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Wähler im linken Kneipenviertel von Rostock: „Hauptsache nicht blau!“

Дата публикации: 21-09-2026 03:55:00

Die KTV in Rostock ist bekannt für ihre linke Szene. Ein Ortsbesuch am Wahlabend.

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Möwen kreischen über der Rostocker Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV), der Asphalt ist feucht, die Antifa-Graffiti leuchten grell. Hier schlägt das politische Herz der Hansestadt anders als im Rest des Landes. Das Viertel gilt auch als „Ausreißer“ im Umland.

Wir beobachten die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag in der KTV – und suchen einschlägige Kneipen und Biergärten auf. So wie das Molotow, eine Punkrockkneipe in der Waldemarstraße. Um einen großen  mit Kerzenwachs beklebtem Tisch herum hat sich eine Gruppe aus Punks, Linken und Linksgrünen versammelt. Es riecht nach Selbstgedrehten. Ein Joint dreht die Runde. Die Luft ist dick, das Bier mit 1,50 Euro günstig und der Ton rau. In dieser „klassischen Stadtteilkneipe“ wird Klartext geredet. Namentlich will sich jedoch niemand erwähnt wissen.

Es herrscht Erleichterung, dass es nicht „noch schlimmer“ kam – die Zustände in Sachsen-Anhalt dienen hier als mahnendes Schreckgespenst. „Das ist jetzt das Beste, was passieren konnte. Muss ja nicht gut sein“, sagen die Punks im Molotow über das Ergebnis der SPD. Für sie ist es die Wahl des „kleineren Übels“. Der Wahlkampf war hier eine reine Personenschlacht, ein direktes Duell im selben Wahlkreis: Manuela Schwesig gegen Leif-Erik Holm. „Offensichtlich hat Schwesig das Ding hier gewonnen, ne? Und nicht die SPD. Sie hat dann noch nicht mal SPD raufgeschrieben auf ihre Plakate“, fasst der Wortführer in der Gruppe das Ergebnis zusammen. Dass Schwesig sich durchsetzte, wird als Sieg der Stabilität gefeiert. Holm hingegen sei ein „eloquenter Typ“ – ein Moderater, der die radikalen Inhalte bürgerlich verpackt.

Dass Kader der NPD („Die Heimat“) heute ganz offen in der AfD agieren und Begriffe wie „Remigration“ nur noch „gebrüllt“ werden, wäre vor zehn Jahren noch ein „Karrieretod“ gewesen, sagt einer am Tisch. Heute sei es trauriger Alltag.

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