bergbauanlagen verlässlich aufspüren kann. „Ganz entscheidend ist, dass mit SHABA typische saisonale Änderungen in der Vegetation wie etwa Laubabwurf oder Blütezeiten herausgerechnet und die Daten darüber hinaus auch mit den Trends der Vorjahre abgeglichen werden“, erklärt Vincent E. Nwazelibe, Forscher in der Arbeitsgruppe von Gloaguen und Erstautor der Studie. „So können wir mit SHABA Veränderungen in der Vegetation sicher aufspüren und räumlich und zeitlich exakt zuordnen.“

In ihrer Studie nahmen die Forschenden die Vegetation rund um sechs Minenstandorte, die sich auf verschiedenen Kontinenten und in unterschiedlichen klimatischen Zonen befinden, mit SHABA genauer unter die Lupe. Sie analysierten jeweils die Vegetation im Umkreis von bis zu 100 Kilometern mittels Satellitendaten aus dem Zeitraum von 2000 bis 2025. Je Standort waren das etwa über hundert Satellitenbilder pro Jahr. „Die Vegetationsdaten aus den Satellitenbildern werden mit SHABA in ein anschauliches Wellendiagramm überführt. Daraus kann man dann gut ablesen, wann sich die Vegetation an einem bestimmten Ort verändert hat und wie stark“, erklärt Dr. Samuel Thiele, Gruppenleiter für digitale Datenverarbeitung in der Abteilung Erkundung am HIF. Die Änderungen in der Vegetation, die die Forschenden an den untersuchten Minenstandorten mit SHABA aufspürten, deckten sich mit Ereignissen, die zum jeweiligen Zeitpunkt im Umkreis der Minen stattgefunden haben: Zum Beispiel der Verlust an Vegetation durch Rodung, etwa für die Erweiterung des Minengeländes, den Bau einer zuführenden Straße, oder ein allmählicher Zugewinn an Vegetation durch Rekultivierungsmaßnahmen.

SHABA ist frei zugänglich

„Mit unserer Studie konnten wir das Potential von SHABA als Fernerkundungs-Tool für die Vegetationsanalyse im Umfeld von Bergbauanlagen in unterschiedlichsten klimatischen Regionen der Erde erfolgreich demonstrieren“, sagt Gloaguen. „Wir hoffen, dass SHABA künftig dabei helfen wird, den Flächenabdruck von Minen weltweit zu quantifizieren, so dass auf Basis neutral erhobener Fernerkundungsdaten ein verbesserter Dialog zwischen den Akteurinnen und Akteuren aus Bergbau und Umweltschutz stattfinden kann.“

In weiterführenden Untersuchungen will das Forschungsteam alle Minen weltweit mit SHABA untersuchen und die erhobenen Monitoring-Daten frei zur Verfügung stellen. Das Fernerkundungs-Tool SHABA ist bereits jetzt frei zugänglich.

Publikation:
V. E. Nwazelibe, M. Kirsch, S. T. Thiele, F. Djeddaoui, W. Yu, R. Gloaguen, R. Tolosana-Delgado, Monitoring mining impacts using harmonic decomposition of time series vegetation indices, in ISPRS Journal of Photogrammetry and Remote Sensing, 2026 (DOI: 10.1016/j.isprsjprs.2026.07.001)

Weitere Informationen:
Prof. Richard Gloaguen | Leiter Erkundung
Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie am HZDR
Tel.: +49 351 260 4424 | E-Mail: r.gloaguen@hzdr.de

Medienkontakt:
Simon Schmitt | Leitung und Pressesprecher
Abteilung Kommunikation und Medien am HZDR
Tel.: +49 351 260 3400 | Mobil: +49 175 874 2865 | E-Mail: s.schmitt@hzdr.de

Das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) forscht auf den Gebieten Energie, Gesundheit und Materie. Folgende Fragestellungen stehen hierbei im Fokus:
• Wie nutzt man Energie und Ressourcen effizient, sicher und nachhaltig?
• Wie können Krebserkrankungen besser visualisiert, charakterisiert und wirksam behandelt werden?
• Wie verhalten sich Materie und Materialien unter dem Einfluss hoher Felder und in kleinsten Dimensionen?

Das HZDR entwickelt und betreibt große Infrastrukturen, die auch von externen Messgästen genutzt werden: Ionenstrahlzentrum, Hochfeld-Magnetlabor Dresden und ELBE-Zentrum für Hochleistungs-Strahlenquellen.
Es ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, hat sechs Standorte (Dresden, Freiberg, Görlitz, Grenoble, Leipzig, Schenefeld bei Hamburg) und beschäftigt fast 1.500 Mitarbeiter*innen – davon etwa 700 Wissenschaftler*innen inklusive 200 Doktorand*innen.

Prof. Richard Gloaguen | Leiter Erkundung
Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie am HZDR
Tel.: +49 351 260 4424 | E-Mail: r.gloaguen@hzdr.de

V. E. Nwazelibe, M. Kirsch, S. T. Thiele, F. Djeddaoui, W. Yu, R. Gloaguen, R. Tolosana-Delgado, Monitoring mining impacts using harmonic decomposition of time series vegetation indices, in ISPRS Journal of Photogrammetry and Remote Sensing, 2026 (DOI: 10.1016/j.isprsjprs.2026.07.001)

Folgenabschätzung aus dem All: Mit Erdbeobachtung und maschinellem Lernen den Einfluss des Bergbaus auf unseren Planeten messen.
Folgenabschätzung aus dem All: Mit Erdbeobachtung und maschinellem Lernen den Einfluss des Bergbaus ...
Quelle: HZDR
Copyright: HZDR

Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Biologie, Chemie, Geowissenschaften, Physik / Astronomie, Werkstoffwissenschaften
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch

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