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Wenn Wissen zusammenfließt: Wie Operations Research bessere Entscheidungen ermöglicht

Дата публикации: 02-09-2026 10:43:02

Wie lassen sich knappe Ressourcen fair verteilen, Stromsysteme erfolgreich dekarbonisieren oder humanitäre Hilfslieferketten effizienter gestalten? Wie können mathematische Optimierung, künstliche Intelligenz und Statistik dabei zusammenspielen? Antworten auf solche Fragen stehen im Mittelpunkt der „International Conference on Operations Research 2026“ (OR 2026). Vom 1. bis 4. September treffen sich Wissenschaftler und Praktiker aus aller Welt an der Universität Passau. Das Motto der internationalen Tagung lautet „Converging Streams in Decision Making“.

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Wie lassen sich knappe Ressourcen fair verteilen, Stromsysteme erfolgreich dekarbonisieren oder humanitäre Hilfslieferketten effizienter gestalten? Wie können mathematische Optimierung, künstliche Intelligenz und Statistik dabei zusammenspielen? Antworten auf solche Fragen stehen im Mittelpunkt der „International Conference on Operations Research 2026“ (OR 2026). Vom 1. bis 4. September treffen sich Wissenschaftler und Praktiker aus aller Welt an der Universität Passau. Das Motto der internationalen Tagung lautet „Converging Streams in Decision Making“.

02. September 2026 | Lesedauer: 3 Min.

Operations Research (OR) beschäftigt sich damit, komplexe Entscheidungsprobleme mit mathematischen Modellen, Daten und auch künstlicher Intelligenz zu untersuchen und gute Lösungen zu entwickeln. Dabei kommen heute zunehmend unterschiedliche wissenschaftliche Ansätze zusammen: Optimierung trifft auf Machine Learning, mathematische Modelle auf reale Anwendungsprobleme und gesellschaftliche Herausforderungen. Genau dieses Zusammenführen verschiedener Perspektiven steht im Mittelpunkt der OR 2026. „Komplexe Entscheidungen lassen sich selten aus nur einer Perspektive betrachten. Operations Research verbindet unterschiedliche Methoden und Disziplinen, um aus Daten, Modellen und praktischer Erfahrung bessere Entscheidungsgrundlagen zu schaffen“, sagt Prof. Dr. Marc Goerigk, Universität Passau und Leiter des Organisationsteams der Konferenz.

Internationale Top-Speaker

Zu den Höhepunkten der Konferenz zählen drei Plenarvorträge international renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Den Auftakt macht Professor Dick den Hertog von der University of Amsterdam mit seinem Vortrag „Optimization for a Better World“. Er zeigt, wie Optimierungsmethoden dazu beitragen können, gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen zu bewältigen. Beispiele reichen von der Routenplanung für Schiffe der Organisation „The Ocean Cleanup“ bis zur optimalen Standortplanung für Gesundheitsangebote oder Wasserbrunnen. Dabei arbeitet seine Forschungsgruppe unter anderem mit der Weltbank, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem American Red Cross zusammen.

Professorin Phebe Vayanos von der University of Southern California widmet sich der Frage, wie knappe Ressourcen effizient, fair und transparent verteilt werden können. Anhand von Anwendungen aus der Wohnungslosenhilfe zeigt sie, wie Machine Learning, kausale Inferenz und Optimierung zusammenwirken können, um Entscheidungen beispielsweise über den Zugang zu Unterstützungsangeboten zu verbessern. Dabei geht es nicht nur um möglichst präzise Modelle, sondern auch um Fairness, Transparenz und die Einbindung der Menschen, die von den Entscheidungen betroffen sind.

Professorin Ivana Ljubić von der ESSEC Business School beschäftigt sich in ihrem Plenarvortrag mit der Modellierung von Fairness in Optimierungsproblemen. Sie verbindet dabei unterschiedliche Methoden des Operations Research und zeigt unter anderem anhand von Fahrzeugroutenplanung, wie sich Fairness-Kriterien in mathematische Entscheidungsmodelle integrieren lassen.

Auch die zahlreichen Semi-Plenary-Sessions und die regulären Vorträge zeigen die thematische Breite der Tagung. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem innovative Optimierungsmethoden für Industrie und Wirtschaft, bessere Entscheidungen unter Unsicherheit, effiziente und nachhaltige Energiesysteme, algorithmische Märkte sowie die Optimierung komplexer Produktions- und Planungsprozesse. Die Beiträge zeigen, wie Operations Research Unternehmen dabei unterstützen kann, Abläufe effizienter zu gestalten, Ressourcen gezielter einzusetzen und nachhaltige Entscheidungen zu treffen.

Viele Perspektiven auf bessere Entscheidungen

Das Programm der OR 2026 macht deutlich, wie breit Operations Research heute aufgestellt ist. Im Mittelpunkt stehen nicht nur klassische Optimierungsverfahren, sondern auch Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Statistik, Nachhaltigkeit und Fragen der gesellschaftlichen Verantwortung. Die gemeinsame Klammer ist die Frage, wie wissenschaftliche Methoden dazu beitragen können, Entscheidungen unter komplexen Bedingungen fundierter zu treffen. „Besonders dort, wo viele Interessen, Unsicherheiten und Zielkonflikte zusammenkommen, kann Operations Research einen wichtigen Beitrag leisten. Die Stärke des Fachs liegt darin, unterschiedliche Perspektiven und Methoden zusammenzubringen und daraus konkrete Entscheidungsmodelle zu entwickeln“, so Prof. Dr. Marc Goerigk.

Die internationale Konferenz bietet dafür ein umfangreiches wissenschaftliches Programm mit 313 Vorträgen und 121 Sessions. Ein eigenes Dokt!OR-Programm richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und bietet Workshops zu Themen wie Präsentation, Karriereplanung sowie den Verbindungen von Künstlicher Intelligenz und Operations Research. Nach der Konferenz erscheinen ausgewählte Beiträge im Springer-Verlag in einem Tagungsband.

Neben dem wissenschaftlichen Austausch bietet die Tagung auch Gelegenheit, Passau und die Universität kennenzulernen. Eine Abendveranstaltung im Passauer Rathaus sowie ein gemeinsames Conference Dinner auf einer Schifffahrt über die drei Flüsse der Stadt ergänzen das Konferenzprogramm.

Die „International Conference on Operations Research 2026“ ist die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Operations Research (GOR) und findet vom 1. bis 4. September 2026 an der Universität Passau statt. Die Konferenzsprache ist Englisch.

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